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So wirkt der Brexit auf die Immobilienmärkte

04.11.2016, 09:22  |  716   |   |   

Immobilienmakler in Frankfurt und Paris reiben sich bereits die Hände: Viele Firmen müssen im Falle eines Austritts der Briten aus der EU umziehen. Axel Drwenski, Leiter Research und Strategie bei der Commerz Real AG, spricht während der FondsConsult Investmentkonferenz in Fuschl über die Wirkung eines Brexits auf die Immobilienmärkte.

„Voraussichtlich im März 2017 werden die Briten den Austritt aus der Europäische Union offiziell beantragen, so jedenfalls die Aussage von Premierministerin May“, sagt Axel Drwenski, Leiter Research und Strategie bei der Commerz Real AG. „Vor diesem Hintergrund fallen die Wirtschaftsprognosen vor allem für Großbritannien deutlich schwächer aus.“ Das heiße aber noch nicht, dass der Immobilienmarkt in Großbritannien zusammenbreche: „Die Preise im in London beispielsweise haben bis Juni 2016 nicht nachgegeben, im Gegenteil, sie sind gestiegen.“ Das Brexit-Referendum habe also keine Tsunami-Welle ausgelöst. „Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Korrektur kommen, ohne Frage. Aber lediglich im Falle eines harten Brexits ist ein Szenario ähnlich zu Lehmann Brothers oder sogar schlimmer denkbar – zumindest was den Büro-Markt in der Londoner City angeht. Deutlich weniger betroffen wird der Einzelhandel in der Stadt sein, da hier das niedrige Pfund für einen höheren Beitrag ausländischer Gäste zum Konsum sorgen wird.“ Insgesamt sei der Brexit jedoch ein regionales europäisches Ereignis und kein globaler systemischer Schock.

Daher sieht der Experte auch für Europa keine großen Gefahren. „Scheiden – besonders nach 43 Ehejahren – tut zwar weh, aber es gibt keinen Grund für einen erhöhten Blutdruck.“ 2016 könnte die Gesamtnachfrage nach Büroflächen zwar leicht zurückgehen, aber „sie liegt auf einem guten Niveau.“ Durch erzwungene Neuorientierung von Unternehmen würden sich für einige kontinentaleuropäische Immobilienmärkte zudem echte Chancen eröffnen. „Interessant werden dürfte zum einen natürlich Frankfurt, auch wenn ich keinen Goldrausch am Main erwarte“, so Drwenski. „Denn gute Flächen sind knapp, es wurde zu wenig gebaut und die Banken die London verlassen, werden nur einen Teil der abgebauten Arbeitsplätze an einem neuen Standort wieder aufbauen.“ Große Chancen einen großen Teil des Brexit-Kuchens abzubekommen hätten auch Amsterdam und Dublin. Dort gebe es derzeit mehr verfügbare Flächen und deutlich niedrigere sprachliche und kulturelle Hürden zu überwinden. 

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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