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DIW-Chef Fratzscher Too big to Save: "Wenn Italien in Schieflage gerät, könnte dies den Euro gefährden"

01.12.2016, 09:38  |  2729   |   |   

Wackelt am Sonntag das Projekt der Europäischen Union? Am 4. Dezember stimmen die Italiener über die weitreichendste Verfassungsreform in der Geschichte des Landes ab. Inhalt des Referendums: Der Senat soll von 315 auf 100 Sitze verkleinert werden. Mit der Verkleinerung einer der Parlamentskammern sollen die ständigen Regierungswechsel der Vergangenheit angehören.

Führt der Wunsch nach Stabilisierung der Regierung letztlich zur Destabilisierung des Landes mitsamt der Europäischen Union? Könnte sein, denn Regierungschef Matteo Renzi hat mit dem Ausgang der Abstimmung seine politische Zukunft verknüpft. Doch damit könnte er sich reichlich verspekuliert haben, denn aktuellen Umfragen zufolge liegen die Gegner der Verfassungsreform vorn. Eine Niederlage jedoch könnte den Rücktritt Renzis und vorgezogene Neuwahlen zur Folge haben, aus denen die euro-kritische Fünf-Sterne-Bewegung als Sieger hervorgehen könnte.

Geht Italien den Bach runter, gefährdet das auch Deutschland

Eine warnende Stimme ist Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Ein Scheitern des Verfassungsreferendums in Italien könnte für das Land wirtschaftlich gefährlich werden. „Das Vertrauen von Unternehmen und Investoren in die italienische Wirtschaft ist bereits angeschlagen und würde noch stärker leiden“, sagte Fratzscher den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.

Italien sei derzeit seine größte Sorge. „Wenn Italien den Bach runter geht, dann wird das massive Auswirkungen auch auf Deutschland haben.“ Italien habe riesige Probleme, sagt Fratzscher und nennt die schwache Wirtschaftsleistung, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die maroden Banken. Italien sei ein viel größerer Fall als Griechenland. „Italien ist ,too big to save’“, sagt Fratzscher, also „zu groß zum Retten“.  Wenn Italien in Schieflage gerate, „könnte dies den Euro gefährden und eine tiefe Rezession auch in Deutschland verursachen“, warnt der DIW-Chef.



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