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Das Wohl und das Übel Globalisierung - Ein Riss geht durch die Welt. Wer sind die Kritiker und Enthusiasten?

22.11.2016, 17:14  |  1927   |   |   

Die Globalisierung, für den einen das Wohl und für den anderen das Übel. Die größten Globalisierungsenthusiasten leben in den ärmeren Regionen Ost- und Südostasiens. In Vietnam, auf den Philippinen und Indien sehen über 80 Prozent der Befragten die Globalisierung als Kraft, die der Welt Gutes bringt. In Thailand, Malaysia und Indonesien sind es immerhin noch über 70 Prozent. Das zeigt eine neue Studie der Meinungsforscher von YouGov, aus der die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet.

Skepsis in Europa und den USA

In Europa und den USA wird die Globalisierung deutlich skeptischer eingeschätzt: In Großbritannien, Frankreich und den USA sehen weniger als 50 Prozent der Befragten die starke weltweite Arbeitsteilung positiv, in Deutschland sind es immerhin noch 60 Prozent. Von 20.000 befragten Menschen in 19 Ländern sieht die Mehrheit in 16 Ländern die Globalisierung jedoch als gute Sache. Doch je mehr die Fragen ins Detail gehen, desto differenzierter werden die Urteile: In 16 von 19 Ländern glauben die meisten Menschen, dass die Reichen mehr von der Globalisierung profitieren als alle anderen. In Deutschland sind 56 Prozent der Befragten dieser Meinung, in Frankreich sogar 68 Prozent.

Globalisierung und Zuwanderung

In Frankreich ist die Ablehnung von Einwanderung auch besonders groß: Nur zwölf Prozent sehen einen positiven Effekt durch Immigration, 45 Prozent der Befragten begegnen dem Zuzug nach Frankreich mit negativen Gefühlen. Auch die Deutschen sind hier sehr zurückhaltend: Nur rund 25 Prozent sehen Zuwanderung als vorteilhaft, fast 30 Prozent schätzen Immigration negativ ein. Sich für die Globalisierung zu erwärmen korreliert dabei nicht unbedingt damit, Zuwanderung zu begrüßen. So sehen die globalisierungsfreundlichen Länder Vietnam, die Philippinen und Indien Immigration als positives Phänomen, während Indonesier und Thailänder – ebenfalls große Enthusiasten der Globalisierung – die Zuwanderung ablehnen.

Frankreich ist den Meinungsforschern als besonders desillusioniert aufgefallen: Immerhin 21 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Land schlechter als die meisten anderen Länder dasteht – zum Vergleich: In Deutschland sind nur sechs Prozent dieser Meinung.

Jüngere Generation aufgeschlossener

Die Globalisierung könnte künftig im Westen wieder mehr Zustimmung finden, wenn die Meinung der jüngeren Generation an Bedeutung gewinnt. Sie stehen dem Phänomen offener gegenüber als die Älteren, auch in Frankreich. Während dort etwa nur 37 Prozent der gesamten Bevölkerung die Globalisierung begrüßt, sind es unter den 18- bis 24-Jährigen 77 Prozent.



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