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Rentendilemma Vorschlag der Union: Länger leben = länger arbeiten. Und alle Probleme sind gelöst?

07.11.2016, 10:17  |  1308   |   |   

Dass diese verdammte Gesellschaft aber auch immer älter werden muss! Vor allem in Deutschland scheint dieses Problem nach wie vor unlösbar. Die Union hat sich nun aber was einfallen lassen: Je höher die Lebenserwartung, umso länger die Lebensarbeitszeit.

Am morgigen Tag wird nicht nur die Welt der US-Amerikaner für eine gewisse Zeit stillstehen. Auch hierzulande werden sich die Spitzen der Großen Koalition zusammenfinden, um das leidliche Dauerthema der Rentenlücke ein für allemal abhaken zu können. Auf der To-Do-Liste steht die Errichtung eines Fundaments für das breit angekündigte Reformkonzept von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). 

Schwerpunkt ihres Projekts sollte eigentlich die Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge sein. Ein Plan, den die CDU/CSU auch gar nicht vorhat zu durchkreuzen, tatsächlich wird sogar überlegt, Unternehmen - auch jene, die nicht tarifgebunden sind - per Gesetz zum Angebot von Betriebsrenten zu verpflichten.

Die Christsozialen möchte lediglich noch einen kleinen Teil hinzufügen, und zwar die Kopplung des gesetzlichen Rentenalters an die kontinuierlich steigende Lebenserwartung. Aktuell liegt die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren und fünf Monaten, bis 2029 wurde sie bereits auf 67 Jahre angehoben. Danach sieht die geltende Rechtslage ein Ende des Anstiegsmechanismus vor.

Laut Informationen des "Spiegel" habe Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble diese Idee bei einer Vorbesprechung der Schwesterparteien präsentiert. CSU-Chef Horst Seehofer sei dem Vorschlag gegenüber sehr zugetan gewesen. 

Konkret könne es zum Beispiel dergestalt aussehen, dass sich die Altersgrenze mit jedem zusätzlichen Jahr Lebenserwartung automatisch um ein halbes Jahr erhöht. Die dadurch erhofften Vorteile: Das Rentenniveau würde durch die längere wirtschaftliche Beteiligung der Arbeitnehmer weniger stark belastet. Derzeit liegt das gesetzliche Sicherungsniveau bei 48 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, bis 2030 darf die Untergrunze von 43 Prozent nicht unterschritten werden. 

Erst vor gut einem Monat hatte sich der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach über die Diskussion um einen spätere Rentenbeginn ziemlich irritiert gezeigt. „Ich kann die Finanzierungsprobleme der Rente nicht damit lösen, dass die Menschen die Rente gar nicht mehr erleben", sagte der Abgeordnete auf einer Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Langfristiges Ziel müsse es stattdessen sein, die Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung für alle umzubauen, in die auch Abgeordnete, Freiberufler, Selbständige und Beamte einzahlen.

 

 



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