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Aktien Frankfurt: Dax fehlt es an frischer Kraft - Unsicherheit überwiegt
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Dax fehlt es an frischer Kraft - Unsicherheit überwiegt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
18.11.2016, 14:58  |  639   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat es am Freitag weiterhin an klarer Dynamik vermissen lassen. Nach einem wechselhaften Verlauf stand der Dax am Nachmittag moderat mit 0,23 Prozent im Plus bei 10 710,48 Punkten. Mangels richtungsweisender Impulse setzte er seinen Zick-Zack-Kurs der vergangenen Handelstage damit auch zu Wochenschluss fort. Im Vergleich zur Vorwoche steuert er derzeit aber immerhin auf ein Plus von annähernd 0,4 Prozent zu.

Nach Ansicht der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) fehlt es dem Dax in den vergangenen Tagen an der nötigen Kraft, um die jüngste Rally nach dem US-Wahlsieg von Donald Trump auszubauen. "Das Momentum ist weiterhin zu schwach", schrieb Helaba-Experte Christian Schmidt in einem Kommentar. Im Gegensatz zur Rekordjagd an den US-Börsen scheitert der deutsche Leitindex seit Monaten immer wieder an der vielbeachteten Marke von 10 800 Punkten. Vom Rekordstand bei über 12 000 Punkten ist der deutsche Leitindex noch weit entfernt.

Auch die Indizes aus der zweiten Reihe machten zu Wochenschluss keine großen Sprünge: Die mittelgroßen Werte im MDax schafften es im Schlepptau des Dax hauchdünn mit 0,01 Prozent und 20 589,07 Zählern ins Plus, während der Technologiewerteindex TecDax um fast ein halbes Prozent auf 1733,39 Punkte stieg. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 dagegen lag bis zuletzt mit 0,32 Prozent im Minus bei 3032,17 Zählern.

BLICKE NACH ITALIEN GERICHTET

Börsianer verwiesen angesichts dessen, dass die Börsen zuletzt auf der Stelle treten, auf die Unsicherheit vor wichtigen bevorstehenden Ereignissen. Geblickt wird vor allem nach Italien, wo in zwei Wochen eine Abstimmung über eine Verfassungsreform ansteht. Bei einem für wahrscheinlich gehaltenen Nein-Votum droht dort eine ungewisse politische Zukunft.

Außerdem stehen im Dezember die Zinsentscheide der Notenbanken an. In den USA hatte Janet Yellen am Vortag ein klares Signal für einen am Markt bereits erwarteten Zinsschritt im Dezember gegeben und damit den Euro auf Talfahrt geschickt. Die Gemeinschaftswährung tauchte in der Nacht erstmals in diesem Jahr unter die Marke von 1,06 US-Dollar ab, konnte sich aber bis zuletzt wieder erholen.

VW NACH ZUKUNFTSPAKT GEFRAGT

Bei den Einzelwerten blieb die Nachrichtenlage vor dem Wochenende sehr dünn. Im Fokus standen vor allem die Volkswagen-Aktien mit der Vorstellung des sogenannten "Zukunftspaktes", der den Autobauer fit für die Zukunft machen soll. Zuletzt legten die Papiere um fast ein Prozent zu. Börsianer hatten sich überrascht davon gezeigt, dass man sich mit dem Betriebsrat auf eine Streichung von 23 000 Stellen in Deutschland einigen konnte.

Ansonsten sorgten hauptsächlich Analystenkommentare für Kursbewegungen. Abgaben von 0,94 beziehungsweise 2,29 Prozent bei Munich Re und Hannover Rück begründeten Börsianer mit einer weniger optimistischen Einschätzung durch die Experten von Merrill Lynch. Die defensiven Qualitäten von Rückversicherer-Aktien seien im aktuellen Marktumfeld weniger attraktiv, wurden die Experten der US-Bank von den Händlern zitiert.

SÜDZUCKER UND CTS IM MDAX BEWEGT

Im MDax kletterten Südzucker nach einer Kaufempfehlung von Equinet um nahezu 3 Prozent. Vor dem Hintergrund des defensiven Geschäftsmodells sieht Christian Bruns die Papiere des Zuckerproduzenten verglichen mit den Aktien der Konkurrenz als attraktiv bewertet an. Er rechnet damit, dass Südzucker zum Profiteur der auslaufenden EU-Zuckermarktordnung werden wird.

Die Aktien von CTS Eventim dagegen fielen im MDax um fast zwei Prozent, womit sie ihren Kursrutsch der vergangenen Tage fortsetzten. Anleger haben bei dem Ticketvermarkter offenbar Angst vor einer schwachen Geschäftsentwicklung. Laut Analyst Christoph Bast vom Bankhaus Lampe verdeutlicht die jüngste Tendenz die Sorgen der Investoren über die operative Entwicklung im dritten Quartal.

BIOTECH-WERTE GEFRAGT

Im TecDax gehörten Biotech-Aktien zu den Gewinnern. Evotec knüpften mit plus 3,23 Prozent an ihre jüngste Rally an und erreichten den höchsten Stand seit 2004. Morphosys profitierten außerdem mit einem Aufschlag von 1,67 Prozent davon, dass die Privatbank Berenberg die Aktien in einer Ersteinschätzung zum Kauf empfiehlt./tih/fbr

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

Wertpapier: DAX, MDAX, TecDAX, E-Stoxx 50


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