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Rohstoffe: Öl & Gold: Wartestellung vor US-Wahl – das müssen Sie jetzt wissen!
Foto: www.commerzbank.de

Rohstoffe Öl & Gold: Wartestellung vor US-Wahl – das müssen Sie jetzt wissen!

Gastautor: Eugen Weinberg
04.11.2016, 11:44  |  3324   |   |   

Energie: Wie gewonnen, so zeronnen: Der Brentölpreis gab gestern weiter nach und notiert am Morgen mit gut 46 USD je Barrel nur noch leicht über den September-Tiefs. Sämtliche Preisgewinne seit der OPEC-Ankündigung von Produktionskürzungen wurden also wieder abgegeben. Vor allem die Meldungen des noch immer überreichlichen OPEC-Angebots belasten. So sind laut Verladestatistiken die irakischen Rohölexporte im Oktober auf ein neues Rekordhoch von 3,975 Mio. Barrel pro Tag geklettert. Irak ist einer der Stolpersteine in den Verhandlungen über die Fixierung von Produktionsgrenzen. So besteht das Land darauf, bereits im September mehr als 4,7 Mio. Barrel pro Tag gefördert zu haben, während die OPEC nach sekundären Quellen für den Irak eine September-Produktion unter 4,5 Mio. Barrel pro Tag ausweist. Saudi-Arabien zeigt sich dagegen „zahmer“: Der staatliche Ölkonzern Saudi-Aramco hebt seine Verkaufspreise angesichts einer steigenden asiatischen Nachfrage an und versucht nicht, seine Marktanteile durch eine aggressive Preispolitik auszuweiten. Wir gehen davon aus, dass sich die Preise nach der starken Korrektur der letzten Tage nun stabilisieren werden und die Marktteilnehmer bis zur OPEC-Sitzung eher eine abwartende Haltung einnehmen. Wie groß bei einer enttäuschenden OPEC-Sitzung noch das Korrekturpotenzial wäre, darüber geben auch die heute Abend zur Veröffentlichung anstehenden CFTC-Daten Auskunft. Denn sie zeigen, wie stark die Investoren ihre Netto-Long-Positionen bis letzten Dienstag abgebaut haben. In der Woche zuvor waren sie noch fast doppelt so hoch gewesen wie vor der OPEC-Ankündigung.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD911D Bull Oil Brent Future Jan 2017 Hebel 8,5
CE48XW Bear Oil Brent Future Jan 2017 Hebel 8,3

Edelmetalle: Gold handelt zum Wochenausklang wieder knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 1.300 USD je Feinunze. In Euro gerechnet kostet Gold rund 1.170 EUR je Feinunze. Normalerweise hat der US-Arbeitsmarktbericht, der heute Nachmittag veröffentlicht wird, über Bewegungen im EUR-USD-Wechselkurs auch Auswirkungen auf den Goldpreis. Heute könnte es jedoch anders sein. Denn zum einen hat die US-Notenbank Fed vorgestern klar signalisiert, dass sie die Zinsen im Dezember anheben wird. Nur außergewöhnlich schlechte Arbeitsmarktdaten könnten sie unseres Erachtens davon abhalten, wovon wir aber nicht ausgehen. Zum anderen nehmen offenbar viele Marktteilnehmer im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen nächsten Dienstag eine abwartende Haltung ein. Die Wahl ist den Marktteilnehmern wohl wichtiger als die monatliche Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts.

Wie der Verband der chinesischen Goldproduzenten Anfang des Monats mitteilte, hat China in den ersten drei Quartalen des Jahres 347,8 Tonnen Gold produziert, 2,6% weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dabei fiel sowohl die primäre Goldminenproduktion als auch die Produktion von Gold als Nebenprodukt. Die Goldnachfrage ging von Januar bis September im Jahresvergleich demnach sogar um 12,8% auf 720,7 Tonnen zurück. Grund hierfür war eine schwache Schmucknachfrage (-20%). Dies erklärt die verhaltenen Goldimporte Chinas in den letzten Monaten.

Produktideen: BEST Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD0HX5 Bull Gold Hebel 4,2
CK456A Bear Gold Hebel 3,1

Industriemetalle: Nach einer kurzen Verschnaufpause legten die Metallpreise gestern wieder deutlich zu. Der LME-Industriemetallindex stieg auf den höchsten Stand seit Juli 2015. Auffällig ist, dass sich die Metallpreise in den letzten Tagen von den Ölpreisen abgekoppelt haben und nicht von diesen mit nach unten gezogen wurden. Die Marktteilnehmer haben offenbar eher die guten Konjunkturdaten aus China und den USA mit Optimismus aufgenommen und entsprechend gehandelt. Auch Eisenerz hat sich in den letzten Wochen spürbar verteuert. Der von Metal Bulletin erhobene Preis im chinesischen Hafen von Qingdao ist von knapp 56 USD Anfang Oktober mittlerweile auf über 65 USD je Tonne und damit auf ein 6-Monatshoch gestiegen. Er wurde dabei wohl vom über 20%-igen Anstieg der Preise für Betonstahl in China mit nach oben gezogen. Auch dürfte China zuletzt wieder mehr Eisenerz importiert haben – neue Daten hierzu werden nächste Woche von der Zollbehörde veröffentlicht. Allerdings sind die Lagerbestände von Eisenerz in den chinesischen Häfen in den letzten Wochen wieder gestiegen. Mit 106,75 Mio. Tonnen lagen sie per Ende Oktober auf dem höchsten Stand seit 21 Monaten. Dies deutet darauf hin, dass China eher über Bedarf importiert hat. Unterdessen kommt die Regierung offenbar mit den Schließungen der Stahlproduktionskapazitäten voran. Gemäß Angaben des chinesischen Eisen- und Stahlverbandes wurden bis Ende September über 80% der geplanten Kapazitäten von 45 Mio. Tonnen p.a. für dieses Jahr stillgelegt.

Produktideen: BEST Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
DR19GN Bull Gold Hebel 3,8
CK456A Bear Gold Hebel 3,1

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Themen: Eisenerz, Gold, China, OPEC


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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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