DAX+0,27 % EUR/USD-0,61 % Gold-0,80 % Öl (Brent)+0,28 %
Rohstoffe: Vor US-Wahl: Gold & Öl uneinheitlich!
Foto: www.commerzbank.de

Rohstoffe Vor US-Wahl: Gold & Öl uneinheitlich!

Gastautor: Eugen Weinberg
07.11.2016, 11:23  |  1573   |   |   

Energie: Die Ölpreise profitieren heute von einer aufgehellten Marktstimmung gegenüber riskanten Anlagen, was sich auch in steigenden Aktienmärkten und fallenden Goldpreisen widerspiegelt (siehe Edelmetalle unten). Sie machen damit aber lediglich einen geringen Teil ihrer kräftigen Verluste der Vorwoche wett. Am Freitag waren die Ölpreise den sechsten Tag in Folge gefallen und hatten die letzte Woche mit den größten Wochenverlusten seit Mitte Januar abgeschlossen. Bei Brent stand am Ende ein Minus von 8,3% zu Buche, WTI verlor 9,5%, wobei sich das etwas geringere Minus bei Brent mit dem Kontraktwechsel erklärt. Brent fiel am Freitag zeitweise auf ein 3-Monatstief von gut 45 USD je Barrel, WTI war mit 43,6 USD je Barrel zeitweise so billig wie Mitte September. Saudi-Arabien hat gut informierten Kreisen zufolge bei einem informellen Treffen am vorletzten Wochenende angeblich damit gedroht, seine Ölproduktion auf 11 Mio. oder sogar 12 Mio. Barrel pro Tag auszuweiten, falls der Iran seine Ölproduktion nicht begrenzt. Eine Bestätigung hierfür gibt es nicht. Es zeigt sich allerdings, dass die OPEC noch immer meilenweit von einer Einigung auf koordinierte Produktionskürzungen entfernt ist. OPEC-Generalsekretär Barkindo verbreitet diesbezüglich weiterhin Optimismus. Alle 14 OPEC-Mitglieder seien weiterhin der Umsetzung der Vereinbarung von Algier verpflichtet. Allerdings hatte er über das oben erwähnte Treffen vor einer Woche auch von „signifikanten Fortschritten“ gesprochen. Dass Barkindo zufolge auch Russland „an Bord“ sei, macht seine Aussagen nicht glaubwürdiger.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD3LJP Bull Oil WTI Light Crude Future Dec 2016 Hebel 8,1
CE48ZC Bear Oil WTI Light Crude Future Dec 2016 Hebel 8,3

Edelmetalle: Der deutlich höhere Risikoappetit der Marktteilnehmer mit starken Preisanstiegen bei Industriemetallen und Öl lastet zum Wochenauftakt auf den Edelmetallpreisen. Auch der feste US-Dollar ist heute Morgen ein Belastungsfaktor. Gold fällt um 1,5% auf knapp 1.285 USD je Feinunze. Am Freitag noch konnte Gold trotz solider US-Arbeitsmarktdaten die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD je Feinunze verteidigen. Die US-Bundespolizei FBI hatte gestern frühere Aussagen bestätigt, wonach die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in der sog. email-Affäre keine Verfehlungen begangen habe. Dadurch scheinen die Chancen auf einen Wahlsieg von Hillary Clinton morgen wieder gestiegen zu sein, was sich auch in Meinungsumfragen widerspiegelt. Die US-Präsidentschaftswahl wird auch zunächst das bestimmende Thema am Goldmarkt bleiben. Sollte Hillary Clinton als Wahlsiegerin hervorgehen, dürfte der Goldpreis wahrscheinlich weiter nachgeben, weil dann eine Fed-Zinserhöhung im Dezember voll eingepreist wird. Der jüngste Preisanstieg von Gold war zum Teil spekulativ getrieben, wie die CFTC-Statistik zeigt. In der Woche zum 1. November wurden die Netto-Long-Positionen bei Gold um 16% auf ein 4-Wochenhoch von 166,3 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Mittlerweile dürften sie noch höher liegen. Auch bei Silber herrscht wieder ein höherer Optimismus. Hier sind die Netto-Long-Positionen in der Berichtswoche um 24% auf 47,7 Tsd. Kontrakte gestiegen, was ebenfalls der höchste Wert seit vier Wochen ist. Der Silberpreis war in dieser Zeit auf ein Monatshoch von 18,5 USD je Feinunze gestiegen.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD531F Bull Silber Hebel 5,5
CE2J4U Bear Silber Hebel 4,1

Industriemetalle: Getrieben durch einen höheren Risikoappetit der Marktteilnehmer, der sich unter anderem in festen asiatischen Aktienmärkten widerspiegelt, starten die Metallpreise stark in die neue Handelswoche. Die US-Bundespolizei hat die demokratische Präsidentschafts¬kandidatin Hillary Clinton in der email-Affäre entlastet, was wohl zur deutlich besseren Stimmung der Marktteilnehmer beiträgt. Kupfer verteuert sich in der Spitze um 2% und überschreitet erstmals seit vier Monaten wieder die Marke von 5.000 USD je Tonne. Mit 5.100 USD je Tonne steigt es sogar auf ein 8-Monatshoch. Noch stärker legt Nickel zu, welches zeitweise um 5% nach oben springt und erstmals seit drei Monaten wieder über 11.000 USD je Tonne notiert. Die Preise an der LME in London vollziehen damit die guten Vorgaben von der SHFE in Shanghai nach, wo zum Beispiel Kupfer und Nickel auf den höchsten Stand seit über einem Jahr gestiegen sind. Bei Nickel spielen wohl anscheinend zusätzlich die gewalttätigen Proteste in der indonesischen Hauptstadt Jakarta Ende letzter Woche eine Rolle, die zu Sorgen über Angebotsausfälle bei Ferronickel führen. Die bessere Stimmung der Marktteilnehmer ist auch in der CFTC-Statistik ersichtlich. In der Woche zum 1. November haben die spekulativen Finanz¬anleger an der Comex in New York bei Kupfer Netto-Long-Positionen von 23,4 Tsd. Kontrakten aufgebaut. In der Woche zuvor bestanden noch hohe Netto-Short-Positionen. Während die Short-Positionen deutlich abgebaut wurden, liegen die Long-Positionen auf einem Rekordhoch.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CN2B5B Bull Copper Future Dec 16 Hebel 2,5
CK4BZH Bear Copper Future Dec 16 Hebel 1,3

Die langfristigen Auswirkungen der US-Wahl auf den Ölpreis – hier mehr erfahren!

Themen: Gold, Öl, USD


Verpassen Sie keine Nachrichten von Eugen Weinberg

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Gastautor

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

RSS-Feed Eugen Weinberg

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel