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Eine Ansage "ohne Hintertüren" Nie wieder fossile Brennstoffe: 45 Länder setzen bald nur noch auf Ökostrom

18.11.2016, 11:16  |  2214   |   |   

Es ist beschlossene Sache. Auf der 22. UN-Klimakonferenz in Marrakesch haben sich insgesamt 45 Teilnmehmerländer darauf geeinigt, ihre Energieversorgung bis 2020 komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Vor allem ärmeren Ländern kommt das zugute.

Es sei eine "sehr starke Botschaft" sagte Wael Hmaidan von der Umweltorganisation Climate Action Network. Der "Kipppunkt einer Energierevolution", meinte Jessy Tolkan vom Umweltnetzwerk Purpose Climate Lab. Eine "Ansage ohne Hintertüren", kommentierte die Klimaexpertin von "Brot für die Welt", Sabine Minninger. 

Man kann es nennen, wie man will - der Beschluss, der am heutigen Tag auf der 22. UN-Klimakonferenz im Marrokko gefasst wurde, ist jedenfalls äußerst ehrgeizig und schon längst überfällig gewesen. Wie der "Spiegel" berichtet, wollen insgesamt 45 Staaten bis zum Jahr 2020 ihre Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Erklärtes Ziel sei es, die Erderwärmung bei 1,5 Grad über dem Niveau vom 19. Jahrhundert zu stoppen. 

Das sogenannte "Climate Vulnarable Forum" hatte sich schon seit Jahren dafür eingesetzt, dass die Weltgemeinschaft endlich auf Kohle, Öl und Gas verzichten würde. Der Organisation gehören hauptsächlich ärmere Länder aus Afrika, Asien, der Karibik und der Südsee an, die sich durch die Auswirkungen des Klimawandels - wie den Anstieg des Meeresspiegels, Dürren und Stürme - besonders bedroht fühlen.

Hilfszahlungen werden aufgestockt

Im Rahmen des heute besiegelten Paktes gehen die 43 CVF-Staaten sowie zwei Partnerländer nun mit guten Beispiel voran. Geld dafür erhalten sie von den Industrienationen, pro Jahr sollen 100 Milliarden Dollar an Entwicklungshilfe in den Topf für die Energiewende fließen. Zusätzlich werden westliche Firmen die dafür benötigte Technologie bereitstellen. 

Deutschland hat seinerseits die Klimahilfen um 50 Millionen Euro aufgestockt, ab 2020 werden dann insgesamt vier Milliarden Euro im Jahr zur Verfügung gestellt. Lobende Worte gab es von Jan Kowalzig von der Hilfsorganisation Oxfam: "Es ist gute Tradition, dass Deutschland zur jährlichen Klimakonferenz frisches Geld in den wichtigen Anpassungsfonds einzahlt", sagte er. 

Haltung der USA dank Trump noch unklar

Was aus einem der wichtigsten Geldgeber, Amerika, wird, steht jedoch noch in den Sternen. Der neue Präsident hatte in seinem Wahlkampf mehrmals zu verstehen gegeben, dass er den Klimawandel für einen Schwindel hält, den Pariser Klimavertrag wolle er daher aufkündigen und entsprechende Zahlungen einstellen.

Noch aber hat die demokratische Regierung um Obama die Zügel in der Hand. Als letztes kraftvolles Signal präsentierte sie die ambitionierten Klimaziele der USA bis zur Mitte des Jahrhunderts. Diese sehen eine Reduktion der Treibhausgasemissionen auf ein Fünftel vor. Noch im Dezember soll die "Dekarbonisierungsstrategie" beschlossen werden. Mit Trumps Einzug ins Weiße Haus könnte das aber bald schon Makulatur werden. 

 



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Kommentare

Es ist gute Tradition, dass Deutschland zur jährlichen Klimakonferenz frisches Geld in den wichtigen Anpassungsfonds einzahlt... Joo, Soli verlängern, Steuern erhöhen, Rente ab 75, aber Deutschland gefällt sich super darin die Welt zu retten und als die moralische Ueber-Instanz aufzutreten. Das darf dann auch gerne was kosten.
45 Länder setzen bald nur noch auf Ökostrom!Diese Bild-ZDF-Kleber-meldung beeindruckt keinen mit Verstand.Wenn Samoa,Fidschi,Vanuatu etc.auf fossile Brennstoffe verzichten,ist das nur konsequent.Zusammen mit Island,Aklaska,San Marino,Liechtenstein,Monaco,Gibraltar,usw.bekommt man so schon einige "Staaten"zusammen.Schaun mer mal ob Grönland dann wieder vereist oder seinem Namen Grünland anheimfällt!

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