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Schlechte Nachrichten! Wir haben ein IOT-Problem

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.11.2016, 14:55  |  453   |   |   
Foto: Pixabay, skeeze

Das Internet der Dinge (IoT), das Wearables, Geräte für das smarte Zuhause und andere Geräte mit dem Internet verbindet, wurde von vieler Seite als der nächste große Wachstumsmarkt bezeichnet. Intel (WKN:855681) behauptet, die Zahl der verbundenen Geräte würde von 15 Milliarden im Jahr 2015 auf 200 Milliarden im Jahr 2020 ansteigen. Das wären unglaubliche 26 smarte Objekte für jeden Menschen auf diesem Planeten.

BILDQUELLE: GETTY IMAGES

Solche bullischen Vorhersagen haben dazu geführt, dass sich jeder ein Stück am IoT-Markt sichern wollte. Die Unternehmen haben oft verbundene Objekte auf den Markt gebracht, bevor überhaupt die Fragen bezüglich der Sicherheit und der Privatsphäre geklärt waren. Diese Kurzsichtigkeit wurde brutal offensichtlich, als es eine Reihe von Cyberattacken gab, bei denen ungesicherte IoT-Geräte benutzt wurden, um größere Webseiten wie Twitter, Shopify und Spotify außer Gefecht zu setzen. Wenn diese Attacken schlimmer werden, dann könnte der Trauma vom verbundenen Internet auf einmal wie eine ziemlich schlechte Idee aussehen.

Aufstand der Roboter

Eine der am häufigsten benutzten Möglichkeiten, um eine Webseite offline zu bekommen, ist eine DDOS (Distributed Denial of Service)-Attacke. Bei einem solchen Cyberangriffe werden sehr viele Geräte mit einer Malware infiziert, die kontinuierlich Traffic auf eine bestimmte Seite leiten und sie damit überlasten und offline bringen. In der Vergangenheit waren diese infizierten Geräte genannt “Botnets” meist mehrere Computer.

Da sich die Sicherheit von traditionellen PCs inzwischen deutlich verbessert hat, verbreiten sich Botnets auf verbundene Geräte wie Smartphones und Tablets aus. Aber jetzt, da sich auch die Sicherheit bei diesen Geräten verbessert, haben Hacker angefangen IoT-Geräte anzugreifen. Viele Sicherheits-Experten haben schon gewarnt, dass viele IoT-Geräte ganz leicht gehackt werden können, was schon seit Jahren auf normalen PCs nicht mehr geht. Trotzdem versuchen viele Unternehmen mit dem Wachstum im IoT-Markt Gewinne zu erzielen und haben daher jede Menge verbundene Geräte auf den Markt gebracht ohne an deren Unsicherheit zu denken.

Das hat für die Botnets die perfekte Möglichkeit geschaffen, um diese anzugreifen. Der Mirai Botnet, der vornehmlich ferngesteuerte Kameras und Router zuhause angreift, war kürzlich bei mehreren größeren DDOS-Angriffen auf die Webseite des Cybersicherheitsjournalisten Brian Kreb involviert. Das französische Unternehmen OVH und der Internetdienst DYN und die gesamte Infrastruktur von Liberian waren auch betroffen. Um die Sache noch schlimmer zu machen, wurde der Quellcode für Mirai vor kurzem online veröffentlicht. Das garantiert noch weitere fortgeschrittenere Mirai-Attacken in Zukunft.

Löst sich der Traum vom smarten Zuhause jetzt in Luft auf?

Die Sicherheitsprobleme des IoT könnten den großen Tech-Unternehmen schaden, die versuchen smarte Ökosysteme für das eigene Zuhause zu schaffen. Große Unternehmen wie Alphabet (WKN: A14Y6H), Samsung (WKN:888322), Amazon (WKN:906866) und Facebook (WKN:A1WXVZ) sind davon betroffen.

Die Produkte Nest, Home und Cast von Google schaffen ein smartes Ökosystem für zuhause, das die Temperatur steuert, Fragen beantwortet, Befehle entgegennimmt und Musik und Videos auf verschiedenen Bildschirmen und Audiogeräten im ganzen Haus überträgt. Das Ökosystem Smarthings von Samsung verbindet mehrere Geräte miteinander und über die eigene mobile App.

Homekit von Apple bezieht Drittanbieter mit ein, während Amazon dasselbe mit seinen Echo-Lautsprechern macht. Facebook ist noch nicht formell in diesen Markt eingetreten, aber das Unternehmen hat bereits eine Plattform mit künstlicher Intelligenz für das eigene Zuhause geschaffen, womit Lichter und Thermostate verbunden werden können.

Google Home Bildquelle Google

Diese Unternehmen möchten Ihre Internetpräsenz in das Zuhause der Nutzer ausweiten, um die Abhängigkeit derer von deren Hardware, Software und Diensten sicherzustellen. Aber wenn es mit den Cyberattacken so weiter geht und weiterhin große Webseiten offline gehen und weltweit für Schlagzeilen sorgen, dann werden sich die Kunden das zweimal überlegen, bevor sie alle ihre “dummen Geräte” gegen “smarte Geräte” austauschen.

Wer wird das IoT beschützen?

Die eben genannten Cyberattacken klingen fies, aber es gibt auch Unternehmen, die Gegenmaßnahmen entwickeln genau wie zuvor schon bei PCs und mobilen Geräten. Unternehmen an vorderster Front sind zum Beispiel das Netzwerkunternehmen Cisco, das Cyber-Sicherheitsunternehmen Symantec und die Hersteller der Firewall der nächsten Generation Palo Alto Networks und Check Point Software. Unternehmen wie FireEye haben ihre Software auch verbessert, um diese IoT-basierten Attacken zu erkennen.

Es gibt auch noch andere neuartige Sicherheitsmaßnahmen bei Echtzeitbetriebssystemen, die mit IoT-Chips funktionieren. ARM Holdings, was gerade erst von Softbank übernommen wurde, hat sein Angebot in diesem Bereich durch die Übernahme der Sicherheitsfirmen OffSpark und Sansa Security wie auch durch eine Partnerschaft mit IBM verbessert. Die Chips von Intel sind von Intel Security geschützt, was inzwischen ausgegliedert und an TPG verkauft wurde.

Wie geht’s jetzt weiter?

Diese Bemühungen zeigen eindeutig an, dass hier Fortschritte gemacht werden, aber der IoT-Markt kann schwer zu sichern sein, da es so extrem viele verschiedene Geräte auf dem Markt gibt. Diese Fragmentierung von Hardware und Software macht es den Hackern leicht, Schwachstellen auszunutzen und schwerer für die Sicherheitsunternehmen, sich gegen diese Attacken zu schützen. Wenn das weiterhin passiert, dann könnte es mit der bullischen Stimmung im IoT-Markt schon bald zu Ende sein. Cyber-Sicherheitsunternehmen würden aber von einer höheren Nachfrage deutlich profitieren.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A undC), Amazon.com, Apple, Check Point Software Technologies, Facebook, FireEye, Shopify und Twitter.The Motley Fool empfiehlt Cisco Systems, Intel und Palo Alto Networks. Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 12.11.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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