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ANALYSE Deutsche Bank sieht Dax, EuroStoxx und Dow 2017 moderat steigen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.11.2016, 14:52  |  419   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die großen politischen Unsicherheiten dürften nach Einschätzung der Deutschen Bank kräftigen Gewinnen an den Aktienmärkten 2017 im Weg stehen. Zwar erwartet Anlagestratege Ulrich Stephan für den deutschen Leitindex Dax und den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 bis Ende 2017 weitere Anstiege und rechnet mit neuen Rekorden für die bedeutenden US-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 . Doch die Schwankungen dürften hoch bleiben und die Zuwächse letztlich nicht mehr als 5 bis 6 Prozent betragen, sagte er bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt.

Den Dax sieht Stephan Ende des kommenden Jahres bei 11 300 Punkten, was ein Plus von aktuell knapp 6 Prozent wäre. Für den Eurozonen-Leitindex sagte er einen Anstieg von etwa 2,5 Prozent auf 3100 Punkte voraus, während die US-Indizes um jeweils rund 5 Prozent bis auf 20 000 Punkte im Dow Jones und 2350 Punkte im marktbreiten S&P-Index steigen dürften.

In den USA sei der neue Präsident Donald Trump ein hoher Unsicherheitsfaktor. Vieles werde davon abhängen, wie dessen Team aussehe und was er tatsächlich an Reformen durchs Parlament bringe. In Deutschland und Europa seien es vor allem die zahlreichen bevorstehenden Wahlen sowie strukturelle Probleme, die deutlichere Kursanstiege verhindern dürften. Gewählt wird nicht nur im Herbst in Deutschland, sondern zuvor auch in den Niederlanden und in Frankreich, "und womöglich auch in Großbritannien", sagte der Deutsche-Bank-Experte.

Ein weiter erwartetes schwaches Wachstum in der Eurozone dürfte zudem die Arbeitsmärkte unverändert unter Druck halten. Speziell für das stark auf den Export ausgerichtete Deutschland komme noch der stockende Welthandel hinzu. Mögliche Handelsbeschränkungen der USA und eine schwächere Konjunktur in China könnten vor allem Ausrüstungsinvestitionen, etwa in Maschinen oder Betriebsausstattungen oder in Fahrzeuge, bremsen.

Es gelte daher die politischen Entwicklungen für entsprechende Portfolio-Änderungen im Auge zu behalten. Zu Anfang des neuen Jahres rät Stephan noch zu einem hohen Aktienanteil, wobei er verstärkt US-Aktien empfiehlt. Mit Blick auf Branchen hält er es weiter vor allem mit den defensiven. Innerhalb der zyklischen Sektoren dürften sich zwar "temporär immer wieder interessante Anlagemöglichkeiten ergeben", doch seien hier Know-how bei der Branchen- und Einzeltitelauswahl sowie ein aktives Management des Portfolios nötig. Defensive Sektoren und Dividendentitel dagegen "könnten als langfristige Basisanlagen von den Marktschwankungen profitieren".

Speziell hob er den Pharma- und Gesundheitssektor hervor und auch die Telekombranche sowie den europäischen Mediensektor, während er von der Energie- sowie der Öl- und Gasbranche abrät und auch Autowerte "nur mit spitzen Fingern" anfassen würde./ck/tih/enl



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