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Blackrock und die Märkte Hat Blackrock mit seinem Supercomputer Alladin den Geist aus der Flasche gelassen?

07.11.2016, 15:17  |  3506   |   |   

Blackrock-Gründer Rob Kapito wehrt sich gegen die Vorwürfe, der weltgrößte Vermögensverwalter gefährde die Finanzmärkte. „Der Einfluss von Blackrock wird überschätzt“, sagte Kapito der „Welt am Sonntag“. Er könne gar nicht verstehen, dass sein Unternehmen so häufig angegriffen werde. „Unsere Kunden sind dankbar, dass es Blackrock gibt“, sagte der Präsident des Konzerns.

Kapito hatte Blackrock 1988 gemeinsam mit dem heutigen Konzernchef Larry Fink gegründet. Seit dem habe sich eigentlich gar nicht so viel geändert. „Wir sind noch immer eine kleine Familie.“ Sie hätten dieselbe Mission wie früher. Es gehe darum, das Geld der Kunden zu mehren, mit langfristigen Anlagestrategien. Deshalb gibt es auch keine gigantischen Boni wie bei den Investmentbanken. Und weniger Pomp.

Supercomputer Alladin - Den Geist aus der Flasche gelassen?

Kritiker werfen dem Finanzkonzern vor, er gefährde aufgrund seiner immensen Größe die Finanzmärkte. Auch Blackrocks Supercomputer Aladdin finden viele Experten bedenklich. Mit Aladdin übernimmt Blackrock das Risikomanagement für rund 15 Billionen Dollar, knapp zehn Prozent aller weltweiten Vermögen. Das schürt die Angst, dass der Markt dadurch gleichgeschaltet werden könnte und anfälliger für Krisen wäre.

Blackrock dagegen hält seinen Supercomputer für völlig ungefährlich. Aladdin sei doch nur ein Ratgeber, entscheiden müsse jeder Investor selbst, sagt Blackrock-Manager Rob Goldstein, der über Aladdin wacht. Die Vorstellung, die Software schalte die Finanzwelt gleich, sei jedenfalls absurd. „Investoren verfolgen unterschiedliche Strategien und haben unterschiedliche Ziele, deshalb gelangen sie oft auch zu unterschiedlichen Ergebnissen, wenn sie Risiken bewerten.“ Außerdem sei Aladdin ja nicht der einzige Supercomputer. Millionen Menschen nutzten etwa die Wirtschaftsdienste Bloomberg und Reuters. Über deren Einfluss, sagt Goldstein, rege sich niemand auf.

Blackrock-Trader auf Anklagebank

In Großbritannien hat sich der frühere Portfoliomanager Mark Lyttleton des Insiderhandels schuldig bekannt. Als Vertreter des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock ist der Finanzdienstleistungsaufsicht damit ein besonders dicker Fisch ins Netz gegangen. Lesen Sie mehr hier: "Ziemlich seltsames Verhalten“ Schuldig: Ex-BlackRock-Manager gesteht Insiderhandel mit Öl-Aktien.

Wertpapier: BlackRock


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