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Aktienfonds Emerging-Markets Weckruf aus Washington

14.11.2016, 15:39  |  963   |   |   

2016 hätte der Wendepunkt der Assetklasse Schwellenländer sein können. Doch dann kam Donald Trump und mit ihm wachsende politische Unsicherheit.

Es hätte so schön sein können: „Nach einem starken Einbruch im Januar profitierten Schwellenländer von einem günstigeren Wirtschaftsklima und verzeichneten nach dem Rekordtief im Januar eine deutliche Erholung“, schrieben die Analysten von Carmignac Ende Oktober. „Grund hierfür waren gestiegene Rohstoffpreise, ein schwächerer US-Dollar, ein expansiverer Kurs der Fed und ein allgemein verbessertes wirtschaftliches Umfeld in China.“ Auch das Multi-Manager-Team von Schroders war im Oktober noch zuversichtlich: „Schwellenländeraktien werden gegenüber Industrieländern mit einem deutlichen Abschlag gehandelt, nachdem sie in den letzten Jahren auf Basis der Fundamentaldaten berechtigterweise eine Underperformance verzeichneten. Inzwischen sind sie günstiger, weisen bessere Fundamentaldaten auf und es wird zu wenig in sie investiert. Somit stellen sie eine interessante Anlageklasse für uns dar.“ Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Strategist bei NN Investment Partners, hatte zwar einige Einschränkungen: „Das wiedererwachte Interesse der internationalen Investoren beruht zumeist weniger auf eigener Stärke der Schwellenländer, sondern vor allem auf der lockeren Geldpolitik und sinkenden Zinsen in den Schwellenländern selbst.“ Dennoch rechnete auch er mit guten Gelegenheiten: „Nach sechs Jahren stetigen Abschwungs dürften davon insbesondere die dortigen Aktienmärkte profitieren.“ Und die Zahlen geben den Experten bisher Recht: Per 31. Oktober landet die Kategorie Aktienfonds Emerging Markets mit einem Zuwachs von 11,1 Prozent auf Platz zwölf von 123. 2015 erzielte die Peergroup dagegen nur ein leichtes Plus von 0,9 Prozent. Fonds wie der PIMCO GIS RAE Fundamental (ISIN: IE00BDS00574) erzielen im laufenden Jahr bisher ein Plus von 31,7 Prozent. 2015 stand der Fonds noch mit 17,8 Prozent im Minus. Auch Fonds wie der Magna New Frontiers (ISIN: IE00B68FF474) können überzeugen: Er glänzt nicht nur mit der FondsNote 1, welche das Rendite-Risiko-Verhältnis über vier Jahre misst. Im laufenden Jahr können sich Anleger zudem über einen Zuwachs von 20,1 Prozent freuen. 136 Millionen Euro sind derzeit in den Fonds investiert.

Donald Trump könnte die Karten neu mischen

Nun ist Donald Trump zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden. Und das ändert einiges. Denn kaum eine Region scheint so abhängig von den USA wie die benachbarten Schwellenländer: „Wenn Trump alle seine Vorschläge aus dem Wahlkampf umsetzen sollte und tatsächlich alle illegalen Einwanderer ausweisen lässt, fallen die Überweisungen dieser Einwanderer in ihre Herkunftsländer weg – mit starken Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft“, schreibt Claudia Calich, Managerin des M&G Emerging Markets Bond Fund. „Nach unseren Schätzungen stehen diese Überweisungen in machen zentralamerikanischen Staaten für einen beachtlichen Teil des BIP, etwa in Guatemala für 5,6 Prozent, in El Salvador für 8 Prozent und in Honduras für 13,2 Prozent.“  Auch der Assetmanager Henderson rät zur Vorsicht: „Das Schlüsselrisiko ist das Thema Protektionismus.“ Furcht vor Handelskriegen könnte das globale Risikoverhalten beeinflussen und den Aufschwung der Schwellenländer stoppen. „Es ist tatsächlich denkbar, dass Trumps Sieg die Erholung der Schwellenländer in diesem Jahr komplett vernichtet.“ Dieser Auffassung sind nun auch die Experten von NN Investment Partners: „Für die Schwellenländer könnte sich die Situation – ausgehend von Trumps protektionistischer Rhetorik – ungünstig entwickeln. Derzeit ist noch nicht klar, welche Auswirkungen Trumps Politik auf die US-Handelsbeziehungen zu Schwellenländern haben wird. Die Finanzmärkte dürften jedoch einen höheren Grad an Unsicherheit und steigende Risiken für den Handel mit den Schwellenländern einpreisen.“ Dies könnte dazu führen, dass die Kapitalflüsse in die Schwellenländer sinken und die finanziellen Bedingungen restriktiver werden. „Für Anleger in Schwellenländer-Vermögenswerten dürfte dies in den kommenden Monaten die Hauptsorge sein.“ 

Aktienfonds Emerging-Marktes: US-Wahl bedroht Erholung 2016 

Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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