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Bombardier nimmt Geld auf, um seine Schulden abzuzahlen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
22.11.2016, 08:00  |  559   |   |   
Foto: Bombardier

Zur großen Freude der Investoren scheint es so, als würde Bombardier (WKN:866671) bei seiner Trendwende endlich Fortschritte machen.

Der Zug- und Flugzeughersteller hatte es in den letzten Jahren wahrlich nicht leicht. Verzögerungen, Kostenüberschreitungen und eine globale Veränderung bei der Nachfrage hatten das Unternehmen dazu gezwungen, sich am Bondmarkt zu bedienen und die Regierung um Hilfe zu bitte, um die klammen Finanzen aufzubessern. Bombardier hat bereits 1 Milliarde US-Dollar von der Regierung von Québec erhalten, von der Bundesregierung bisher allerdings noch nichts.

Unterstützung von der Regierung… kommt das jetzt, oder nicht?

Vor einem Jahr wurde die liberale Regierung gewählt und heute ist es auch genau ein Jahr her, seit Bombardier zum ersten Mal Ottawa um Geld gebeten hat. Die 1 Milliarde US-Dollar, die Bombardier wollte, ist noch nicht gekommen, doch die Gespräche zwischen der Regierung und dem Unternehmen gehen weiter.

Von beiden Seiten gibt es aber Bedenken. Das wird wahrscheinlich zu Zugeständnissen führen, bevor ein Handel verkündet wird. Aus Sicht der Regierung ist wahrscheinlich die Sicherheit von Arbeitsplätzen die höchste Priorität, wie auch eine Änderung der Vorzugsaktienregelung, wodurch die Eigentümerfamilien weiterhin die Zügel in der Hand haben, obwohl sie nur einen Minderheitsanteil besitzen.

Auf der Haben-Seite steht bei Bombardier ein Plan zur Trendwende. Darüber hinaus war das Unternehmen gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen, um diesen Plan weiterhin umzusetzen, darunter auch die Streichung von 7.500 Stellen im letzten Monat, wovon 2.000 in Kanada liegen. Diese Stellenstreichungen machen die Verhandlungen mit der Bundesregierung aber deutlich schwieriger.

Der Plan zur Trendwende sieht in den nächsten fünf Jahren die Streichung von 14.500 Stellen vor, darunter 4.800 in Kanada. Die letzte Runde von Stellenstreichungen, die letzten Monat stattgefunden hat, ist bereits die zweite Runde dieses Jahres. Die erste fand im Februar statt.

Die Realität

CEO Alain Bellemare gab kürzlich in einem Interview an, es wäre wichtig zu erkennen, dass Bombardier 2015 schon kurz vor dem Bankrott stand und dass es wichtig wäre, die Kostenstruktur zu ändern, um langfristigen Erfolg sicherzustellen.

Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren in mehrfacher Hinsicht verbessert, ist aber immer noch nicht über den Berg. Bombardier bediente sich in dieser Woche noch einmal am Markt für Unternehmensanleihen – zum ersten Mal in gut einem Jahr – um etwas von den hohen Schulden zu refinanzieren.

Das Unternehmen möchte 1,4 Milliarden US-Dollar zu 8,75 % aufnehmen. Dieser Prozess wird dazu benutzt werden, um ausstehende Schulden mit einem Zinssatz von 7,5 % zu bezahlen, die im März 2018 fällig werden und solche, die mit 5,5 % verzinst werden und im September 2018 fällig werden.

Die Analysten stimmen zu, dass eine Refinanzierung zu höheren Zinsen nicht optimal ist, aber Bombardier hatte keine Wahl. Das Unternehmen muss für die CSeries und das Global 700-Flugzeug sparen.

Die Global 700 hatte im November ihren Jungfernflug und befindet sich jetzt im Zertifizierungsprozess.

Die CSeries wurde schon zertifiziert und die Produktion wurde bereits begonnen. Doch die Auslieferungen verlaufen schleppend. Bombardier erwartet jetzt 7 Lieferungen für dieses Jahr, was einen Rückschritt von den ursprünglich geplanten 15 darstellt. Die Industrieexperten merkten an, dass die CSeries, wie die meisten neu produzierten Jets, immer noch Geld verliert. Das Unternehmen erwartet irgendwann im Jahr 2020 schwarze Zahlen damit zu schreiben.

Der letzte Quartalsbericht von Bombardier war besser als erwartet, aber immer noch weit entfernt davon, ideal zu sein. Im letzten Quartal meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von nur 94 Millionen CAD, was deutlich besser ist als die 4,9 Milliarden CAD im Vorjahreszeitraum. Auf bereinigter Basis erreichte dieser Verlust 10 Millionen CAD oder weniger als 1 Cent pro Aktie – besser als der Verlust von 3 Cent pro Aktie, den die Analysten erwartet hatten.

Die Bemühungen von Bombardier sind natürlich ermutigend, doch das Unternehmen stellt immer noch ein sehr riskantes Investment dar. Daher sollten sich die Investoren lieber woanders umsehen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Demetris Afxentiou auf Englisch verfasst und wurde am 18.11.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Bombardier (B)


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