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Interviews: Daniel Stefanetti (ETHENEA): „Die Zinserhöhung im Dezember ist so gut wie eingepreist
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Interviews Daniel Stefanetti (ETHENEA): „Die Zinserhöhung im Dezember ist so gut wie eingepreist"

Nachrichtenquelle: Asset Standard
01.12.2016, 00:00  |  296   |   |   

Im Interview mit FONDSexklusiv erklärt Daniel Stefanetti, Portfolio Manager bei Ethenea, wie sich der Trump-Sieg auf die US-Wirtschaft auswirkt.

Daniel Stefanetti, Portfolio Manager bei Ethenea Independent Investors S.A., erklärt im Interview, wie sich der Trump-Sieg auf die US-Wirtschaft auswirkt und welche Unternehmen von protektionistischen Maßnahmen profitieren könnten. Der erwarteten Zinserhöhung steht er gelassen gegenüber.

FONDS exklusiv: Nach dem ersten Schock scheinen sich die Asset Manager bereits mit der Wirtschaftspolitik Trumps anzufreunden. Wird diese nachhaltig funktionieren können?

Daniel Stefanetti: Die Märkte hatten den ersten Schock in der Tat schnell überwunden. Bereits mit der Siegesrede Trumps drehte die Stimmung der Anleger, da die mehr als angedeuteten Infrastrukturinvestitionen möglicherweise doch für das ein oder andere Unternehmen positiv sein könnten, und auch die Trumpschen Steuersenkungen positive Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne haben würden. Steuersenkungen und massive Staatsausgaben würden jedoch gleichzeitig zu mehr Schulden führen. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Haushaltskrise würde steigen. Wir erinnern uns an den Government Shutdown von vor drei Jahren. Und bei einer Umlegung der in der Kampagne avisierten Ausgaben auf die Staatsverschuldung kann einem schon schwindelig werden. Wenn die Märkte dies einpreisen und das Vertrauen in die Regierung nachlässt, dann könnte es für den amerikanischen Staat auch wieder teurer werden, sein Defizit zu finanzieren. Es sei daher dahingestellt, inwieweit Trump seine angekündigten Maßnahmen auch umsetzen wird und kann. Der gewählte Präsident Trump lässt nämlich sehr viel moderatere Töne anklingen als der Wahlkampfkandidat Trump. Ein mehrheitlich republikanischer Kongress und auch die Parlamentarier der Tea-Party dürften nämlich nur geringfügig an schuldenfinanzierten Staatsausgaben interessiert sein. Es wird also spannend.

Welche Unternehmen würden profitieren, wenn Trump mit seinen Forderungen im Kongress durchkommt?

Erst einmal ist alles, wie gesagt, eine Frage des tatsächlichen Handlungsspielraumes des Präsidenten Trump. Handelskriege, Protektionismus, hohe Zölle auf chinesische Importe, Abbruch bzw. Auflösung von Handelsabkommen, riesige Infrastrukturprojekte und ein Mauerbau: Hier gilt es zwischen populistischen Wahlkampfparolen und realen politischen Programmen zu unterscheiden. Zweifelsohne könnten wenig automatisierte, lohnintensive Industrien von einem aufkommenden Protektionismus profitieren. Und der Anschub großflächiger Infrastrukturprojekte erinnert an die Theorien eines John Keynes und könnte der Wirtschaft insgesamt in einem ersten Schritt auf die Sprünge helfen. Sollte Trump mit seinem Regulierungsabbau ernst machen, dann könnten davon auch amerikanische Banken profitieren.

FONDS exklusiv: Haben auch europäische Unternehmen eine Chance, von Infrastrukturausgaben zu profitieren?

Sollte es durch einen sich verstärkenden Protektionismus in den USA zu einer Gegenreaktion der Europäischen Union kommen, sprich Handelsbarrieren und einem erschwerten Zugang amerikanischer Unternehmen zum europäischen Markt, müssen sich die europäischen Unternehmen einem geringeren Wettbewerb stellen. In den USA würden sie bei diesem Szenario hingegen Marktanteile verlieren.

FONDS exklusiv: Sehen Sie Gefahren für die Anleihemärkte, wenn die Fed im Dezember ihren erwarteten Zinsschritt setzt?

Die große Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet eine Zinserhöhung im Dezember, dementsprechend ist sie so gut wie eingepreist und birgt somit keine großen Risiken mehr. Es würde sich ein Rhythmus von einer Erhöhung pro Jahr einstellen. Die Fed wird unserer Meinung nach weiterhin sehr dovish agieren. Und wenn der Zinsschritt kommt, dann handelt es sich immer noch um einen tiefen Zins, da er von 0,25 bis 0,5 Prozent auf vermutlich 0,5 bis 0,75 Prozent erhöht würde. Wichtig ist dann auch, wie der Zinszyklus fortgesetzt wird und ob er in seinem weiteren Verlauf mit den Markterwartungen übereinstimmen wird. Im Laufe des Jahres sind Markterwartungen und Fed Guidance nämlich lange auseinander gelaufen, wobei die Erwartungen des Marktes unter den Prognosen der FOMC-Mitgliedern lagen. Erstaunlicherweise sind in den letzten zwei großen Zinserhöhungszyklen der Fed die Renditen für zehnjährige Treasuries am Ende gefallen. Natürlich entsteht erst eine gewisse Volatilität, aber die Erwartung einer künftig tieferen Inflation sowie schwächeres Wachstum tragen dann dazu bei, dass die Zinskurve sich komplett abflacht.

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