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Deutsche Bank, Commerzbank – Der nächste Sieg der Populisten?

Gastautor: Daniel Saurenz
24.11.2016, 06:00  |  544   |   |   

ITalien_Börse_2Nach dem Sieg von Donald Trump machen sich Investoren zunehmend Sorgen, dass der Erfolgskurs der Populisten weitergehen und der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi deswegen das Verfassungsreferendum verlieren könnte. Das führt zu deutlich steigenden Zinsen. Was könnte nach einer Niederlage Renzis passieren? Mit dieser Frage werden wir uns in einem zweiteiligen Beitrag beschäftigen.

Kurze Ablenkung für Matteo Renzi: Der italienische Ministerpräsident ist am Freitag ebenso wie die Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich und Spanien dabei, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama auf seiner letzten Europa-Tour in Berlin empfängt. Das Treffen könnte Renzi ein paar Stunden davon ablenken, wieviel beim Verfassungsreferendum am 4. Dezember auf dem Spiel steht.

DAX auf ein Jahr

DAX auf ein Jahr

Beim DAX braucht man derzeit starke Nerven – weder die US-Indizes, noch der schwache Euro vermögen es dem DAX  Schub zu geben. Mittlerweile darf man davon ausgehen, dass dies bis zum 04.12 so bleiben könnte, wenn in Italien das EU-Referendum zur Abstimmung steht. Daher kann man mit Inlinern aktiv werden. Weitere interessante Investmentideen und Produkte finden Sie beinahe täglich frisch in unserer ISIN-Liste oder unserem Favoritendepot.

DAX Inliner:

8400 – 12.400 – SE7348

9200 – 12.400 – SE735A

8000 – 12.600  – SE70E1

 

Europa_EU_FlaggeLaut den Umfragen sieht es danach aus, dass Renzi das Referendum verlieren dürfte. Er hat für diesen Fall angekündigt, dass er sich an der Bildung einer Übergangsregierung nicht beteiligen werde. Sie hätte hauptsächlich die Aufgabe vorgezogene Neuwahlen durchzuführen, die bereits im Frühjahr oder Sommer 2017 stattfinden könnten. „Dann gäbe es ein tatsächliches Risiko, dass Parteien gewählt werden, die ein Referendum über einen Verbleib in der Europäischen Union fordern. Und derzeit ist es nicht klar, wie sich die Italiener in diesem Fall entscheiden würden“, schrieb John Mauldin, Autor, Finanzexperte und Börsenbriefschreiber von MauldinEconomics.com zuletzt.

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Laut den aktuellen Umfragen liegen die Gegner des Verfassungsreferendums mit 39 Prozent vor den Befürwortern mit 36 Prozent. Laut den Analysten der Deutschen Bank ist die Wahrscheinlichkeit für ein Scheitern des Referendums zuletzt auf 60 Prozent geklettert. Die oppositionelle Bewegung MoVimento 5 Stelle (5 Sterne) des Kabarettisten Beppe Grillo strebt ein Referendum über den Ausstieg Italiens aus dem Euro an.

Sollte Renzi also das Verfassungsreferendum verlieren, könnten sich die Sorgen vor einem möglichen Euro-Austritt Italiens schnell verstärken. Der Euro ist aber ohne Italien kaum denkbar, ist das Land doch die drittgrößte Volkswirtschaft der Union, hinter Deutschland und Frankreich. „Investoren nehmen die 5-Sterne-Bewegung wesentlich ernster, seitdem Virginia Raggi die Bürgermeisterwahl in Rom im Juni gewonnen hat“, sagt Ugo Lancioni, Analyst bei Neuberger Berman in London.

Ausführliche Analysen zu DAX, Dow Jones und Co. finden Sie täglich im Daily der HSBC.

Börse_ItalienWegen der Sorge, dass Renzi eine Niederlage erleiden könnte, haben sich die Zinsen für zehnjährige Anleihen in den vergangenen drei Monaten annähernd verdoppelt auf aktuell etwas mehr als zwei Prozent. Dabei hatte sich der Aufwärtstrend nach dem Sieg von Donald Trump deutlich beschleunigt. Das könnte schnell zum Problem werden, sind doch die Schulden Italiens auf den Rekord von 2,25 Billionen Euro gestiegen. Die Schulden Italiens sind damit größer als jene Deutschlands (2,17 Billionen), obwohl die Wirtschaftsleistung Italiens nur 54 Prozent der Leistung Deutschlands ausmacht. Damit liegt die Verschuldung Italiens bei 135,5 Prozent der Wirtschaftsleistung – das ist der zweitschlechteste Wert in der Euro-Zone. „Die Eurokrise schleicht sich in neuem Gewand zurück in die Köpfe der Anleger.

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Nicht mehr Griechenland, sondern Italien ist jetzt das Land, welches aus Sicht der mehr als 1.000 befragten Investoren am wahrscheinlichsten die Eurozone binnen Jahresfrist verlassen wird. Diese Entwicklung unterstreicht die hohe Bedeutung, die dem Verfassungsreferendum in Italien am 4. Dezember zukommen wird“, schreibt Manfred Hübner, Geschäftsführer von sentix. „Italien lautet nun das Fokusland Nummer 1 in Sachen Eurokrise!

Lesen Sie auch: Euro/ US-Dollar – Reif für die Erholung?

Die prekäre Lage der italienischen Banken, die politischen Fragezeichen rund um das Verfassungsreferendum Anfang Dezember sowie das jahrelange konjunkturelle Siechtum haben das Land südlich der Alpen in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses gerückt.“ So liege der Wert für einen möglichen Euro-Austritt Italiens mit 9,89 Prozent über dem Wert von Griechenland mit 8,48 Prozent.

Morgen, im zweiten Teil unseres Beitrags werden wir näher auf das Thema eingehen…



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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