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Erste Warnsignale sind da Jim Rickards prophezeit: „„Helikoptergeld“-Präsident Trump wird die Inflation anheizen“

15.11.2016, 17:29  |  2487   |   |   

Der Aktienmarkt ist trotz der völlig überraschenden Wahl von Donald Trump in Partylaune. Der US-Finanzprofi Jim Rickards erwartet, dass die Begeisterung nur von kurzer Dauer sein wird. Hingegen ist er der Überzeugung, dass Trumps Politik für steigende Goldpreise sorgen wird.

Der S&P500 nimmt das Rekordhoch ins Visier: Für Zuversicht bei Investoren sorgt die Aussicht, dass der designierte US-Präsident Donald Trump ein billionenschweres Konjunkturprogramm auflegen wird, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. Das würde die Inflation anheizen. Beide Effekte beflügeln den Aktienmarkt, verbessern sich doch die Gewinnperspektiven der US-Unternehmen deutlich. Der US-Finanzprofi Jim Rickards befürchtet, dass die Inflation tatsächlich deutlich in Fahrt kommen könnte.

„Wir sind an dem Punkt angekommen, an dem die Inflation in Schwung kommen könnte. Das ist gefährlich, weil sich der Trend selbst verstärken könnte. Wenn die Inflation erst einmal startet, gehen die Leute davon aus, dass sie weiter steigt. Sie verändern ihr Verhalten, machen mehr Schulden und kaufen mehr“, schrieb Rickards.

Rickards hat 35 Jahre lang an der Wall Street gearbeitet und ist der Autor von Bestsellern, wie „Currency Wars: The Making of the Next Global Crisis“ (Währungskriege: das Enstehen der nächsten weltweiten Krise), veröffentlicht 2011, „The Death of Money: The Coming Collapse of the International Monetary System“ (Der Tod des Geldes: Der bevorstehende Kollaps des internationalen Geldsystems), veröffentlicht 2014, und „The New Case for Gold (Ein neues Plädoyer für Gold) von 2016.

Durch die verstärkte Wirtschaftsaktivität beschleunige sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, wodurch die Inflation angeheizt werde. „Wir haben zwar noch keine galoppierende Inflation, wie in den 1970er-Jahren, aber es gibt bereits etliche Warnsignale. Diesen Trend werde ich genau im Auge behalten.“

Helikoptergeld kommt

Nachdem die Fed es trotz des Druckens von Billionen von Dollar nicht geschafft hat, die Wirtschaft deutlich anzukurbeln wird nun die Regierung die Aufgabe übernehmen. Der Harvard-Professor Larry Summers fordert, dass die Fed ihre Unabhängigkeit aufgeben solle, um der Regierung stärker unter die Arme greifen zu können – sprich noch viel mehr Geld zu drucken.

Summers war von 1991 bis 1993 Chefökonom der Weltbank. Der Experte war zudem von 1995 bis 1999 Stellvertretender US-Finanzminister unter Robert Rubin und von 1999 bis 2001 Finanzminister im Kabinett von Bill Clinton. 2009 und 2010 war Sammers dann Nationaler Wirtschaftsberater des Präsidenten Barack Obama.

„Summers wünscht sich, dass die Fed enger mit dem Kongress und dem Weißen Haus zusammen arbeitet, um „Helikopter“-Geld einzuführen. Helikoptergeld entsteht, wenn die Regierungen große Haushaltsdefizite verursachen und die Notenbanken das Geld drucken, um die Defizite zu finanzieren“, sagte Rickards. „Die Notenbanken haben seit 2008 Geld gedruckt. Das Problem ist, dass die Banken das Geld nicht verliehen haben und die Leute es nicht ausgegeben haben. Helikoptergeld schaltet (aber) den Mittelsmann aus. Die Regierungen leihen sich das Geld und geben es aus, ohne das Zutun der Banken. Die Notenbanken übernehmen die Rechnung.“

Steigende Inflation spricht für Gold

„Für normale Investoren bedeuten die aktuellen Trends vor allem eines – höhere Inflation, eher früher als später. Es ist Zeit, Geld in reale Vermögenswerte umzuschichten, wenn Sie es nicht schon längst getan haben, ehe der Summers-Plan tatsächlich umgesetzt wird.

Niemand muss ein Opfer des Summers-Plan werden. Man muss ihn nur kommen sehen. Man erhält sein Vermögen, indem man gewissen Entwicklungen aus dem Weg geh. Man erhöht sein Vermögen, indem man andere Entwicklungen vorwegnimmt…

Viele der kurzfristigen Trends sind das genaue Gegenteil langwirkender Kräfte. Aktien könnten zwar kurzfristig gut laufen, weil die Notenbanken ihre lockere Geldpolitik beibehalten. Wenn die Inflation aber erst einmal abhebt, ist das ein verheerendes Umfeld für Aktien, weil die Inflation die Kapitalbildung und neue Investitionen belastet“, so Rickards. Auch Bargeld könne kurzfristig ein guter Vermögenswert sein.

„Langfristig wird Bargeld aber eine schlechte Wahl sein, weil es am meisten unter Inflation leidet… Anleihen sind kurzfristig ein gutes Investment (wegen Deflationsangst),  aber langfristig eine schlechte Wette, (denn Inflation ist nur eine Frage der Zeit).“

Deflation bedeutet, dass die Verbraucherpreise sinken. In diesem Fall kann man mehr mit dem Geld einkaufen, sprich die Kaufkraft steigt. „Gold ist das ultimative Ganz-Jahres-Investment. Gold läuft gut, sowohl bei Inflation, als auch bei Deflation (weil die Regierung selbst den Preis nach oben treiben wird).

Das Problem mit Gold ist aber, dass es möglicherweise nicht verfügbar sein wird, wenn man es am meisten haben möchte. Das könnte an dem Angebot und der Nachfrage liegen, oder weil Regierungen versuchen könnten, die Verkäufe zu begrenzen, oder ein schwankendes Angebot aufkaufen, um die eigenen Reserven aufzustocken. Die Zeit, um sich physisches Gold zu besorgen, ist jetzt.“

Wertpapier: S&P 500, Gold


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