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Daimler: Große Sparrunde als letzte Rettung?

Gastautor: Holger Steffen
30.11.2016, 07:30  |  355   |   |   

Die Lage von Daimler bleibt zwiespältig. Das PKW-Geschäft brummt, für die LKW-Sparte sieht es mau aus. Das Unternehmen steuert mit kräftigen Kostenkürzungen dagegen, um die Chancen für ein Gewinnwachstum im nächsten Jahr zu retten.

Die aktuelle Analyse von Barclays zu Daimler hat weiterhin einen skeptischen Grundton, und die Analysten bringen die neuralgische Stelle auf den Punkt: Sie fürchten, dass der Gewinn des Konzerns „den Zenit erreicht haben könnte“.

Das spiegelt sich auch in einer auffälligen Diskrepanz bei den Konsensschätzungen zu Daimler wider. Im Sommer wurde der Abwärtstrend der durchschnittlichen Prognose zum Gewinn je Aktie in 2016 gestoppt, zuletzt dominierten leichte Aufwärtsrevisionen. Das gilt aber nicht im Bezug auf die Erwartungen für das nächste Jahr, denn die wurden zuletzt wieder etwas reduziert.

Das liegt weniger am PKW-Geschäft, das auch im Oktober wieder mit glänzenden Absatzzahlen überzeugen konnte. Demgegenüber entwickelt sich der LKW-Absatz nach Aussage des verantwortlichen Managers Wolfgang Bernhard in allen Regionen außerhalb von Europa schlechter als erwartet.

Daher wird nun die Axt an den Kosten noch stärker angesetzt, als ohnehin schon geplant. Bislang beliefen sich die Einsparpläne auf 1 Mrd. Euro bis 2018, jetzt sollen weitere 400 Mio. Euro hinzukommen.

Das Unternehmen versucht so, die Chance für das Gewinnwachstum des Konzerns in 2017 zu erhalten. An der Börse sind die neuen Informationen zu den Problemen der LKW-Sparte gestern aber nicht gut angekommen. Die Aktie klemmt somit weiter unter der mächtigen Widerstandszone zwischen 65 und 66,50 Euro fest. Erst, wenn klar wird, ob Daimler trotz des Gegenwinds in der Nutzfahrzeugsparte die Ergebniserwartungen für 2017 erfüllen kann, bestehen Chancen auf einen nachhaltigen Ausbruch.

Wertpapier: Daimler

Themen: Euro, Börse, Daimler


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Kommentare

Und für 2017 ist immer noch 8,50 E als
Nettogewinn/Aktie prognostizeirt (comdirekt) (Kurs 62,14, Gewinn 8,50, KGV 7,31)

Und bis 2018 kann ich noch nicht gucken.
Ich suche noch einen Analysten, der dies sicher kann.

Der würde sich sicher auch bei den Wetterfröschen gut machen, die haben auch noch Bedarf
für längerfristige sichere Prognosen.
Daimler: Große Sparrunde als letzte Rettung?"

Letzte Rettung, so ein Blödsinn, wofür soll die gut sein?

Trotz der Krise in der LKW Sparte erwartet man
für Daimler in 2016 einen Gewinn von 8.13 E/A

Dies entspricht einem KGV von 7,62 ( Kurs 62,12, Nettogewinn 2016 8,13 E, comdirekt)
Wozu ist bei solchem KGV eigentlich Rettung nötig?

Ein Gewinnrückgang auf die Hälfte würde Daimler endlich wieder ein normales KGV
bescheren wie es etwas BASF hat und Daimler würde immer noch besser aussehen als
BASF mit einem KGV von 16,96 (Kurs 80,40, Nettogewinn 4,74 E, nach Comdirekt ).

Die Frage kann man auch anderes stellen,

wer errettet Daimler endlich von seinen unterirdischen KGV und bringt Daimler auf ein
KGV von vielleicht 12, um nicht zu gierig zu erscheinen?

Man kann dazu den Kurs erhöhen oder den Gewinn erniedrigen.
(KGV 12, Gewinn 8,13 E, : Kurs 97,56 E,
oder KGV 12, Gewinn 5,17 E: Kurs 62,12) .

Bei dem jetzigen KGV interessiert es mich nicht die Bohne, wenn der Gewinn um einen Euro zurückgehen würde, es bliebe immer noch genug Gewinn, um eine vernünftige Dividende zu zahlen.
Nix NULL Gewinn bei Tesla - in gut informierten Kreisen wird mit einer Milliarde Verlust gerechnet - dank der inkubierten Dachpfannenbude ab jetzt pro Quartal! ;-)
Und die Null Euro Gewinn Firma Tesla bei Kursen,
die im Himmel angesiedelt sind.

Man muss und kann nicht alles verstehen.
Vielleicht sollte Daimler LKW Sparte als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen,
damit die Aktionäre nur jeweils eine Firma im Blick haben.

Mit zwei Sparten unter einem Dach sind sie offensichtlich überfordert und sehen
nur schwarz, wo es auch viel Licht gibt.

Zinsen fast auf Null, KGV unter 8 und die Dividendenrendite bei über 5 %, wobei noch nicht mal 50 % des Nettogewinns ausgeschüttet werden.

Das ist doch ein ganz verrücktes Spiel.
Die spinnen, die Börsianer.

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