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Die Investoren von Bombardier sind nach einem soliden Quartal zuversichtlich

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.11.2016, 16:00  |  732   |   |   
Foto: Bombardier

In all dem Chaos um den überraschenden Wahlsieg von Donald Trump hat Bombardier (WKN:866671) am Donnerstag seinen Quartalsbericht vorgelegt.

Ergebnisse waren viel besser als erwartet. Das Unternehmen verloren nur 0,04 CAD pro Aktie, aber auf bereinigter Basis war das fast Kostendeckung. Die Analysten hatten dagegen einen Verlust von 0,03 CAD pro Aktie erwartet. Die Umsätze waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10% gesunken, aber das war zu erwarten gewesen.

Was die Investoren aber wirklich überrascht hat, war der positive Ausblick des Unternehmens. Bombardier sagte, dass die Gewinne vor Zinsen und Steuern zwischen 350 und 400 Millionen US-Dollar liegen würden. Das markiert den oberen Bereich des zuvor gegebenen Ausblicks, der zwischen 200 und 400 Millionen US-Dollar lag.

Der Ausblick beim Umsatz war jedoch nicht so robust. Der Umsatz hätte bei etwa 16,5 Milliarden US-Dollar liegen sollen, was  das untere Ende des Vorjahresausblicks markiert

Obwohl das Unternehmen das Produktionsziel der CSeries von 15 auf 7 gesenkt hat, bleibt das Unternehmen auf Kurs, um den Produktionsausblick für 2017, was 30 bis 35 Jets entspricht, zu erreichen. Grund für die Herabstufung für das laufende Jahr waren Lieferengpässe vom Motorenlieferanten.

Kurz gesagt war es ein solides Quartal und ein guter Ausblick von einem Unternehmen, das verzweifelt gute Nachrichten braucht. Das machte die Investoren glücklich, die die Aktie in ihrer Dankbarkeit um fast 10 % nach oben boten.

Das große Ganze

Bombardier hat zum Bau der CSeries jede Menge Schulden aufgenommen. Das Unternehmen steht aktuell mit 9 Milliarden US-Dollar in der Kreide – das ist extrem viel für ein Unternehmen, das erwartet dieses Jahr vor Zinsen und Steuern nur 400 Millionen CAD zu verdienen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass das Unternehmen erst vor Kurzem von der Regierung Quebec ein Rettungspaket in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar erhalten hat.

Die gute Nachricht ist, dass die Tage des Geld verbrennens für Bombardier vorüber scheinen. Das Unternehmen hat das zweite Quartal mit 3,81 Milliarden US-Dollar auf der Bank beendet. Nach dem dritten Quartal waren davon noch 3,77 Milliarden übrig. Im selben Zeitraum wurden auch Schulden von 9 Milliarden auf 8,96 Milliarden CAD abgebaut.

Das wollen die Investoren sehen, selbst wenn es nur kleine Schritte nach vorne sind.

Es zeichnet sich für 2017 sogar die Möglichkeit ab, etwas freien Cashflow zu generieren. Das Unternehmen hat ein ehrgeiziges Kostensenkungsprogramm, das 15.000 Arbeitsplätze streichen und zwischen 500 und 600 Millionen US-Dollar jährlich sparen wird, schon zur Hälfte umgesetzt. Bombardier hat bestenfalls kleine Margen, daher wird dem Unternehmen jede Einsparung deutlich helfen.

Kurz gesagt hat Bombardier den Investoren versprochen, man würde das Ruder herumreißen. Es sieht so aus, als würde der Plan funktionieren.

Ein Wort der Warnung

Es gibt jede Menge Gründe, bei Bombardier bullisch zu sein, aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Das Unternehmen hat noch einen langen Weg vor sich. Die ersten Rückmeldungen der Kunden in Bezug auf die CSeries sind gut. Bombardier muss aber die Produktion noch deutlich erhöhen, um mit seinen größeren Konkurrenten mithalten zu können. 30 bis 35 Jets pro Jahr wird die großen Kunden nicht vom Hocker hauen.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Sparte Business-Jets und die Zugsparte gerade Schwierigkeiten haben. Darunter ein Problem mit Metrolinx, der Transportbehörde der Provinz Ontario. Diese hat schon angegeben, den Vertrag im Wert von 700 Millionen CAD aufkündigen zu wollen.

Die Schulden bleiben auch ein riesiges Problem. Das Unternehmen muss seine Schulden abbezahlen und seine Kreditwürdigkeit verbessern. Wenn das Unternehmen seine Zinsen auf nur 1 % senken könnte, dann wären das jährliche Ersparnisse von fast 100 Millionen CAD. Wenn die Schulden jedoch weiterhin so hoch bleiben, dann riskiert das Unternehmen den eigenen Bankrott.

Unterm Strich

Die Investoren sollten von den aktuellen Ergebnissen von Bombardier ermutigt werden. Die Tage des Geld verbrennens sind vorbei, der Ausblick war gut und die Kostensenkungen schreiten voran. Aber wir müssen weiterhin vorsichtig sein, das Unternehmen ist auf dem richtigen Weg, aber es ist noch nicht über den Berg.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Nelson Smith auf Englisch verfasst und wurde am 11.11.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Bombardier (B)


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