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Mehrwertsteuerbetrug Milliardenbetrug… EU-Kommission sagt Steuerbetrug im Onlinehandel den Kampf an

29.11.2016, 15:01  |  2123   |   |   

Betrug ohne Risiko. Gibt es nicht? Gibt es doch! Zumindest nahezu. Doch wo gibt es eine einprozentige Wahrscheinlichkeit, überhaupt erwischt zu werden? Beim Steuerbetrug im Onlinehandel. Nun sucht die EU-Kommission Abhilfe.

Die Europäische Kommission will den Kampf gegen den Steuerbetrug im Onlinehandel verschärfen. Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ plant die Behörde, dass künftig von außerhalb der Europäischen Union importierte Waren generell mit einer Einfuhr-Umsatzsteuer belegt werden. Aktuell sind Waren im Wert von weniger als 22 Euro von der Steuer befreit. Aus diesem Grund deklarieren viele Onlinehändler - zum Beispiel aus China - den Wert der versendeten Waren betrügerisch nach unten. Ziel: Vermeidung von Steuerzahlungen.

Mehrwertsteuerbetrug in Milliardenhöhe - nahezu ohne Risiko

Nach Schätzungen der EU-Kommission entgehen dem Fiskus durch den Betrug im Zusammenhang mit der 22-Euro-Grenze eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen. Insgesamt sollen sich die Verluste durch Mehrwertsteuerbetrug im Internethandel in der EU auf fünf Milliarden Euro summieren. Bis 2020 dürfte der Wert auf sieben Milliarden Euro ansteigen.

Es scheint so einfach und auch so sicher. Denn das Risiko, ertappt zu werden, ist vergleichsweise gering. Gerade einmal ein Prozent der 150 Millionen Pakete, die in der Europäischen Union jährlich unter die Freihandelsgrenze fallen, werden überhaupt kontrolliert. „Man hat eine einprozentige Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden“, sagt ein EU-Beamter der Zeitung.

Neben einer generellen Einfuhr-Umsatzsteuer will die EU-Kommission auch Online-Handelsplattformen wie Amazon und Ebay stärker in die Pflicht nehmen. Den Plänen zufolge sollen sie künftig die entsprechenden Steuern erheben. Noch ist das Ganze nicht in trockenen Tüchern. Kommende Woche könnte es bereits konkreter werden.
 

Wertpapier: Amazon.com, eBay


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Kommentare

Als ob es den Zoll auch nur ansatzweise interessieren würde, welche Fantasiewerte auf den Auslandssendungen stehen!!! Nach meinen üppigen Erfahrungen hat man vielleicht eine 1% Chance, dass mal etwas unentdeckt durchrutscht, aber sicher nicht umgekeht (zumindest nicht in D).
Geändert werden sollte die Praxis aber auf jeden Fall, nur kommen bei unseren Bürokraten dabei garantiert Paketlaufzeiten von 3-6 Monaten (statt akt. 4-6 Wochen) raus :(

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