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Wer Millionen bewegt, braucht eine Vermögensschadenhaftpflicht

Gastautor: Dieter Fromm
22.11.2016, 13:00  |  296   |   |   

Egal, ob Handwerker oder Vermögensberater: Auch wer privat einen gebrauchten Polo fährt, bewegt beruflich oft Werte mit Millionenwert zu tun. Was passiert, wenn hier etwas schiefgeht?

Angestellte müssen sich darüber in der Regel keine Gedanken machen. Und im Privatbereich übernimmt grundsätzlich die private Haftpflichtversicherung nicht nur Sach- und Personenschäden, die Versicherte verursacht haben. Auch wenn es zu einem Vermögensschaden kommt, ist dies grundsätzlich ein Fall für die Haftpflicht.

vermogensschaden.jpg Versicherungsrechtlich werden hier aber zwei Schadensarten unterschiedlich behandelt – der echte und der unechte Vermögensschaden. Letzterer wird auch als Vermögensfolgeschaden bezeichnet und erfasst Situationen, in denen sich aus einem Sachschaden oder gesundheitlichen Schädigungen eine negative Auswirkung auf das Vermögen des Geschädigten ergibt. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn der Versicherte ein Gerät beschädigt, das einem Selbständigen gehört – und sich daraus ein Verdienstausfall ergibt. Auch eine Verringerung der Erwerbsfähigkeit kann einen Vermögensfolgeschaden nach sich ziehen.

Während die Haftpflicht beim unechten Vermögensschaden meist einspringt, ist der echte Vermögensschaden anders gelagert. Hier kommt es zu einer tatsächlichen finanziellen Schädigung – etwa durch eine Falschberatung bei Kapitalanlagen. So etwas kann zwar teuer werden, wird aber von einer herkömmlichen privaten Haftpflichtversicherung in der Regel nicht abgedeckt. Es sei denn, der Versicherte hat eine Art Luxus- oder Premium-Tarif in seiner privaten Haftpflichtversicherung, der auch bei Vermögensschäden leistet. Doch für manche selbstständige Dienstleister sind die Deckungssummen bei einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung deutlich höher.

Grundlage einer solchen Versicherung ist das sogenannte Verstoßprinzip. Was nichts anderes heißt als: Der Schaden ist, anders als die zerbrochene Fensterscheibe oder der geprellte Unterarm, nicht auf Anhieb, sondern oft erst nach einiger Zeit erkennbar. Zugleich resultiert dieser Vermögensschaden aus einem Versehen oder einem Fehler bei der Berufsausübung des Versicherten.

Beispiel: Ein Steuerberater empfiehlt seinem Mandanten eine angeblich legale Gestaltung, um Steuern zu sparen. Dabei übersieht der Berater, dass die aktuelle Rechtsprechung dieses Vorgehen nicht mehr zulässt. Der Mandant folgt dem Rat seines Steuerfachmanns und muss zwei Jahre später mehrere hunderttausend Euro Steuern nachzahlen. Verursacher des Schadens ist der Steuerberater, dessen Vermögensschadenhaftpflichtversicherung in der Regel in solchen Fällen zahlt.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist für bestimmte Berufsgruppen aus dem Dienstleistungssektor Pflicht. Dazu zählen Rechtsanwälte, Steuerberater und Notare, Ärzte sowie Architekten und Ingenieure, sofern diese freiberuflich arbeiten. Allgemein gilt also: Sobald durch eigenes Missgeschick oder fachliche Inkompetenz Vermögenswerte eines Auftraggebers gefährdet sind, ist der Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ein Muss für Alle, die durch solche Fälle ihre berufliche Existenz nicht aufs Spiel setzen wollen. Weitere Infos unter www.moneymeets.com.




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Dieter Fromm ist Gründer und Geschäftsführer von moneymeets. Vorher war er 29 Jahre als Berater, Private Banker und Gesamtverantwortlicher für das Privatkundengeschäft der drittgrößten Sparkasse Deutschlands tätig. Mit der Gründung von moneymeets im Jahr 2011 hat er sich auf die Transparenz und die digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung konzentriert.

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