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Wearables: Worauf man 2017 achten sollte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.12.2016, 12:00  |  192   |   |   
BILDQUELLE: APPLE. 

Vor zwei Jahren dachten die Wall Street und das Silicon Valley, dass Wearables das nächste große Ding sein würde. Aber wie Peter Lynch in seinem Buch ‘One up on Wall Street’ warnte, ist “das nächste irgendwas niemals das nächste irgendwas – am Broadway, auf der Bestsellerliste, in der NBA oder auch an der Wallstreet.”

Viel von diesem Enthusiasmus liegt an der Veröffentlichung der Apple (WKN:865985) Watch. In einer sehr bullischen Vorhersage behauptete Katy Huberty von Morgan Stanley Apple könnte 60 Millionen Stück allein im ersten Jahr verkaufen. Apple hat im ersten Jahr tatsächlich nur 12 Millionen Stück verkauft und die Auslieferungen gingen dieses Jahr auch noch zurück, da es jetzt mehr Wettbewerb von anderen Herstellern gibt.

Apple Watch. Bildquelle: Apple

Die Aktie von Fitbit (WKN:A14S7U), dem größten Hersteller von tragbaren Fitness-Trackern auf der Welt, stieg seit dem Kurs beim Börsengang von 20 US-Dollar auf fast 50 US-Dollar, bevor sie auf etwa 8 % abstürzte. Grund dafür waren die Sorgen um weniger hohe Verkaufszahlen, steigende Kosten und eine Überschwemmung des Marktes. Google Glass von Alphabet (WKN:A14Y6H) sollte die neue Ära smarter Brillen einläuten, floppte aber aufgrund von Bedenken um die Privatsphäre und wurde dann im letzten Januar eingestellt. Der Markt für Wearables hat sicher einige übereifrige Unternehmen in den letzten zwei Jahren bitter enttäuscht, aber wird es dem Markt, der noch in den Kinderschuhen steckt, im nächsten Jahr vielleicht besser ergehen? Wir wollen einmal ein paar wichtige Trends untersuchen, die den Markt 2017 beeinflussen werden.

Die Entwicklung des Marktes für Smartwatches

Die Auslieferungen bei Smartwatches fielen während Q3 2016 um 51,6 % im Jahresvergleich (laut IDC). Die Absatzzahlen bei Apple fielen um 71,6 % auf nur mehr 1,1 Millionen Stück, was den schlimmsten Rückgang im Jahresvergleich unter den drei größten Herstellern markiert.

Die Auslieferungen von Garmin (WKN:A1C06B) stiegen dagegen um 324,2 % im Jahresvergleich auf 600.000 Stück. Damit ist das Unternehmen der zweitgrößte Hersteller nach Apple. Dieses Wachstum wurde begünstigt von den Connect-IQ-Uhren, dem High-End Fenix Chronos und den GPS-fähigen Geräten aus den Bereichen Gesundheit und Fitness.

Fenix Chronos. Bildquelle: Garmin

Samsung, das auf dem dritten Platz zurückgefallen ist, konnte seine Auslieferungszahlen um 9 % auf 400.000 erhöhen. Die Gear S2 ist sehr interessant für eine bestimmte Nische, denn sie bietet auch Konnektivität als alleinstehendes Gerät. 2017 werden wir sehen, ob Apple seine Führung in diesem Markt aufrechterhalten kann, während andere iOS-kompatible Geräte sich auf die Apple Watch einschießen.

Das Wachstum im Sportmarkt

Garmin ist durch sein Wachstum zum viertgrößten Hersteller von Wearables (Fitness-Tracker + Smartwatches) geworden. Die ersten drei Plätze gehen an Fitbit, Xiaomi und Apple. Garmin und Fitbit versuchen sich eine Nische im Sportmarkt zu schaffen, um sich Wettbewerbsvorteile gegen günstigere Fitness-Tracker wie Xiaomi und die High-End-Hersteller wie Apple zu schaffen.

Zwischen Q2 2015 und Q2 2016 stiegen die Absatzzahlen der Wearables von Garmin um 106,7 % auf 1,6 Millionen Stück, während die von Fitbit nur um 28 % auf 5,7 Millionen stiegen. Garmin verkauft eine große Bandbreite von verschiedenen Geräten für spezifische Sportarten wie Schwimmen, Golf und Joggen. Das Unternehmen ermutigt auch die Entwickler dazu, Apps für den Connect-IQ-Appstore zu schreiben, was neue Funktionen für die Wearables gebracht hat. Fitbit bietet eine kleinere Auswahl an Wearables, die auch eher auf allgemeine Gesundheitsanwendungen ausgerichtet sind.

Der Markt wird mit Low-End Fitness-Trackern überschwemmt

Fitbit generiert jetzt den größten Teil seiner Einnahmen mit dem teureren Blaze, Alter und Charge. Das liegt wahrscheinlich daran, da das Unternehmen erkannt hat, dass der Markt für Fitness-Tracker mit günstigeren Preisen schon von Billiggeräten wie dem Mi Band von Xiaomi für 15 US-Dollar eingenommen wird.

Mi Band von Xiaomi. Bildquelle: Xiaomi

Fitbit generiert immer noch bedeutende Umsätze mit der Flex 2 für 100 US-Dollar, aber das Gerät wird wahrscheinlich Boden verlieren, wenn nächstes Jahr günstigere Produkte auf den Markt kommen, außer die Wellnessprogramme von Unternehmen steigen derartig an und es werden jede Menge Großaufträge vergeben.

Daher ist es für Fitbit, Garmin und andere Hersteller so wichtig, sich ihre eigenen Nischen im Sportmarkt zu schaffen. Sonst werden sie wahrscheinlich ihre Umsätze an günstigere Hersteller verlieren.

Expansion über das Handgelenk hinaus

IDC erwartet, dass die Absatzzahlen von Wearables, darunter Fitness-Tracker, Smartwatches, smarte Brillen und Kleidungsstücke, bis 2020 213,6 Millionen US-Dollar erreichen werden. IDC erwartet auch, dass der Großteil dieser Auslieferungen aus Uhren und Armbändern bestehen wird, aber dass smarte Brillen und andere Kleidungsstücke nächstes Jahr an Boden gewinnen könnten, wenn sich die Kunden erst einmal daran gewöhnt haben, verbundene Geräte zu tragen.

Spectacles von Snap zum Beispiel hat schon mehr Traktion im Massenmarkt gefunden als Google Glass. Wenn dieses smarte Brille noch mehr Zulauf bekommt, dann könnten wir noch weitere Geräte mit integrierten Social-Media-Funktionen auf dem Markt entdecken. Connected Clothing ist immer noch ein kleiner Nischenmarkt, aber Under Armour, Samsung, Google und andere Unternehmen testen schon verschiedene Möglichkeiten in diesem Bereich.

Das Interesse des Massenmarktes und die Adoption

Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen, dann wird das größte Problem darin bestehen, genug Interesse beim Massenpublikum zu generieren. Viele Smartphone-Besitzer sehen bisher keinen Grund, eine Smartwatch zu kaufen, um nur eine kleinere Version ihrer liebsten Apps zu haben.

Viele der neueren Smartphones können auch Schritte zählen und den Herzschlag anzeigen (über den Kamerasensor) und das mit derselben Genauigkeit wie ein normaler Fitness-Tracker. Die hohen Preise und die Sorgen um die Privatsphäre könnten die Kunden auch davon abschrecken, weitere Kleidungsstücke mit der Cloud zu verbinden. Daher sollten die Investoren achtsam sein, falls ein Unternehmen zu tief im Wearables-Markt steckt. Der Markt ist noch dabei sich zu entwickeln und das langfristige Wachstum steht noch vor jeder Menge Problemen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Apple, Fitbit, and Under Armour (A Shares). The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun  auf Englisch verfasst und wurde am 29.11.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Themen: Dollar, Wachstum, WKN


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