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Pressemeldung: BANTLEON: Nun also doch – Donald Trump wird US-Präsident
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Pressemeldung BANTLEON: Nun also doch – Donald Trump wird US-Präsident

Nachrichtenquelle: Asset Standard
10.11.2016, 00:00  |  522   |   |   

​Wieder einmal ist das Unfassbare wirklich geworden, resümiert der Anleihemanager BANTLEON die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Ähnlich wie bei der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien habe der Populismus über die (vermeintliche) …

​Wieder einmal ist das Unfassbare wirklich geworden. Ähnlich wie bei der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien hat der Populismus über die (vermeintliche) Vernunft gesiegt: Donald Trump wird am 20. Januar 2017 zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt werden.

Aus gesellschaftspolitischer Sicht ist diese Entscheidung unzweifelhaft eine grosse Zäsur – nicht nur für die USA, sondern für die ganze Welt. Es läuft darauf hinaus, dass Politik immer mehr von wirren Emotionen statt von rationalem Kalkül geleitet wird.

Wie zu erwarten reagierten die Finanzmärkte im ersten Moment panisch. Die Aktienmärkte rund um den Globus gingen auf Tauchstation, je deutlicher sich Trumps Sieg abzeichnete. An einigen Börsen wurde zwischenzeitlich sogar wegen zu grosser Verluste der Handel ausgesetzt. Der US-amerikanische S&P500 brach um bis zu 6% ein, der japanische Nikkei um bis zu 7,5%. Spiegelbildlich legte der T-Note-Future um 1,5% zu und Gold gewann knapp 6%. Unter Druck kam auch der US-Dollar, der gegenüber dem Euro knapp 3% verlor. Spiegelbildlich wertete der Schweizer Franken um knapp 3% auf und auch der japanische Yen profitierte als sicherer Hafen ( 4%).

Ungeachtet der dramatischen Umwälzung in der US-Gesellschaft und der kurzfristigen Finanzmarktreaktionen – was wird sich jetzt wirtschaftspolitisch ändern? Aus Finanzmarktsicht steht vor allem die Handelspolitik im Fokus. Unzweifelhaft hat Trump die Möglichkeit, den Welthandel gehörig durcheinander zu bringen. Hier kann er mittels präsidialem Erlass quasi im Alleingang Massnahmen beschliessen und ist dabei – anders als beispielsweise bei der Steuerpolitik – nicht auf die Zustimmung des Kongresses angewiesen. Setzt er seine Ankündigungen vom Wahlkampf um, gleich am ersten Tag seiner Amtszeit China als Währungsmanipulator zu brandmarken, und verhängt er Zölle auf Einfuhren aus Mexiko und vor allem aus China, könnte das den ohnehin lahmenden Welthandel massiv belasten. Ein globaler Handelskrieg wäre dann nicht mehr auszuschliessen, der das Wirtschaftswachstum weltweit bremsen und sogar in einer Rezession enden könnte.

Erster Leidtragender dieser Entwicklung wären aber die USA selbst. Nicht nur droht dort das Wachstum aufgrund einbrechender Exporte gebremst zu werden. Weitaus grösser könnte der Schaden sein, der durch eine tiefgehende Verunsicherung entsteht, die sich vor allem im Unternehmenssektor im Fall eines neu auflebenden Protektionismus breit machen könnte. Dann würden auch die Investitionen leiden und mit ihnen der Arbeitsmarkt unter Druck kommen – eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale käme in Gang, die im schlimmsten Fall in eine Rezession münden würde.

Diese Gefahr wird jedoch auch der neuen Regierung Trump bewusst sein. Es ist zu hoffen, dass sich daher die besonnenen Stimmen seiner Berater durchsetzen – von denen eine grosse Zahl als Unternehmer selbst vom wirtschaftlichen Abschwung betroffen wäre.

Verunsicherung könnte Unternehmensstimmung belasten

Trotz der Hoffnung, dass sich die wirtschaftspolitische Vernunft durchsetzt, haben die kurzfristigen Perspektiven für die US-Wirtschaft jedoch einen Dämpfer erhalten. Es besteht das Risiko, dass die aktuelle Verunsicherung die Unternehmensstimmung belastet. Die Geschäftsklima- und Einkaufsmanagerumfragen dürften dann zunächst nach unten drehen. Entscheidend wird sein, wie bald von Trump konkrete Aussagen zu hören sind, wie er vor allem bei dem Knackpunkt Handelspolitik verfahren will. Schlimmstenfalls wird das bis nach seiner Amtsübernahme am 20. Januar dauern. Die Phase der Unsicherheit könnte dann mehrere Monate anhalten und damit auf den in diesem Zeitraum zu veröffentlichenden Konjunkturdaten lasten. In diesem Fall wachsen auch die Chancen, dass die US-Notenbank zunächst weiter stillhält und die Leitzinsen nicht anhebt, gegebenenfalls sogar erneut senkt.

Als wahrscheinlicher erachten wir indes, dass Trump seine extremen Wahlkampfpositionen allenfalls mit grossen Abstrichen umsetzt, vor allem bei der umstrittenen Handelspolitik. Stattdessen dürfte er sich auf andere wichtige Themen seiner Kampagne konzentrieren: Steuersenkungen, Infrastrukturausbau, Zuwanderungsbeschränkungen etc. sind im komplett republikanisch dominierten Kongress wenig umstritten und wirken im Zweifelsfall sogar konjunkturstimulierend. Der übergeordnete Ausblick für die US-Wirtschaft ist mithin nach wie vor positiv. Zusammen mit einer andauernden Erholung der Schwellenländer und der Aussicht auf eine Fortsetzung der weltweit ultraexpansiven Geldpolitik bleibt entsprechend das globale Umfeld freundlich, ebenso wie die Perspektiven für die Wirtschaft der Eurozone.

Trumps Präsidentschaft ist kein »Game Changer«

Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer Einschätzung fest, wonach die Präsidentschaft Trump aus wirtschaftlicher Sicht keinen »Game Changer« darstellt. Nach einer Phase erhöhter Volatilität dürften die Aktienmärkte im Umfeld einer andauernden weltwirtschaftlichen Erholung wieder nach oben drehen. Staatsanleihen werden erneut unter Druck kommen – US-Treasuries könnten durch anziehende Inflationsraten zusätzlich belastet werden.

Ungeachtet dieses zuversichtlichen Konjunkturausblicks bleibt aber eines zu hoffen: dass der Vormarsch des Populismus in der grössten Volkswirtschaft der Welt endlich die Politik rund um den Globus wachrüttelt, die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung ernst zu nehmen, für die Verlierer der Globalisierung einzutreten und breiteren Schichten eine Teilhabe am Wohlstand zu ermöglichen.

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