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Villeroy & Boch Ein renditestarker Nebenwert aus Deutschland

20.11.2016, 08:00  |  501   |   |   

In Europa dürfte es nur wenige Haushalte geben, die ohne ein einziges Produkt von Villeroy & Boch (WKN: 765723 / ISIN: DE0007657231) auskommen. Das liegt daran, dass das Unternehmen aus dem saarländischen Mettlach als führender Keramikhersteller sowohl Trends im heimischen Badezimmer als auch auf dem gedeckten Tisch setzt, die für Generationen halten.

Tradition, Qualität und Authentizität. Unter diesen Begriffen fasst das Unternehmen zusammen, wie man es auf eine über 265-jährigen Geschichte gebracht hat. Und in dieser Zeit hat man es gelernt, die hohen Ansprüche der Kundschaft stets zu befriedigen und dazu stets noch etwas zu überraschen. Villeroy & Boch ist jedoch nicht nur aus Kundensicht, sondern ebenso für Anleger spannend.

Als 1748 die Wurzeln der heutigen Aktiengesellschaft gelegt wurden, war von unserer modernen Welt selbst in den entferntesten Träumen zu reden. Dennoch hat es der bis heute als Familienunternehmen agierende Keramikhersteller geschafft, die von den Gründern François Boch und Nicolas Villeroy geschaffenen lokalen Unternehmen von einst in einen attraktiven Global Player mit über 20.000 Produkten im Angebot zu verwandeln. Heute ist Villeroy & Boch in 125 Ländern weltweit vertreten und hat 14 Produktionsstätten in Europa, Mexiko und Thailand.

Bildquelle: Pressefoto Villeroy & Boch

Die Hauptverwaltung von Villeroy & Boch in Mettlach

Diese erfolgreiche Entwicklung ist wiederum der Fokussierung auf die zwei Unternehmensbereiche „Bad und Wellness“ und „Tischkultur“ geschuldet. Dabei ist es egal ob es um WCs, Waschbecken, Tafelservice oder das spezielle Grillgeschirr geht: wie kaum eine andere Premium-Marke ist Villeroy & Boch in der europäischen Kultur verwurzelt und kann fast unbegrenzt von diesem Ruf profitieren. Auch die immer neuen Kreationen sind dabei stets Ausdruck der speziellen Identität der Marke. Zu dieser Identität gehört nicht nur die regionale Verwurzelung, sondern zudem der Fakt, dass die Nachfahren der beiden Gründer noch heute zu den maßgeblichen Eigentümern zählen.

Der Trend zum Kochen zu Hause mit Freunden sorgt dafür, dass auch entsprechende „Tischkultur“ keineswegs altbacken ist. Ganz im Gegenteil. Für jeden Geschmack ist im breiten Sortiment von Villeroy & Boch etwas zu finden. Von klassischem schlichten Weiß bis zu extravagant in Farbe und Design. Dabei spielt aber das komplette Geschirrset für zwölf Personen eine immer geringere Rolle. Stattdessen wird das Sortiment verstärkt anlass- und themenbezogen angeboten und verkauft, beispielsweise für Trends wie Pizza, Pasta, Barbecue oder Suppe.

Man sieht die Attraktivität der besonderen Themen auch an der wachsenden Beliebtheit des Unternehmenseigenen Online-Shops. Er ist der am stärksten wachsende Vertriebskanal. Allein im Jahr 2015 betrug das Wachstum stolze 30 Prozent. Online einkaufen ist eine Sache – der klassische Handel ist aber nach wie vor die wichtigste Absatzquelle von Villeroy & Boch. Dabei gilt es den Einkauf immer zu etwas Besonderem zu machen, denn: Das Anschaffen von Porzellan ist für viele Menschen kein alltägliches Vergnügen. Um dennoch jeder Zeit up-to-date zu sein, bietet Villeroy & Boch zahlreiche kleinere Produktergänzungen und -neuerungen, die auch ohne größere Planungen realisiert werden können. Das gilt für den Bereich Bad ebenso wie für den Bereich Küche und Tisch.

Dieser Erlebnisgedanke bis ins kleinste Detail steht auch hinter dem Verkaufskonzept „The House of Villeroy & Boch“. Mit ihm gibt Villeroy & Boch stilistische Orientierung und ästhetische Anregung für die Kaufentscheidung. In realistischen Raumsituationen wie Bädern, Küchen oder dem Essplatz werden die Produkte authentisch, designstark und nah am Leben präsentiert. Der Gedanke dahinter ist einfach: Ein Kunde, der ein Produkt direkt im Einsatz sieht, ist viel eher bereit dafür Geld auszugeben, als wenn es nur theoretisch erklärt oder in Bilder zu sehen ist.

Wenn es um Bäder geht, hat sich in der letzten Zeit ein besonderes Highlight bei der realen Besichtigung herausgestellt. Egal ob Villeroy & Boch-Ausstellung oder regionaler Badprofi: Die neuartigen Toilettensysteme sind ein Anziehungspunkt für jung und alt. Die Rede ist von DirectFlush, der neuen spülrandlosen WC-Generation. Diese WC’s ermöglichen durch ihr innovatives Design ohne Spülrand eine besonders schnelle und gründliche Reinigung – Hygiene par excellence. Bei herkömmlichen WC’s ist der Spülrand nur schwer zugänglich zur Reinigung und eine Bakterienfalle.

Kein Wunder, wenn bei solchen Produkten auch die Kasse hinterher stimmt. Im Geschäftsjahr 2015 konnte Villeroy & Boch den Umsatz um 4,9 Prozent auf 803,8 Mio. Euro steigern und damit das stärkste Umsatzwachstum seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 erzielen. Da sich Villeroy & Boch auch verstärkt auf höherpreisige und margenstarke Produktgruppen konzentriert, stieg das operative Ergebnis (EBIT) im Geschäftsjahr 2015 um überproportionale 9,6 Prozent auf 42,1 Mio. Euro.

Diese positive Entwicklung konnte auch im ersten Halbjahr 2016 fortgesetzt werden, so dass am Jahresende erneut über eine Dividendenerhöhung nachgedacht werden könnte. Für 2015 wurde auf der Hauptversammlung am 1. April 2016 eine Dividendenerhöhung um 5 Cent auf 0,49 Euro für die Vorzugsaktie beschlossen.

Neben einer operativen Stärke kann Villeroy & Boch als Unternehmen mit Geschichte auch immer wieder Schätze in seinem Vermögen heben. Die Rede ist von operativ nicht mehr benötigten Grundstücken und Immobilien. Das aktuelle Immobilienprojekt heißt Gustavsberg und befindet sich in Schweden. Von dem insgesamt erwarteten außerordentlichen Ertrag in Höhe von 17 Mio. Euro wurde bereits ein Großteil realisiert. Ein Restbetrag von 3,8 Mio. Euro ist noch offen, der zum Teil im zweiten Halbjahr 2016 realisiert werden soll.

Doch Villeroy & Boch hat bereits ein weiteres, spannendes Immobilienprojekt in Vorbereitung. Es geht dabei um das ehemalige Werksgelände im „Rollingergrund“ in Luxemburg. Es ist rund 3,5 km vom Stadtzentrum von Luxemburg-Stadt entfernt und hat eine Fläche von 65.000 qm. Die Stadt Luxemburg hat nun einen Flächennutzungsplan beschlossen, bei dem ein Teil des Geländes von der Kategorie „Industriezone“ in „Wohnbebauung bzw. Mischzone“ umgewandelt wird. Villeroy & Boch wird voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Teilfläche an die Stadt Luxemburg verkaufen. Den anderen Teil will das Unternehmen in den nächsten Jahren selbst entwickeln. Die Stillen Reserven werden auf über 30 Mio. Euro beziffert, was angesichts des operativen Ergebnisses durchaus eine interessante Größenordnung ist, der Spielraum für Anleger schafft. Die kommenden Jahre haben also durchaus Potenzial hier Überraschungen zu liefern.

20161120aDieser Beitrag ist ein Stück aus EINBLICKE – dem neuen Magazin von dieboersenblogger.de. Unter markteinblicke.de finden Sie das gesamte Magazin. Dort können Sie in der Ausgabe blättern oder Sie laden es sich als PDF herunter. Künftig wird EINBLICKE einmal im Quartal erscheinen.

Bildquelle: Pressefoto Villeroy & Boch



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Christoph Scherbaum M.A. und Diplom-Betriebswirt Marc Schmidt sind die Gründer von dieboersenblogger.de. Der Social-Börsenblog wurde Ende 2008 im Zeichen der Finanzkrise von den zwei Finanzjournalisten gegründet und hat sich seither fest in der Börsenmedienlandschaft etabliert. Heute schreibt ein gutes Dutzend Autoren neben Christoph Scherbaum und Marc Schmidt über Aktien, Geldanlage und Finanzen. Weitere Informationen: www.dieboersenblogger.de.

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