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Wie funktionieren eigentlich CFDs?

Gastautor: Daniel Saurenz
22.11.2016, 13:00  |  306   |   |   

Für viele Neulinge stellt sich die Frage: Was sind CFDs überhaupt? Sie haben schon mal etwas von Hebeln gehört, auch Begriffe wie Limit oder Stoppkurs sind bekannt. Ausdrücke wie Margin oder Spread werden beim ein oder anderen dagegen schon für Unsicherheit sorgen. Dabei ist die Funktionsweise dieser Hebelprodukte vergleichsweise einfach.

Der Begriff CFD ist eine Abkürzung für Contracts for Difference. Es handelt sich also um ein Kursdifferenzgeschäft, bei dem Anleger sich auf eine bestimmte Marktrichtung festlegen. Es ist möglich, auf fallende oder auf steigende Kurse zu setzen. Die Produkte lassen dem Anleger insofern alle Möglichkeiten der Spekulation. Im Gegensatz zu einem Optionsschein spielt beispielsweise die Volatilität bei CFDs keine Rolle. Anleger müssen sich auch nicht mit Kennzahlen wie Zeitwert, Basispreis oder Knock-out-Schwelle auseinandersetzen. Grundlage für die Kursbewegung im CFD ist immer allein der Basiswert.

Bei der Auswahl der Basisinstrumente können Trader aus einer großen Palette auswählen. Neben den klassischen und beliebtesten Indices wie DAX und S&P 500 sind auch Währungen, Rohstoffe und Zinsen im Angebot. Selbst auf so ausgefallene Basisinstrumente wie Hafer oder Schweinebäuche können Spekulanten mit Long- oder Short-Positionen setzen. Neben der Spekulation auf steigende oder fallende Kurse des Basiswerts, beispielsweise des DAX, zeichnen sich CFDs durch ihre Hebelwirkung aus. Diese wird über eine so genannte Margin gesteuert. Dies ist eine Sicherheitsleistung, die auf dem Handelskonto hinterlegt sein muss. Bei Aktien beträgt diese gewöhnlich zwischen drei und zwanzig Prozent, bei Indizes zwischen einem und fünf Prozent. Zur Vereinfachung ein Beispiel: Ein mutiger Anleger möchte 7000 Euro mit einem Hebel von 50 auf den DAX setzen, um auch an geringen Kursbewegungen ausreichend zu partizipieren. Der Wert eines DAX-CFDs entspricht bei einem DAX-Stand von 7000 Punkten genau 7000 Euro. Die Sicherheitsleistung für den DAX beträgt bei einem Hebel von 50 nur zwei Prozent der bewegten Summe, also 140 Euro. Legt der DAX um 70 Punkte zu, steht der DAX-CFD bei 7070 Euro. Gleichzeitig verbessert sich auch die CFD-Position um 70 Euro. Aus 140 Euro werden also 210 Euro. Ein Gewinn von fünfzig Prozent also, erzielbar durch die 50er Hebelwirkung. Genau in die andere Richtung wäre das Geschäft gelaufen, wenn der DAX um 70 Punkte nachgegeben hätte.

Um seine Gewinne zu sichern oder Verluste gering zu halten, bieten fast alle CFD-Broker eine große Palette an Ordermöglichkeiten an. Anleger können zwischen Stoppkursen und Limit-Orders sowie Ketten-Orders und If-Done-Aufträgen wählen. Sowohl Neulinge als auch professionelle Akteure erhalten also Instrumente an die Hand, um ihr Depot und ihre Aufträge zu managen. Dabei sollte der Kapitalerhalt allerdings immer im Vordergrund stehen, ebenso wie striktes Risikomanagement. Generell ist diszipliniertes Management speziell für Neulinge ratsam. Ganz egal, ob Anleger mit echtem Geld handeln oder mit kleinem Einsatz an einem Börsenspiel teilnehmen, zunächst sollten sie behutsam vorgehen. Wer es übertreibt, wird sehr schnell mit einem ausgetrockneten CFD-Depot konfrontiert.

Um ein Gefühl für CFDs zu bekommen, sollten Anleger sich zunächst mit Hebeln im niedrigen einstelligen Bereich engagieren. Wenig ratsam ist es, und sei es aufgrund der hohen Gewinnmöglichkeiten noch so verlockend, dass gesamte Depotvolumen bis zum Maximum zu hebeln und damit alles auf eine Karte zu setzen. Viele kleine Gewinne und hohe Disziplin beim Handel können Trader unter dem Strich mehr bringen als ein einziger großer Trade.

Themen: Hafer, Spread, Euro, DAX, CFDs


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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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