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2 wichtige Dinge, die die Commerzbank besser macht als die Deutsche Bank

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.11.2016, 13:35  |  1754   |   |   
Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Wie wohl jeder Investor kaufe ich Aktien besonders gerne, wenn sie gerade günstig sind. Aktien der Commerzbank (WKN:CBK100) und der Deutschen Bank (WKN:514000) sind verglichen mit dem DAX sogar sehr günstig, wie ein Blick auf die Kursentwicklung und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) zeigt.

Commerzbank Deutsche Bank    DAX
Kursentwicklung (11.2006 – 11.2016)       – 96,3 %       – 84,6 % + 70,1 %
KBV          0,27          0,27     3,3

Quellen: onvista.de / boersengefluester.de / Stand: 01.11.2016

Trotzdem sollte man eine Aktie nicht nur kaufen, weil sie gerade günstig ist. Denn um wirklich eine Chance auf den Turnaround zu haben, braucht es meiner Meinung nach ein paar grundlegende Dinge, die ein Unternehmen mitbringen sollte.

Damit meine ich zum Beispiel die strategische Ausrichtung und die Unternehmenskultur. Warum ich glaube, dass die Commerzbank in diesen zwei elementar wichtigen Punkten besser ist als die Deutsche Bank, erfährst du in den folgenden Zeilen.

Punkt 1: Die Commerzbank hat eine echte Strategie

Um langfristig erfolgreich zu sein, braucht ein Unternehmen eine Strategie, mit der es seine Ziele erreichen kann. Lass uns zunächst einen Blick auf die Strategie der Commerzbank werfen.

Sie fokussiert sich auf das Privat- und Firmenkundengeschäft. Dabei möchte sie ihren Kunden vor allem durch kompetente Beratung einen Mehrwert bieten.

Dass sie sich dabei auf einem guten Weg befindet, zeigen die vielen Testsiege in den letzten Jahren.

 Jahr              Testorganisation                          Titel
2014 Deutsches Institut für Service-Qualität Platz 1 im Teilbereich Bedarfsanalyse
2014 Zeitschrift “Focus Money” Testsieger City-Contest
2014 Zeitschrift “Euro” Beste Filialbank Deutschlands
2015 Zeitschrift “Euro” Beste Filialbank Deutschlands
2015 Zeitschrift “Handelsblatt” Gesamtsieger Geschäftskundenberatung

Quelle: Unternehmensangaben Commerzbank

Schafft es die Commerzbank, ihren Kunden einen Mehrwert durch kompetente Beratung zu bieten, steigert das die Kundenzufriedenheit und damit auch die Kundenbindung. Ein möglicherweise entscheidender Vorteil im Wettbewerb mit anderen Banken.

Die Deutsche Bank hat das, was sie Strategie 2020 nennt, in vier Punkten zusammengefasst.

  1. die Bank einfacher und effizienter machen
  2. Risiken abbauen
  3. Kapitalposition stärken
  4. die Bank disziplinierter führen

Bei allem Respekt, aber ich halte das weder für eine echte Strategie noch für ein klar definiertes Ziel. Bei allen vier Punkten handelt es sich meiner Meinung nach um Selbstverständlichkeiten, die ich bei einer gut geführten Bank voraussetze.

Ich glaube daher, dass die Commerzbank mit ihrer Fokussierung aufs Privat- und Firmenkundengeschäft eine deutlich bessere Strategie verfolgt als die Deutsche Bank.

Punkt 2: Die schlechte Unternehmenskultur der Deutschen Bank

Auch die Unternehmenskultur ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn ist es um diese schlecht bestellt, bringt das gravierende Probleme mit sich.

So könnte übermäßiger Erfolgsdruck, ausgelöst beispielsweise durch überzogene Bonuszahlungen, Angestellte und Führungskräfte dazu animieren, die Grenzen des Erlaubten zu überschreiten, um ihre Ziele zu erreichen.

Ein Phänomen, das nicht selten in den Managementetagen mancher Bank zu beobachten war.

Ein Blick auf die Strafzahlungen unserer beiden Banken zeigt, dass dieses Verhalten bei der Deutschen Bank scheinbar deutlich ausgeprägter war als bei der Commerzbank.

Strafzahlungen Commerzbank

 Jahr                    Grund         Strafzahlung
2015 Sanktionsverstöße und Geldwäsche 1,45 Milliarden US-Dollar
2015 Schwarzgeldgeschäfte 17 Millionen Euro

Quellen: ntv.de / spiegel.de

Die Vorwürfe sind sicherlich keine Kavaliersdelikte, verglichen mit der Deutschen Bank ist die Commerzbank allerdings beinahe eine Wohltätigkeitsorganisation.

Strafzahlungen Deutsche Bank

 Jahr                             Grund     Strafzahlung
2012 Betrug bei Hypothekenfinanzierung 202 Millionen Dollar
2015 Beihilfe zur Steuerhinterziehung 31 Millionen Dollar
2015 Manipulation des Libor (Europäische Union) 725 Millionen Euro
2015 Manipulation des Libor (USA und GB) 2,5 Milliarden Euro
2016 Geschäfte mit faulen Hypothekenpapieren 5,4 Milliarden Dollar

Quellen: zeit.de / handelsblatt.com

Beide Auflistungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber die schwerwiegendsten Vergehen sind enthalten. Die Summen der Strafzahlungen zeigen: Mit über 8,5 Milliarden US-Dollar liegt die Deutsche Bank weit vor der Commerzbank mit knapp 1,5 Milliarden US-Dollar.

Die Häufigkeit und die Schwere der Vergehen der Deutschen Bank deuten darauf hin, dass im Unternehmen eine schlechte Unternehmenskultur herrscht. Denn solche Handlungen finden nicht selten ihren Ursprung in überzogenen Bonuszahlungen, Druck durch Vorgesetzte oder einer reinen Konzentration auf finanzielle Ergebnisse.

Bei der Commerzbank hingegen scheint aufgrund der deutlich geringeren Strafzahlungen eine bessere Unternehmenskultur zu herrschen. Deshalb scheint auch die Gefahr für zukünftige Skandale bei ihr geringer zu sein als bei der Deutschen Bank.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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