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Populismus - YouGov-Studie Deutsche europaweit widerstandsfähiger gegenüber Populismus?

21.11.2016, 10:27  |  1381   |   |   

In keinem der großen EU-Mitgliedstaaten sind die Menschen weniger empfänglich für populistische Politik als in Deutschland. Das besagen Ergebnisse einer Studie des britischen Instituts YouGov in zwölf EU-Ländern.

Demnach teilen in Deutschland 18 Prozent der Wähler politische Überzeugungen, die von Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) bedient werden. In Polen hingegen sind es 78 Prozent, in Frankreich 63 Prozent und in den Niederlanden 55 Prozent, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“.

Je älter die deutschen Wähler sind, umso größer ist ihre potenzielle Sympathie für Parteien wie die AfD. Populistische Ideen sind zudem mitnichten für Deutsche mit geringem Bildungsgrad attraktiv, sondern viel eher für Menschen mit einem mittleren Bildungsniveau. Auch neigen weitaus mehr Männer Populismus zu als Frauen (65 Prozent verglichen mit 35 Prozent).

Populismus, der rechte Rand

Als empfänglich für populistische Positionen definiert die Studie Personen, die bestimmte Grundüberzeugungen teilen: eine ablehnende Haltung zur EU, generelle Vorbehalte gegen Einwanderung in ihr Land, eine kritische Haltung gegenüber der gängigen Formulierung der Menschenrechte sowie eine Präferenz für eine robuste, auf nationale Interessen fokussierte Außenpolitik. Mit diesen Kriterien können sowohl rechts- als auch linkspopulistische Tendenzen erfasst werden. Anders als in anderen Ländern, wo Linkspopulismus verbreitet ist, gehören die deutschen Wähler, die populistischen Parteien ihre Stimme geben könnten, fast ausschließlich dem politisch rechten Rand an. 

„Während wir in anderen EU-Ländern, vor allem in Frankreich, starke Tendenzen hin zu einem autoritären Populismus sehen, stellt sich Deutschland als das widerstandsfähigste Land heraus“, zitiert die „Welt“ Joe Twyman, Forschungsdirektor von YouGov. „Spanien hat ebenfalls niedrige Populismuswerte, was darauf hindeutet, dass diese Tendenz auf die jüngere Geschichte der beiden Länder zurückzuführen ist.“ In Spanien regierte von 1939 bis 1977 das faschistische Franco-Regime. 

Globalisierung und EU-Verdruss

Populismusanhänger sind jedoch auch immer stärker über das politische Spektrum verteilt zu finden. Eine große Gefahr, befinden die Meinungsforscher: „Sollte es einem Politiker oder einer Partei gelingen, erhebliche Zahlen von Wählern mit populistischen Tendenzen hinter sich zu einen, dann könnten sie zu einer ernsthaften Herausforderung der etablierten politischen Ordnung werden“, zitiert de „Welt“ Twyman. „Und selbst wenn solche Parteien nicht die politische Macht gewinnen können, so übt die Masse ihrer Wähler Einfluss auf die Entwicklung der Länder Europas aus.“ Es bleibe abzuwarten, welche Konzessionen die etablierten Volksparteien angesichts des Drucks von Populisten letztlich machten. „Aber sie könnten bedeutend sein.“

Mit dem wachsenden Erfolg populistischer Politiker geht auch eine sinkende Unterstützung der Europäischen Union einher – auch in Deutschland. Einer weiteren YouGov-Umfrage zufolge, die für die Institute d|part und Demos durchgeführt wurde, verbinden 53 Prozent der Deutschen die Angst vor dem möglichen Verlust ihrer sozialen Sicherheit mit der EU. 52 Prozent wenden sich von der EU ab, weil sie die steigenden Zahlungen kritisieren. 45 Prozent fürchten den möglichen Verlust nationaler Identität und Kultur.



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Kommentare

Und jeder will nach Deutschland weil es hier so toll ist, der Blödmichel ist so freundlich das gefällt. :)
Ach ja es kann so schön sein man muss nur wissen wo. Ich lache täglich über den Blödmichel, solange ich nicht den Idioten spielen muss kann es einfach so weitergehn.
Der allgemeine "deutsche Bloedmichel" tendiert nun mal einfach dazu, sich in seiner beschaulichen "(Vollpfosten)welt" einzurichten. Wenn dann doch mal was "quer sitzt", wird AfD gewaehlt. Hatten wir alles schon. Und das "Groko-Pack" ist ueberrascht bis "beleidigt" ueber soviel Anmassung des Wahlviehs. Da wird dann die "(Pseudo)Demokratie" in Frage gestellt. Genau wie jetzt in den USA!
...ich mache mir nur etwas Sorgen,dass die anderen dann irgendwann sagen könnten,wir haben es ja immer gesagt,die Deutschen,die passen einfach nicht so recht zu uns,...
Klar. Wir Deutschen sind die Besten. Die ganze Welt schaut auf uns und bewundert uns. Weil wir so unendlich Gut sind. Weil wir so eine unendlich gute Bundeskanzlerin haben. Weil wir Deutschen die Welt retten werden. Weil unsere Nachbarn, vor allem die Polen, die Ungarn, aber wohl auch die Österreicher, so schlecht sind. Von Trump möchte ich garnicht sprechen, aber dem hat unsere Kanzlerin ja bereits die Leviten gelesen. Weil wir so grenzenlos gut sind haben wir die moralische Pflicht, die anderen wieder auf den richtigen Weg zu zwingen. The German Burden.

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