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Commerzbank-Aktie: 29 % Rally in einem Monat – hier sind die Gründe

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.11.2016, 10:27  |  3372   |   |   
Foto: Pixabay

Die Aktie der Commerzbank (WKN: CBK100) hat im letzten Monat einen Kurssprung hingelegt, wie man ihn von Großbanken kaum kennt. Nachdem der Pessimismus nachgelassen hat, ging es fast um ein Drittel nach oben.

Die Erwartungen an Trumps Wirtschaftspolitik haben geholfen, aber das ist nicht der einzige Grund, denn die Rally hatte schon vorher begonnen.

Der angestaute Pessimismus um die Commerzbank beginnt sich aufzulösen

Wer den riesigen Kursprung der Commerzbank verstehen will, muss natürlich erst einmal berücksichtigen, dass die Aktie tief gefallen ist. Generell schwanken Aktien von etablierten Großunternehmen eigentlich nicht so stark, aber die Commerzbank hat zwischen dem Höchstkurs aus dem Jahr 2014 und dem kürzlichen Tief fast zwei Drittel an Wert verloren.

Das heißt was wir derzeit an der Börse sehen ist eine eindeutige Erleichterungs-Rally. Seit Mitte Oktober hat sich der lange Abwärtstrend umgekehrt und zwischen dem 13. Oktober und dem 14. November ging es 29 % nach oben. Der DAX hat sich in der gleichen Zeit kaum vom Fleck bewegt. Wieso aber kommt der Kursprung gerade jetzt? Das hat vor allem zwei Gründe und Anleger, die jetzt einsteigen, sollten sich gut überlegen, was die Veränderungen wirklich für die Zukunft der Bank bedeuten.

Grund 1: glaubhafte Reformbemühungen

Da die Erholung der Commerzbank-Aktie schon lange vor der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse und der Wahl des amerikanischen Präsidenten eingesetzt hat, müssen Anleger schon vorher einen Grund gehabt haben zuzugreifen.

Einer der Hauptgründe ist, dass nach einer Menge Schreckensmeldungen erste Reformbemühungen sichtbar werden, welche die Commerzbank wieder auf einen Erfolgskurs bringen könnten. Dem Investmentbanking soll eine kleinere Rolle zukommen und die Bank scheint sich mit Erfolg um Privatkunden zu bemühen. Die Strategie, den Fokus auf klassische Bankendienstleistungen zu legen, gefällt den Anlegern, vor allem da das Investmentbanking den deutschen Großbanken in letzter Zeit deutlich mehr Probleme als Erfolge eingebracht hat.

Ebenso reagiert die Commerzbank auf das schwierige Umfeld mit einer umfangreichen Reduktion seiner Kostenstrukturen. Es sollen fast 10.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, was einem Viertel der Belegschaft entspricht. Außerdem wird damit gerechnet, dass die neuen Organisationsstrukturen mehr Effizienz und niedrigere Kosten mit sich bringen werden.

Grund 2: Trump gefällt den Bankaktionären

Es ist nicht ganz einfach, genau zu sagen, wieso der Wahlausgang zugunsten von Trump zu einer weltweiten Rally der Bankaktien geführt hat. Einige Experten hatten damit gerechnet, dass ein Wahlsieg Trumps zu fallenden Kursen und Chaos an den Finanzmärkten führen würde.

Bisher ist aber das Gegenteil passiert und die Aktienmärkte haben in erster Linie positiv reagiert. Vor allem Bankaktien und damit auch die der Commerzbank sind durch die Decke geschossen. Die meisten führen das darauf zurück, dass Trump eine Wirtschaftspolitik anstrebt, die zu mehr Inflation und somit zu höheren Zinsen führen könnte. Mit höheren Zinsen könnten Banken endlich wieder mehr Geld mit ihren Einlagen verdienen und somit wäre die derzeit wahrscheinlich größte Hürde für höhere Gewinne aus dem Weg geräumt. Bevor Anleger sich aber in Sicherheit wiegen, sollten sie auch selbst reflektieren, was der gestiegene Kurs wirklich bedeutet.

Fazit: Echte Veränderungen stehen noch aus

Man kann zumindest aus der Kursrally lernen, dass Aktienmärkte zukünftige Entwicklungen immer schon bis zu einem gewissen Grad vorwegnehmen. Bisher zeigen weder die erst kürzlich begonnenen Reformen der Commerzbank ihre Wirkung, noch sind die Leitzinsen von den Zentralbanken angehoben worden.

Anleger sollten sich vielmehr überlegen, ob sie der Ansicht sind, dass die Commerzbank ein Unternehmen ist, das in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Mehrwert für seine Kunden und seine Aktionäre schaffen kann. Alles andere wird rückblickend nur eine Fußnote sein.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Commerzbank


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