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2017 „Bereiten Sie sich auf Turbulenzen vor“

08.11.2016, 09:05  |  550   |   |   

Die Inflation kommt zurück; das Wachstum verlangsamt sich. Keine gute Kombination, warnt Dr. Martin Hüfner auf der FondsConsult Investmentkonferenz am Fuschlsee. Vor allem, wenn man Themen wie Brexit, Ost-West-Spannungen und steigende Staatsschulden mit hinzunehme.

„So wie bisher geht es nicht weiter“, sagt Dr. Marthin Hüfner, ehemaliger Chefvolkswirt bei Assenagon. „Die Aktienhausse ist vorüber, die Zinssenkungen kommen zu einem Ende und die Fundamentalfaktoren verändern sich.“ All dies lasse nur eine Schlussfolgerung zu: „Bereiten Sie sich auf Turbulenzen vor.“

Sorgen bereitet dem Ökonom zum einen das nachlassende Wirtschaftswachstum – vor allem in den USA. „Langfristig geht das Wachstum zurück – aber so richtig wahrhaben will das bisher niemand. Die Stimmung in der Finanzindustrie ist hervorragend.“ Das erinnere ihn in Teilen an die Vorkrisenjahre 2007/2008. Auch damals habe man strukturelle Probleme übersehen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und abnehmender Arbeitsproduktivität drohe den USA eine Secular Stagnation. Dagegen nehmen Schwellenländer wieder an Fahrt auf. Hüfners Fazit: „Setzen Sie nicht nur auf Industrieländer.“

Zweiter Unruheherd: Die Inflation

Neben schwächelndem Wirtschaftswachstum warte dort nämlich ein zweiter Unruheherd: Die Inflation im Euroraum. „Trauen Sie nicht den offiziellen Zahlen.“ Derzeit spräche alles für eine Preiserhöhung: „Der Ölpreis steigt. Die Mehrzahl der Güter wird teurer. Die Löhne steigen. Die Konjunktur läuft. Und die Geldpolitik ist so locker wie nie.“ Nur die Profis seien noch anderer Meinung: „Die Marktentwicklung stimmt derzeit nicht“, sagt der Ökonom. Selbst vorsichtige Prognosen der EZB würden einen Wendepunkt in Sachen Preissteigerung voraus sagen. „Wenn alles so läuft, wie von der EZB prognostiziert, dann wird sie vermutlich keine weiteren Lockerungen mehr beschließen.“ Passend dazu habe EZB-Chef Mario Draghi bereits deutlich gemacht: Stimmen die Prognosen, dann ändere die EZB ihre Politik nicht. „Das heißt, dass die EZB ab März 2017, mit dem Auslaufen der Lockerungsmaßnahmen beginnen könnte.“ Das wiederum habe Auswirkungen auf die amerikanische Zentralbank: „Die Zinsen müssen angehoben werden.“ Gleichzeitig sorgen die Wahlen in den USA und das Thema Brexit, neben vielen anderen politischen Themen, für Unruhe an den Märkten. Die Folge daraus: Mehr Volatilität. „Kunden brauchen also auch in 2017 starke Nerven.“ Dennoch: „Volatilität muss nicht nur ein Störfaktor sein, Volatilität als Anlageklasse eröffnet auch Chancen.“

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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