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3 Solar-Giganten, denen eine sehr unterschiedliche Zukunft bevorstehen könnte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.11.2016, 12:00  |  674   |   |   
Foto: Pixabay, Ana_J

First Solars (WKN:A0LEKM) Ergebnisse von vergangener Woche haben Investoren einen Überblick darüber verschafft, wie die Solar-Industrie in den kommenden Jahren aussehen könnte. Und obwohl das Unternehmen seine Prognosen für 2017 noch nicht preisgegeben hat, wissen wir, dass die US-Solarindustrie im laufenden Jahr eine installierte Nennleistung in Höhe von 1,6 GW verzeichnet hat.  Dies entspricht einem Auftragsvolumen von 1,1 Mrd. US-Dollar. Und für das Jahr 2017 sind bisher Aufträge mit einem Volumen von 494 MW eingegangen — ein Wert, der weit unter dem maximalen Leistungsvermögen der Branche von 3,2 GW liegt.

Die Branche der Solar-Stromerzeugung, aus der First Solar den Großteil seiner Einnahmen generiert, wird sicherlich auch in Zukunft großem Druck ausgesetzt sein. Andere Solar-Player wie SunPower (WKN:A1JNM7) und Canadian Solar (WKN:A0LCUY) verfolgen ein etwas anderes Geschäftsmodell.

Die Solar-Branche besteht nicht nur aus Energieversorgungs-Projekten

Hinsichtlich der Ergebnisse von First-Solar beunruhigt die Tatsache, dass die Branche der Solar-Großprojekte, in der Unternehmen im Jahr 2017 in einem schrumpfenden Markt um Marktanteile kämpfen werden, scharf umkämpft scheint. Da sowohl First Solar, als auch SunPower und Canadian Solar große Energieversorgungs-Bauprojekte unterhalten — die in den vergangenen Jahren wichtige Einkommensquellen waren — werden diese Unternehmen in den kommenden Jahren wohl deutliche Umsatzeinbuße hinnehmen müssen.

BILDQUELLE: SUNPOWER.

Canadian Solar wird mit einer schwachen Stromnachfrage zu kämpfen haben und fallende Solar-Panelpreise könnten dem Unternehmen weitere Probleme bereiten. Anfang des Jahres betrug der Solar-Panelpreis 0,55 US-Dollar pro Watt. Bis September fiel der Preis auf 0,40 US-Dollar pro Watt. Dieser Preisabfall wird die Margen weiter schmälern; und da sich die Produkte von Canadian Solar nicht entscheidend von den Erzeugnissen der Konkurrenz abgrenzen, wird das Unternehmen gezwungen sein, seine Preise wie auch der Rest der Branche zu senken. Jedoch kann Canadian Solar seine Produkte im Gegensatz zu First Solar auch an private und gewerbliche Bauträger verkaufen.

Die Nachfrage aus dem gewerblichen und privaten Bausektor könnte SunPower Ende dieses und Anfang nächsten Jahres weiterhelfen. Das Unternehmen vollzieht gerade einen klaren Wandel: Es geht nun dazu über, den Großteil seiner hocheffizienten Solarpanele an kleinere Solar-Projekte zu verkaufen, da bei kleineren Unternehmungen eine höhere Effizienz die Kosten für Installation, Genehmigungen und andere Aufwendungen ausgleichen kann. Bei großen Projekten, bei denen diese Aufwendungen nicht so einen großen Anteil der Gesamtkosten ausmachen, ist Effizienz weniger entscheidend.

Obwohl First Solars Ergebnisse mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf eine schwache Nachfrage für SunPowers Solarversorgungs-Geschäft hindeuten, teilte das Management mit, dass in etwa die Hälfte seiner Nachfrage aus privaten und gewerblichen Bauprojekten stammt. Investoren sollten also bei der Bekanntgabe der Ergebnisse diese Woche bei diesem Thema besonders genau hinhören.

2018 weht ein anderer Wind

Das Verrücke ist, dass die Nachfrage nach Solarstrom extrem schnell steigen und wieder fallen kann. Das nächste Jahr wird schwächer ausfallen — und dies liegt zumindest teilweise an dem Zeitpunkt, zu dem in den USA die Verlängerung der Solar-Steuervergünstigungen beschlossen wurde. Da Unternehmen vor der Verlängerung dieses Steuervergünstigungs-Programms davon ausgingen, dass es auslaufen würde, haben sie dazu tendiert, keine neuen Installationen zu planen. So entstand eine Lücke für das Jahr 2017. Im darauffolgenden Jahr 2018 wird die Nachfrage aber aller Voraussicht nach wieder drastisch ansteigen.

First Solar hat mitgeteilt, dass für 2018 bereits ein Auftragsvolumen von 629 MW eingegangen ist – der Auftragsbestand für 2018 ist also höher als für 2017. Und nun, wo die Ausschreibungen neuer Projekte gerade in die heiße Phase gehen, könnte die Auftragsliste noch weiter anwachsen.

Investoren sollten im Auge behalten, wie Solar-Unternehmen planen, das Jahr 2017 zu überbrücken, bis sie 2018 und in den darauffolgenden Jahren die Früchte ihrer Arbeit ernten können. First Solar kann ein schwächeres Jahr mit seiner starken Bilanz gut überstehen, SunPower wird sich auf den gewerblichen und privaten Bausektor konzentrieren und Canadian Solar wird unter Umständen einfach versuchen, schwächere Akteure aus dem Markt zu drängen.

Aktionäre aller drei Unternehmen werden wohl erst 2018 in den Genuss saftiger Gewinne kommen. Unternehmen, die schwächere Phasen mit einem diversifizierten Geschäftsmodell und einer starken Bilanz überbrücken können, werden die Solar-Branche langfristig dominieren.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 9.11.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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