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„Zerstörerischer Streit“ um Partikularinteressen? Lufthansa-Streiks: Warnung vor negativen Folgen für die europäische Wirtschaft

30.11.2016, 14:01  |  1473   |   |   

Die Europäische Kommission hat angesichts der anhaltenden Streiks bei der Lufthansa die Beteiligten zu einer raschen Einigung aufgefordert. "Das Recht zu streiken ist ein Grundrecht der Arbeitnehmer in der Europäischen Union. Daran gibt es keinen Zweifel", sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc der Tageszeitung „Die Welt". Ergänzt jedoch: “Ich appelliere aber an alle Beteiligten, sich dabei auch konstruktiv zu verhalten und einen Weg zu finden, die Dinge einer Lösung zuzuführen."

Zugleich warnte sie vor negativen Auswirkungen des Streiks für die europäische Wirtschaft. "Die Akteure im Luftfahrtsektor sind so eng miteinander verwoben, dass das Verhalten einzelner nationaler Interessengruppen erhebliche Kosten für alle Beteiligten in Europa verursachen kann. Das kann so nicht weiter gehen, wir müssen da gemeinsam an einer Lösung arbeiten."

Am Dienstag und Mittwoch hatte die Lufthansa wegen des Streiks der Gewerkschaft Cockpit mehr als 1700 Flüge gestrichen. Die Gewerkschaft verlangt für die 5400 Piloten Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über fünf Jahre.


Öffentliches Kräftemessen im „zerstörerischen Streit“ um Partikularinteressen

Das Vorgehen der streikenden Piloten trifft nicht bei der übrigen Lufthansa-Belegschaft auf Verständnis. Für diesen Mittwoch haben sowohl die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als auch der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals zu entgegengesetzten Demonstrationen vor der Lufthansa-Unternehmenszentrale aufgerufen.

Öffentliches Kräftemessen im eigenen Haus? Der Boden-Betriebsrat Frankfurt fordert in seinem Aufruf ein schnelles Ende des "zerstörerischen Streits" und verlangt von der VC, in eine Schlichtung einzuwilligen. Die Durchsetzung von Partikularinteressen gehe auf Kosten aller anderen Kollegen. "Vielmehr muss es darum gehen, den notwendigen Konzernumbau im Sinne aller Lufthanseaten konstruktiv und in die Zukunft gerichtet zu begleiten. Tarifforderungen müssen sich den realen Marktbedingungen stellen", heißt es laut Nachrichtenagentur „dpa-AFX“ in dem nicht namentlich unterzeichneten Aufruf.

Bald auch Streiks bei Lufthansa-Tochter Germanwings?

Im zugespitzten Lufthansa -Tarifkonflikt könnten der "Bild"-Zeitung zufolge in den nächsten Tagen auch Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings drohen. Das berichtete das Blatt am Mittwoch unter Berufung auf Kreise der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die VC war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wertpapier: Lufthansa


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