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Marktkommentar: Gershon Distenfeld (AB Europe): Volatilität kann auch nützlich sein
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Marktkommentar Gershon Distenfeld (AB Europe): Volatilität kann auch nützlich sein

Nachrichtenquelle: Asset Standard
17.11.2016, 00:00  |  13   |   |   

Auch im von politischen Risiken geprägten Jahr 2016 ist es für findige Anleger möglich, die nervösen Anleihenmärkten für sich zu nutzen, ist Gershon Distenfeld sicher.

In einigen Jahren werden wir vielleicht auf 2016 als dem Jahr zurückblicken, als politisches Risiko eine ständige Bedrohung für die Investmentwelt wurde. Doch nur Mut: Es ist für findige Anleger möglich, die Turbulenzen an den nervösen globalen Anleihenmärkten zu ihren Gunsten zu nutzen.

Ein gewisses Maß an politischem Risiko mussten Anleger schon immer hinnehmen. Doch das aktuelle Jahr ragt schon heraus. Erstens sticht die ungewöhnliche Häufung politischer Krisen ins Auge. Zweitens deren Ursprungsorte: vornehmlich westliche Industrieländer. Von Brexit über die US-Präsidentschaftswahl und darüber hinaus, Wähler und Politiker sind frustriert über das niedrige Wachstum und kehren den Blick nach innen, werden immer protektionistischer und fremdenfeindlicher.

Diese Entwicklung hat zu einer erhöhten Volatilität an den Märkten geführt. Doch hier ist der Clou: Volatilität und langsames Wachstum sind nicht notwendigerweise schlecht für Anleihenmärkte und ihre Anleger. Ersteres bietet Chancen für die Schaffung von Mehrwert, Letzteres hält die Zinsen in Schach.

Die Unternehmen sind in Zeiten schwacher Konjunktur meist auch vorsichtiger und vermeiden eine überzogene Schuldenaufnahme. Das mag ein Problem für Aktienbewertungen sein, für Anleihenkurse und Gläubiger ist es jedoch positiv.

Solange die globale Wirtschaft also eine Rezession vermeiden kann, sollten sich festverzinsliche Anlagen gut entwickeln. Hier einige wichtige Tipps:

1. Hände am Lenkrad lassen

Volatilität schafft Chancen. Wenn eine negative Überraschung wie der Brexit passiert, führt dies oft zu einer schnellen, aber fundamental nicht gerechtfertigten Verkaufswelle. Manager mit Liquiditätspolstern im Portfolio sind nun in der Lage, zu Schnäppchenpreisen zu kaufen.

Auch im Bereich hochverzinslicher Energieanleihen war das jüngst zu beobachten. Sie wurden im vergangenen Jahr im Zuge des sinkenden Ölpreises über Gebühr abgestraft. Nach dem Brexit-Ergebnis spülten Verkaufswellen bei europäischen High-Yields, einigen Schwellenländerwährungen sowie Anleihen europäischer Banken eine neue Käuferschicht auf den Markt, die Energieanleihen zu attraktiven Kursen erwarben.

Nichts davon kann man freilich mit einem Portfolio im Autopilot-Modus erreichen. Ein aktiver Ansatz hingegen gibt dem Manager die Flexibilität, fehlgepreiste Wertpapiere zu finden. Wer an der Benchmark klebt, ist dazu nicht in der Lage. Daher haben sogar durchschnittliche aktive High-Yield-Fonds die jeweiligen ETFs geschlagen.

2. Diversifikation ist Trumpf

Es gibt nach wie vor „Crowded Trades“ im Markt, die zu Engpässen führen. Wir sehen deshalb bei jeder neuen Turbulenz Massen von Anlegern aus einem bestimmten Sektor flüchten. Das schafft Chancen für Anleger mit dem Rückgrat für konträres Investieren. Ein globaler Multi-Asset-Ansatz, der sektoral und regional gut diversifiziert ist, bietet auch diverse Quellen für Zins- und Kapitalerträge. In einigen hochverzinslichen Sektoren, wie etwa Schwellenländerwährungen und -anleihen, sind die Bewertungen heute sogar auf den attraktivsten Niveaus seit Jahren.

3. Auf den Kreditzyklus achten

Diversifikation ist immer wichtig, aber in den fortgeschrittenen Stadien des Kreditzyklus ist dies noch verstärkt der Fall. Und just dort befinden wir uns in vielen Sektoren. Es ist dabei wichtig zu beachten, dass es keinen global harmonisierten Kreditzyklus gibt, sondern regional und sektoral erhebliche Unterschiede bestehen.

In der Vergangenheit war die Korrelation oft hoch. Doch Geldpolitik und Wachstumsraten in den einzelnen Ländern und Branchen entwickeln sich mittlerweile höchst unterschiedlich.

Flexible Anleger könnten etwa ihr Engagement in spätzyklischen Sektoren oder Regionen verringern, etwa bei europäischen Industrietiteln, und im Gegenzug die Allokation zu Sektoren mit attraktiveren Bewertungen wie zum Beispiel US-Hypothekenkrediten erhöhen.

Selbst nach überstandener US-Wahl erwarten wir weiterhin hohe politische Unsicherheiten angesichts des anstehenden italienischen Verfassungsreferendums und der deutschen Bundestagswahlen im kommenden Jahr. Doch mit einem flexiblen Ansatz können Anleger ihr Portfolio einerseits schützen und andererseits dennoch Vorteile aus den Chancen ziehen, die volatile Märkte bieten.

Die hier geäußerten Einschätzungen und Meinungen sind weder Analysen noch dienen sie als Investmentberatung oder Anlageempfehlung. Sie geben nicht notwendigerweise die Ansichten aller Portfoliomanagementteams von AB wieder.

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