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In Gold we trust - Totgesagte leben länger

Gastautor: Guido vom Schemm
23.11.2016, 11:59  |  530   |   |   

Der Goldpreis verlor in den letzten Jahren fast die Hälfte seines Wertes und korrigierte seit seinem Hoch im Jahr 2011 von 1900 US-Dollar auf knapp 1050 Dollar je Feinunze zum Ende des Jahres 2015. Die Mainstreammedien und die Banken wurden nicht müde immer wieder zu wiederholen, dass die besten Zeiten des Goldes nun endgültig vorbei seien. Doch seit Mitte Januar diesen Jahres sehen wir ein Comeback des Edelmetalls. Doch wie geht es nun weiter?

Nüchtern betrachtet sprechen zahlreiche Fakten für einen weiteren Anstieg des gelben Metalls. Eine Finanz- und Bankenkrise 2.0 XXL wird immer wahrscheinlicher. Die Gesamtverschuldung der Welt ist seit 2008 weiter stark gestiegen und beläuft sich aktuell auf 230 Billionen US-Dollar. Dieser Schuldenexzess kann und wird niemals zurückgezahlt werden und sorgt für ein immer fragileres Finanzsystem. Zudem haben zahlreiche Banken massive Probleme, da zum einen ihr Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert und zum anderen riesen Volumen an Derivaten wie ein Damoklesschwert über den Finanzhäusern schwebt. Gibt es bei den Derivaten nur eine geringe Ausfallquote, könnte das Weltfinanzsystem ins Wanken geraten. Zudem sind die Leitzinsen nahe 0 Prozent. Somit gilt der Bankerspruch "Gold bringt keine Zinsen" nicht mehr. Heute, in Zeiten von Negativzinsen, muss man sogar sagen, dass Gold keine Zinsen kostet.

Aber auch die Wirtschaftsaussichten sind nicht rosig. Die Notenbanken drucken weiterhin massiv Geld und versuchen somit die Wirtschaft sowie die Inflation anzukurbeln, was bisher nur sehr bedingt gelungen ist. Dieses massive Gelddrucken wird eines Tages zur Geldentwertung führen und lässt das Vertrauen in die Papierwährungen immer weiter sinken. Politisch gibt es auch einige Punkte, welche dem Goldpreis zusätzlich Schub verleihen könnten. Die EU brökelt, eventuell war der Brexit erst der Anfang einer Eurosklerose. In den nächsten Wochen und Monaten stehen wichtige Wahlen bzw. Referenden in Italien, Deutschland und Frankreich an. Die US-Wahl zeigt mit dem Sieg von Trump wie es in der Bevölkerung brodelt. Dieser "überraschende" Wahlsieg schürt mittelfristig eine Welle an Unsicherheit und dürfte die Goldnachfrage erhöhen, da oben genannte Risiken durch den sicheren Hafen Gold abgesichert werden müssen.

Sowohl die Politik als auch die Banken haben keinerlei Interesse an einem hohen Goldpreis, da dieser Angst und Unsicherheit ausdrückt. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es hier um Interessenskonflikte und das eigene Überleben geht, wenn Banken Gold wieder einmal für tot erklären. In diesem Zusammenhang ist es auch sehr spannend sich die größten Goldkäufer anzuschauen. Es sind die Notenbanken Chinas und Russlands, die kontinuierlich in Sachkapital investieren.

Gold wird als Basisbaustein für private und institutionelle Investoren immer wichtiger, denn es dient als Währungsersatz und schützt vor Systemkrisen. Keine Papierwährung bietet einen ausreichenden realen Vermögensschutz. Einzig und alleine Gold bietet ausreichend Schutz vor Inflation oder einer Währungsreform. Deshalb ist das Edelmetall ein unverzichtbarer Kernbestandteil einer Vermögensaufstellung. Der bekannte US-Unternehmer und Banker John Pierpont Morgen brachte es mit folgendem Zitat auf den Punkt: "Gold ist Geld und nichts anderes".

 



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Guido vom Schemm ist Geschäftsführer der GVS Financial Solutions GmbH in Dreieich. Der studierte Betriebswirt verfügt über elf Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie, davon je zwei Jahre als Aktienanalyst bei der Cominvest GmbH/ Cominvest Asia und als Vorstandassistent bei der Commerzbank AG sowie drei Jahre als leitender Direktor einer großen Wertpapierspezialisteneinheit der Commerzbank AG. Weitere Informationen unter www.gvs-fs.de.

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