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Marktkommentar: Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Märkte hoffen auf „vernünftigen“ Trump
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Marktkommentar Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Märkte hoffen auf „vernünftigen“ Trump

Nachrichtenquelle: Asset Standard
15.11.2016, 00:00  |  17   |   |   

Die aktuelle Ausweitung der Anleihenspreads hält Bantleon für übertrieben. Warum, erklärt Senior Analyst Dr. Daniel Hartmann.

Die Trump-Wahl hat an den Finanzmärkten zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Während die Investoren an den Aktienbörsen darauf setzen, dass Trump seine wachstumsfreundlichen Massnahmen umsetzt, leiden die Anleihenmärkte unter den aufkommenden Inflationsängsten. In Italien und Frankreich hat überdies die Furcht vor den Populisten einen zusätzlichen Schub erfahren.

Aus unserer Sicht hat die Präsidentschaftswahl einige Tendenzen beflügelt, die ohnehin bereits im Gange waren (z.B. steigende Inflationsängste). Die aktuelle Ausweitung der Anleihenspreads halten wir indes für übertrieben.

Hielt der Brexit-Schock an den Aktienbörsen immerhin noch einige Tage an, war der Trump-Schock bereits nach einem Vormittag verdaut. Der Dow Jones Index sprang zum Ende der vergangenen Woche sogar auf einen neuen Rekordstand. Die Märkte setzen darauf, dass bei Trump die Vernunft (!) siegt und er vor allem seine wachstumsstimulierenden Wahlkampfversprechen (Steuersenkungen, Infrastrukturinvestitionen) umsetzt, während es bei den Handelsbeschränkungen schon nicht so schlimm kommen wird. Dies beflügelte vor allem Aktien aus dem Infrastruktursektor (z.B. Caterpillar, Siemens, ABB).

Die Anleihenmärkte bekamen demgegenüber die negativen Seiten der wirtschaftspolitischen Agenda zu spüren. Praktisch alle potentielle Massnahmen – Erhöhung der Staatsausgaben, Zölle auf Importe, Einwanderungsbeschränkungen – lassen in der Zukunft eine höhere Inflation befürchten. Die Renditen von US-Treasuries machten entsprechend einen Satz nach oben, bei 10‑jährigen von 1,80% auf 2,20%, die 30-jährigen überquerten erstmals seit Ende 2015 wieder die 3,00%-Marke.

Im Windschatten der US-Märkte gerieten auch die Bonds der Eurozone unter Druck, obwohl die Auswirkungen auf die Inflation hierzulande lange nicht so eindeutig sind. Dennoch sprangen die Bund-Renditen am langen Ende der Kurve um 20 Bp nach oben und beschleunigten damit den bereits bestehenden Aufwärtstrend.

Noch stärker unter die Räder gerieten die übrigen Anleihenmärkte der Eurozone – allen voran Italien, überraschenderweise aber auch Frankreich. Hier macht sich eine andere Schlussfolgerung der US-Wahl bemerkbar: Trump gilt als weiteres klares Indiz dafür, dass der globale Populismus auf dem Vormarsch ist. Einem Sieg Marine le Pens bei der französischen Präsidentschaftswahl werden nunmehr noch grössere Chancen eingeräumt und das Senats-Referendum in Italien am 4. Dezember gilt so gut wie verloren.

Wir sehen das Ganze etwas nüchterner. Ohne Frage hat die US-Wahl als Katalysator für Entwicklungen gewirkt, die sich ohnehin schon im Gang befunden haben. So sind die Inflationserwartungen bereits vor Wochen in einen Aufwärtstrend eingeschenkt. Spiegelbildlich sind die Anleihenmärkte unter Druck geraten. Dazu haben – neben den stabilen Rohstoffpreisen – nicht zuletzt die überraschend positiven Konjunkturdaten der vergangenen Monate beigetragen.

Auch wir sind der Meinung, dass die Trendwende bei der Inflation eingetreten ist. Allerdings dürfte der Prozess in der Eurozone langsamer vonstattengehen als gedacht. Der fundamentale Preisdruck ist hier nach wie vor gering. Die Kerninflation sollte vorerst sehr niedrig (< 1,0%) bleiben. Entsprechend halten wir daran fest, dass die EZB am 8. Dezember beschliesst, ihr Anleihenkaufprogramm zu verlängern.

Auf keinen Fall werden die Währungshüter überdies eine nachhaltige Spreadausweitung in den Peripherieländern tolerieren. Fundamental gibt es dafür ebenfalls keine neuen Indizien. Die politische Lage ist zwar in Italien weiterhin schwierig. Gleichzeitig haben sich die Wirtschaftsdaten aber zuletzt einigermassen stabil gezeigt. Gleiches gilt für das Haushaltsdefizit. Dies musste sogar S&P anerkennen. Die Rating-Agentur hielt am vergangenen Freitag an seinem stabilen Rating-Ausblick (BBB-) für Italien fest. Wir gehen daher davon aus, dass sich die Lage an den Spread-Märkten wieder beruhigt.

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