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Stellenabbau bei Airbus Airbus streicht mehr als 400 Arbeitsplätze in Deutschland! Welcher Standort wackelt?

29.11.2016, 17:21  |  1660   |   |   

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus streicht 1164 Stellen - 429 davon in Deutschland. Im Zuge des Jobabbaus bei der werden auch im bayerischen Ottobrunn viele Stellen wegfallen. „Von den 429 Arbeitsplätzen, die in Deutschland abgebaut werden sollen, ist vor allem Ottobrunn bei München betroffen“, bestätigte Personalvorstand Thierry Baril gegenüber der Tageszeitung „Die Welt". Ebenfalls betroffen seien „einige Zentralfunktionen an Standorten wie Hamburg, Bremen oder Ulm“, so Baril weiter.
 
Der Luft- und Raumfahrtkonzern hatte am Dienstag angekündigt, dass konzernweit rund 2000 Stellen wegfallen oder verlegt werden. Der Einschnitt betrifft vor allem die Verwaltung des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns und bedeutet eine Konzentration auf die Airbus-Zentrale in Toulouse; dieser Umbau kostet allein 1.164 Stellen, wovon fast die Hälfte auf Jobs in Deutschland entfällt.

„Die für nächstes Jahr geplante Restrukturierung ist der Abschluss der vor vier Jahren getroffenen Entscheidung, den Verwaltungssitz der Gruppe von Ottobrunn und Paris in Toulouse zusammenzulegen“, sagte Baril der Zeitung.
 
Der Standort Suresnes soll sogar komplett aufgegeben werden. „Wir werden dann der nur noch eine kleine Anzahl von Mitarbeitern in Paris vorhalten, etwa für Themen wie Regierungsbeziehungen“, so Baril weiter. „Durch die Zusammenlegung wollen wir auch Kosten sparen, weil wir unerbittliche Mitstreiter im globalen Wettbewerb haben sowie viele neue Anwärter, die auf den Markt drängen und sehr viel kostengünstiger arbeiten als wir.“
 
„Wir werden eine Reihe von sozialen Maßnahmen für die betroffenen Mitarbeiter anbieten“, sagte Personalchef Baril zu der geplanten Restrukturierung, über die nun die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern beginnen. „Wenn wir aber Anfang 2018 feststellen sollten, dass wir damit unsere Ziele nicht erreichen, müssten wir betriebsbedingte Kündigungen ins Auge fassen.“

Einigung mit Sozialpartnern für Mitte 2017 anvisiert

Airbus-Chef Tom Enders hatte bereits Ende September angekündigt, das Management des Konzerns zu straffen. Im Kern geht es darum, das Management der bisher in einer Tochtergesellschaft geführten Passagierjet-Sparte mit der Leitung des Dachkonzerns zusammenzubringen. Enders will damit den Konzern beweglicher machen.

Das Unternehmen beschäftigt gut 136 000 Mitarbeiter. Eine Einigung mit den Sozialpartnern über den Stellenabbau soll es bis Mitte kommenden Jahres geben. Gewerkschaften hatten in Frankreich bereits vor rund einer Woche darüber berichtet, dass bei dem Konzern über 1000 Stellen zur Disposition stehen.  In Frankreich sind beim Abbau rund 640 Stellen betroffen.

Enders erklärte, Airbus werde aus der Integration gestärkter hervorgehen. Nach dem Triebwerk-Desaster beim Militärtransporter A400M und Produktionsproblemen beim neuen Langstreckenjet A350 steht das Unternehmen unter Druck. Hinzu kommt die schleppende Nachfrage beim Großraum-Jet A380. Zugleich kann der Konzern aber prall gefüllte Auftragsbücher für kleinere Passagierjets vorweisen.

(mit dpa-AFX)

Wertpapier: Airbus Group


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