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Rohstoffe: Ölpreis: Tag der Entscheidung
Foto: www.commerzbank.de

Rohstoffe Ölpreis: Tag der Entscheidung

Gastautor: Eugen Weinberg
30.11.2016, 11:31  |  2226   |   |   

Energie: Die Marktteilnehmer schauen heute gebannt nach Wien, wo sich die OPEC zu ihrer 171. offiziellen Sitzung trifft. Erstmals seit acht Jahren könnten die OPEC-Länder eine Kürzung der Fördermenge beschließen, was eine Abkehr von der vor zwei Jahren beschlossenen Strategie der Markträumung über den Preis bedeuten würde. Der Ölmarkt ist im Vorfeld der Sitzung äußerst nervös. Gestern gaben die Preise um knapp 4% nach, heute liegen sie 6% im Plus. Eine gemeinsame Haltung der OPEC-Länder zeichnet sich bislang nicht ab. Saudi-Arabien fordert vom Iran und vom Irak, sich an Produktionskürzungen zu beteiligen. Der Iran fordert wiederum von Saudi-Arabien eine stärkere Reduktion der Fördermenge. Die von Saudi-Arabien vorgeschlagene Kürzung der eigenen Produktion um 500 Tsd. Barrel pro Tag wäre nichts anderes als die Rückführung vom bis zuletzt noch immer hohen Sommerniveau auf das niedrigere Winterniveau. Wir erachten eine „kleine“ Produktionskürzung um 700 Tsd. Barrel pro Tag daher als wahrscheinlichsten Ausgang, welche von Saudi-Arabien und den verbündeten Golfanrainerstaaten notfalls auch allein bestritten werden könnte. Dazu müssten sich die anderen OPEC-Länder aber verpflichten, ihre Produktion nicht auszuweiten. Der Markt würde darauf wohl mit einem Preisanstieg auf 50 USD je Barrel reagieren. Denn der Ölmarkt wäre damit im ersten Halbjahr 2017 ausgeglichen. Kommt keine Einigung zustande, würde der Ölpreis voraussichtlich in Richtung 40 USD je Barrel abstürzen. Für einen Anstieg über 50 USD je Barrel wäre eine Kürzung der Fördermenge um mehr als 700 Tsd. Barrel pro Tag erforderlich. Dafür müssten sich andere Länder beteiligen, was unwahrscheinlich ist.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4QLE Bull Oil WTI Light Crude Future Jan 2017 Hebel 10,9
CE48ZC Bear Oil WTI Light Crude Future Jan 2017 Hebel 14,8

Edelmetalle: Der Goldpreis bewegt sich weiter in einer sehr engen Handelsspanne und notiert heute Morgen weitgehend unverändert bei rund 1.190 USD je Feinunze. In Euro gerechnet kostet Gold knapp 1.120 EUR je Feinunze. Auch gestern gab es wieder ETF-Abflüsse. Die Bestände wurden diesmal um fünf Tonnen abgebaut und sind damit den 13. Handelstag in Folge gefallen. Die niedrigen Goldpreise locken somit offenbar noch nicht wieder Käufer an. Im Gegenteil: So wird für Indien sogar ein deutlicher Rückgang der Goldnachfrage in den nächsten Monaten erwartet. Im Oktober waren die Goldimporte im Zuge der hinduistischen Feiertage noch deutlich gestiegen. Und auch im November waren sie in unmittelbarer Reaktion auf den Bargeldentzug der indischen Regierung nach oben geschossen. Mittlerweile hält sich die Bevölkerung dort aber mit Goldkäufen stark zurück. So erachtet der Verband der indischen Gold- und Schmuckhersteller die Goldimporte im Dezember und Januar als „vernachlässigbar“. Goldhändler in Indien, Dubai und Hongkong erwarten, dass die indischen Goldimporte in den nächsten beiden Monaten zusammen auf nur 60-70 Tonnen fallen könnten. Ein Jahr zuvor hatte Indien in diesem Zeitraum noch über 180 Tonnen Gold eingeführt. Derzeit läuft in Indien zwar die Hochzeitssaison, die für gewöhnlich die stärkste Nachfragezeit dort darstellt. Aufgrund des Bargeldentzugs werden aber viele Hochzeiten verschoben, so dass diesmal nicht mit positiven Impulsen für die Goldnachfrage zu rechnen ist.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE54T0 Bull Silber Hebel 6,5
CE4QBF Bear Silber Hebel 12,0

Industriemetalle: Bei den Industriemetallen gab es gestern eine längst überfällige Korrektur. Der LME-Industriemetallindex fiel von seinem 18-Monatshoch um 3,4%. Besonders stark unter Druck standen Zink und Blei, welche beide fast 7% verloren. Nickel gab um annähernd 5% nach, Kupfer verbilligte sich um 3%. Neben Gewinnmitnahmen spekulativer Finanzanleger dürften auch die stark gefallenen Ölpreise im Vorfeld der heutigen OPEC-Sitzung (siehe Energie auf Seite 1) die Metallpreise belastet haben. Auch heute Morgen sind die Metallpreise leicht im Minus. Sie handeln unseres Erachtens aber noch deutlich über den gerechtfertigten Niveaus, so dass wir weiteres hohes Korrekturpotenzial sehen.
In Chile ist im Oktober die Kupferminenproduktion eingebrochen. Gemäß Daten des nationalen Statistikinstituts ist sie im letzten Monat im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf gut 445 Tsd. Tonnen gefallen. Dies ist der niedrigste Oktober-Wert seit 2003. Zwar haben auch niedrigere Metallgehalte in den Erzen eine Rolle gespielt. Als wichtigste Gründe für den starken Produktionsrückgang nannte das Statistikinstitut jedoch vorübergehende Minenschließungen nach Unfällen, technische Schwierigkeiten und Wartungsarbeiten. Da dies überwiegend temporäre Faktoren sind, dürfte die Kupferminenproduktion bald wieder ausgeweitet werden. Die chilenische Kupferkommission Cochilco erwartet im nächsten Jahr einen Anstieg um 5,5%.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CR52L5 Long Copper Future Mar 17 Faktor 1
CR52L7 Short Copper Future Mar 17 Faktor -1

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Themen: Öl, Gold, OPEC


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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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