DAX-0,01 % EUR/USD+0,02 % Gold+0,47 % Öl (Brent)0,00 %
Rohstoffe: Ölpreis: Das ist die Prognose für 2017!
Foto: www.commerzbank.de

Rohstoffe Ölpreis: Das ist die Prognose für 2017!

Gastautor: Eugen Weinberg
02.12.2016, 11:55  |  4697   |   |   

Energie: Der OPEC-Beschluss vom Mittwoch gab den Ölpreisen gestern nochmals Auftrieb. Brent verteuerte sich um knapp 7% und erreichte in der Spitze ein 16-Monatshoch von 54,5 USD je Barrel. WTI stieg dagegen „nur“ um gut 3% und blieb knapp unter dem Oktoberhoch von 51,9 USD je Barrel. Das deutlich größere Plus bei Brent erklärt sich größtenteils mit einem Kontraktwechsel. Ohne diesen Effekt wäre Brent um gut 4% gestiegen, also immer noch etwas stärker als WTI. Im Zuge dessen hat sich die Preisdifferenz zwischen Brent und WTI auf knapp 2 USD je Barrel ausgeweitet, was letztmals Mitte September der Fall war. Grund hierfür dürfte sein, dass die internationale Ölsorte Brent stärker vom knapperen OPEC-Angebot profitiert als das vornehmlich von US-Faktoren bestimmte WTI. Mit dem deutlich höheren Ölpreis (+13% in den letzten zwei Handelstagen) steigt zudem der Anreiz für die Schieferölproduzenten in den USA, nach Öl zu bohren, was das US-Ölangebot perspektivisch erhöhen wird. Wir haben unsere Ölpreisprognose nach der OPEC-Sitzung entsprechend angepasst. Im ersten Quartal 2017 sehen wir die Ölpreise aufgrund der OPEC-Produktionskürzung höher als bislang. Denn der Ölmarkt ist dadurch in den kommenden sechs Monaten nicht mehr überversorgt. Wie erwarten Brent bei 53 USD je Barrel im ersten Quartal (bisher 48 USD je Barrel). Das höhere Ölpreisniveau wird aber zu einem schnelleren Anstieg der US-Ölproduktion führen. Dieses zusätzliche Angebot dürfte die Ölpreise im Verlauf von 2017 belasten, so dass wir unsere Jahresendprognose für 2017 auf 48 USD je Barrel gesenkt haben (bisher 55 USD je Barrel).

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE5391 Bull Oil WTI Light Crude Future Jan 2017 Hebel 7,9
CE47WS Bear Oil WTI Light Crude Future Jan 2017 Hebel 4,1

Edelmetalle: Auch wenn Gold heute Morgen etwas fester bei rund 1.175 USD je Feinunze notiert, bleibt es dennoch im Abwärtstrend. Gestern fiel Gold auf ein 10-Monatstief von 1.160 USD und wurde dabei erneut von deutlich gestiegenen US-Anleiherenditen belastet, welche auf ein 18-Monatshoch von fast 2,5% kletterten. Auch setzten sich die ETF-Abflüsse gestern den 15. Handelstag in Folge fort. Mit 18,1 Tonnen wurde sogar der höchste Tagesabfluss seit Juli 2013 verzeichnet, der zum Großteil auf den SPDR Gold Trust in den USA zurückzuführen war. Möglicherweise verkaufen die mehrheitlich institutionellen ETF-Investoren Gold, um ihre Verluste am Anleihemarkt aufzufangen. Die US-Anleiheinvestoren verzeichneten im November den höchsten Monatsverlust seit 1990. Dagegen haben die Kleinanleger die stark gefallenen Goldpreise im letzten Monat offenbar genutzt und verstärkt Goldmünzen gekauft. Gemäß Daten der US-Münzanstalt verzeichneten die Münzabsätze im November mit 147,5 Tsd. Unzen den höchsten Wert seit Juli 2015. Dies entspricht aber lediglich 4,6 Tonnen, verglichen mit ETF-Abflüssen im letzten Monat von 108 Tonnen. Heute Nachmittag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht für November veröffentlicht. Sollte dieser positiv überraschen, könnte Gold weiter unter Druck kommen. Vor dem Hintergrund der Bundespräsidentenwahl in Österreich und dem Verfassungsreferendum in Italien (beide am Sonntag) könnte Gold zu Beginn der neuen Handelswoche aber gefragt sein. Denn in beiden Ländern haben die Anti-Establishment-Kräfte die Oberhand, was je nach Wahl-/Abstimmungsausgang zu Verunsicherung unter den Marktteilnehmern führen könnte.

Produktideen: BEST Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE5BLJ Bull Silber Hebel 9,3
CE4QAW Bear Silber Hebel 10,5

Industriemetalle: Das Auf und Ab bei den Industriemetallen geht weiter. Zum Wochenausklang stehen die Metallpreise fast allesamt unter Druck, wenn auch moderat. Gestern gab der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA, der besser ausfiel als erwartet, den Preisen kurzzeitig Unterstützung. Heute belasten offenbar schwächere asiatische Aktienmärkte und die seit gestern leicht gefallenen Ölpreise die Metallpreise.
Große Preisausschläge waren in den letzten Tagen bei Eisenerz (von Metal Bulletin erhobener Preis im chinesischen Hafen von Qingdao mit einem Eisengehalt von 62%) zu beobachten. Auf Preisrückgänge von 4,4% am Dienstag und 6,8% am Mittwoch folgte gestern ein Anstieg um 8,7%. Ein ähnlich großer Preisanstieg war schon letzte Woche zu beobachten. So schnell wie derzeit der Eisenerzpreis hin und her springt, kann sich die fundamentale Marktsituation gar nicht ändern. Das heißt im Umkehrschluss, dass auch der Eisenerzpreis derzeit stark spekulativ beeinflusst ist. Dies wird deutlich, wenn man sich die Tagesveränderungen an der Börse in Singapur oder in Dalian betrachtet. Wir sehen deutlichen Korrekturbedarf beim Eisenerzpreis. Denn das Angebot wird auf absehbare Zeit die Nachfrage übersteigen. Unseres Erachtens ist ein Preis zwischen 50 und 60 USD je Tonne eher gerechtfertigt als einer zwischen 70 und 80 USD je Tonne (siehe hierzu auch unseren gestern veröffentlichten Jahresausblick für die Industriemetalle und für Eisenerz).

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CZ33DN Long Copper Future Mar 17 Faktor 4
CZ33DL Short Copper Future Mar 17 Faktor -4

Regelmäßig auf dem laufenden Bleiben? Kein Problem mit OnStage – Dem ETF-Magazin von ComStage! Jetzt kostenlos anmelden und keine Trends mehr verpassen!

Themen: Öl, Ölpreis, USD


Verpassen Sie keine Nachrichten von Eugen Weinberg

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Gastautor

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

RSS-Feed Eugen Weinberg

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel