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Gold - Was wäre, wenn…

26.11.2016, 09:44  |  5099   |   |   

In den letzten Jahren bot sich an den Anleihemärkten folgendes Bild: Die Kurse der Anleihen stiegen spürbar an. Die Renditen sanken. Obwohl die Anleihen in den letzten Jahren so gut wie keine Zinsen abwarfen, versprach ein Engagement in Anleihen doch quasi „garantierte“ Kursgewinne. Das billige Geld machte es möglich. Es strömte in den Anleihemarkt und die Kurse legten weiter zu. Es kam zu einer Überhitzung. Das Bild von der Anleiheblase wurde in der jüngsten Vergangenheit daher auch immer öfter bemüht.

Aktuell steigen nun die Renditen der US-Staatsanleihen. Und das durchaus dynamisch! Für den Anstieg der Renditen gibt es wiederum verschiedene Ursachen. Aus unserer Sicht ist die aktuelle Entwicklung ein Indiz dafür, dass Anleger wieder das Risiko suchen und sich von Anleihen trennen, um das freigesetzte Kapital etwa in riskantere Anlagen, wie etwa Aktien, zu stecken. Sinkende Anleihekurse führen zu steigenden Renditen. Die Entwicklung der (US-)Aktienindizes würde diese Annahme stützen. Neben der genannten Möglichkeit gibt es weitere Gründe, warum die Renditen derzeit zulegen. Aber die genannte ist aus unserer Sicht die Wahrscheinlichste…    

Unabhängig davon, dass der aktuelle Renditeanstieg den Plänen Trumps wenig zuträglich ist, stellt sich dennoch die Frage, was passiert, sollte die Attraktivität der Anleihen weiter sinken bzw. sollte der Anleihemarkt gar kollabieren?

Ein großer Teil des freigesetzten Kapitals dürfte wahrscheinlich zunächst in die Aktienmärkte fließen. Dieser Prozess scheint ja bereits angelaufen zu sein. Doch an den Aktienmärkten droht dann ebenfalls über kurz oder lang eine Überhitzung. Die Gefahr einer signifikanten Korrektur, insbesondere an den US-Märkten, ist bereits jetzt sehr groß. Die jüngste Trump-Rally (der Dow Jones legte fast 1.000 Punkte seit der Wahl zu) fußt auf Spekulationen und vollmundigen Wahlversprechen. Was wäre also, wenn sich die Realität Bahn brechen würde und sich die ganzen Vorschusslorbeeren als weitestgehend ungerechtfertigt herausstellen? Zumindest sollte es dann zu einer Korrektur an den (US-)Aktienmärkten und auch beim Greenback kommen. Davon würden wiederum Gold und Silber profitieren…

Schauen wir auf die charttechnische Verfassung von Gold. Mit dem Verlust der 1.200er Marke drohen aus unserer Sicht neue Abverkaufswellen. Ein panischer Ausverkaufstag wäre mit Blick auf die mittel- bis langfristigen Perspektiven (die wir im Übrigen noch immer sehr bullisch einstufen) sogar wünschenswert. So manche Korrektur endete auf diese Art und Weise. Gleichzeitig könnte – sollte dieser Fall eintreten - der Grundstein für eine durchgreifende Erholung gelegt werden. Weitaus nervenaufreibender wäre es, wenn sich Gold wieder in so einer zähen Korrektur ergehen würde wie in den Jahren bis Anfang 2016...

Im Chart zeigt sich deutlich, dass sich zwischen 1.200 und 1.100 US-Dollar allenfalls untergeordnete Unterstützungen finden lassen. Insofern stehen ab jetzt die 1.100 US-Dollar auf der Agenda. Es sei denn, Gold bekommt rasch die Kurve und dreht wieder nach oben ab und überschreitet die 1.200 US-Dollar nachhaltig...  Dann würde aus dem jüngsten Rücksetzer eine Art Bärenfalle werden und die Karten wären wieder neu gemischt! Spannung bleibt garantiert.

Die Lage ist für Gold derzeit also wenig komfortabel, um es einmal wohlwollend zu umschreiben. Auch wenn es schwerfällt, die Ruhe und Übersicht in der aktuellen Situation zu bewahren, aber genau das ist es, was man jetzt machen sollte. Der mediale Abgesang auf Gold hat derzeit wieder Hochkonjunktur. Analysten unterbieten sich bereits in ihren Kurszielen bzw. Korrekturzielen. Die Masse streckt die Waffen. Mittlerweile ist die Stimmung am Goldmarkt nahtlos von Optimismus in Pessimismus übergegangen. Und das ist wiederum auch ein Indiz für das nahende Ende der Korrektur.

 



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