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Die 5 günstigsten DAX-Aktien: Lufthansa, Daimler und andere Sorgenkinder

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.11.2016, 12:26  |  957   |   |   
Foto: The Motley Fool.

Wer gute Renditen will, muss sich immer fragen, ob er weniger für ein Unternehmen bezahlt, als es wirklich wert ist. Nur so kann man langfristig den Markt schlagen.

Viele betrachten dabei das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), um Hinweise darauf zu finden, ob die Aktie eines Unternehmens im Vergleich zu ihren Gewinnen niedrig bewertet ist. Wer die Gewinne des letzten Geschäftsjahres mit den Aktienkursen am 16. November vergleicht, findet im DAX fünf Kandidaten für Schnäppchenjäger. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn nur mit dem richtigen Kontext taugt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auch etwas.

Lufthansa – KGV: 3,9

Der Markt scheint derzeit von der Lufthansa (WKN: 823212) zu erwarten, dass sie nie einen Weg aus der mangelnden Profitabilität finden kann. Das hat auch seine Gründe, schließlich ist die Luftfahrtbranche durch unglaublich hohe Konkurrenz gekennzeichnet und auf jede Möglichkeit, Gewinne zu erwirtschaften, stürzen sich meistens so viele Wettbewerber, dass am Ende nur noch niedrige Preise für die Kunden übrig bleiben, aber nichts für die Aktionäre.

Das unglaublich niedrige KGV ist auch dadurch zu erklären, dass der Gewinn im letzten Geschäftsjahr 31-mal höher war als im Jahr davor. Würde man das KGV mit anderen Jahren vergleichen, wäre es das höchste im DAX. Trotzdem lässt ein so niedriges KGV natürlich viel Luft nach oben. Wenn die Lufthansa auch nur ansatzweise an ihre Zahlen aus dem letzten Geschäftsjahr anschließen kann, dürften Anleger die Aktie irgendwann mit einer deutlich höheren Bewertung belohnen.

Daimler – KGV: 9,6

Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen. Immer strengere Umweltauflagen, harte Konkurrenz, autonomes Fahren und die Elektrorevolution. Alle diese Veränderungen werden entweder zu höherem Investitionsbedarf oder Preisdruck führen.

Der Aktienmarkt hat einige der Probleme anscheinend schon eingepreist, denn obwohl Daimler (WKN: 710000) noch immer profitabel wachsen kann, impliziert der Aktienkurs bereits Stagnation. Wenn so etwas passiert, ist es ein interessanter Zeitpunkt, als Anleger darauf zu setzen, dass der derzeitige Pessimismus übertrieben ist. Zu aktuellen Preisen bekommt man Daimlers zukünftiges Wachstum quasi umsonst. Natürlich hat die Börse aber auch oftmals recht zukünftige Probleme schon einzupreisen.

Münchener Rück – KGV: 9,9

Versicherungsunternehmen sind derzeit ein weiteres Sorgenkind der Finanzmärkte. Hier weht der gesamten Branche der Wind der niedrigen Zinsen entgegen und das nagt am Geschäftsmodell, mit Versicherungseinlagen Geld zu verdienen.

Deswegen werden auch historisch sehr gut geführte Unternehmen wie die Münchener Rück (WKN: 843002) mit einem Abschlag zum gesamten Aktienmarkt gehandelt. Anleger können sich jetzt überlegen, ob sie bessere Zeiten für Rückversicherer erwarten. In der Zwischenzeit werden sie zumindest mit einer satten Dividendenrendite belohnt, die sich zu derzeitigen Kursen an die 5 % annähern dürfte.

RWE – KGV: 6,4 und E.ON – KGV: 9,6

Versorger werden generell mit einem unterdurchschnittlichen KGV gehandelt, da ein Großteil ihres Werts schon durch die ausgezahlten Dividenden abgedeckt ist und das überschaubare zukünftige Gewinnwachstum wenig wert ist.

Die beiden deutschen Energieriesen RWE (WKN: 703712) und E.ON (WKN: ENAG99) werden deshalb mit niedrigen KGVs bewertet. Aber sind diese nicht nur niedrig, sondern sogar zu niedrig? Da kommt es ganz auf die Erwartungen der Anleger an. Zumindest haben Anleger die Wahl zwischen zwei grundverschiedenen Strategien. RWE hat sich entschieden seine traditionellen Kraftwerke zu behalten und die Sparte für erneuerbare Energien abzuspalten. E.ON hat genau das Gegenteil getan. Kein Wunder also, dass die Börse E.ONs zukunftsgerichtetes Konzept ein bisschen höher bewertet. Jetzt ist eine gute Gelegenheit, die beiden KGVs genau zu vergleichen, denn eine falsche Aktienbewertung könnte hier einiges wert sein.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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Kommentare

Halte sowohl Lufthansa als auch Daimler in meinem Depot.
Deshalb interessierenn mich diese Werte besonders.

für Daimler findet sich für 2016 auf der Comdirekt-WEB-Seite eine
Gewinnschätzung netto 8,15 E/Aktie.

Daraus errechnet sich für einen Kurs von 65 E ein KGV von 7,98,
In letzten Jahr (2015) war der Gewinn geringfügig (rd 10 Cent/Aktie) niedriger.
In 2017 soll der Gewinn bei rd 8,50 E liegen (KGV bei 65 E = 7,64).

Bei der Lufthansa ist es komplizierter, der hohe Netto-Gewinn des Jahres 2015 ist zu einem Teil aus einem Einmal-Effekt, dem Gewinn aus dem Verkauf einer Beteilung, entstanden.
Angegeben ist auf comdirekt und Börse online ein Nettogewinn von 3,67 E.
Daraus errechtnet sich für 2015 ein KGV von 3,50 (bei einem Kurs von 12,80 E).

Was ist für 2016 zu erwarten.
Von C. Spohr war kürzlich zu hören, dass das bereinigte EBIt des Jahres 2015 in diesem Jahr wohl wieder erreicht wird. Das bereinigte EBIT des Jahres 2015 lag bei 1,8 Milliarden Euro.
Rechnen wir ein Drittel herunter, landen wir bei 1,2 Milliarden netto.
Dies geteilt durch 468 Millionen Aktien ergibt 2,56 E/Aktie netto.
Daraus das KGV zu einem Kurs von 12,8 = KGV 5

Aber auch in diesem Jahr ist ein Einmaleffekt zu verzeichnen, der sich positiv im Gewinn
niederschlägt,
700 Millionen Euro Gewinn aus der Auflösung einer Pensionsrückstellung muss man dem Ebit 2016 zurechnen.

1,8 Milliarden E plus 0,7 Milliaden E = 2,5 Milliarden E EBIT
minus 1/3 ergibt 1,675 Millirden E netto insgesamt und
3,57 E netto/Aktie.
Dies ergibt ein KGV von 3,58 E/netto pro Aktie.
Für 2017 ist auf Börse online und comdirekt ein Nettogewinn um rd 2.18 E prognostiziert.
Wieweit dieser etwas niedrigere Wert noch durch den Pessimismus dieses Sommers
diktiert sind, wird man abwarten müssen.
Durch Auflösung einer Pensionsrückstellung für die Piloten könnte sich ebenfalls
ein positiver Einmaleffekt ergeben.
Wenn es schlecht läuft, auch massive Gewinnminderung durch ausufernde Streiks der
Piloten.

Beide Aktien haben für 2016 ein ausgesprochen niedriges KGV
und zahlen auch noch gute Dividende.

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