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Ifo-Chef Fuest Euro-Austritt Italiens? Eine gangbare Alternative!

08.12.2016, 15:16  |  3251   |   |   

Italien… der Dauerpatient der Euro-Zone kommt nicht zur Ruhe. Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum vergangenen Sonntag, hat Regierungschef Matteo Renzi seinen Rücktritt erklärt. Die Oppositionsparteien, von der rechten und euroskeptischen Lega Nord, Berlusconis Forza Italia sowie die Protestbewegung Fünf-Sterne, scharren mit den Hufen. Sie alle rechnen sich Chancen aus, die nächste Regierung zu stellen.

Wie wallstreet:online aktuell berichtet, haben Letztere schon mal ihre Forderung nach einem Referendum über den Euro bekräftigt. „Der Euro und Europa sind nicht dieselbe Sache“, sagte der führende Fünf-Sterne-Politiker Alessandro Di Battista der Tageszeitung „Die Welt“. Und ergänzt: „Wir wollen lediglich, dass die Italiener über die Währung entscheiden.“ Der Euro habe zu einem Verlust der Kaufkraft, niedrigen Gehältern, sozialem Zerfall und Arbeitslosigkeit geführt. „Wenn Europa nicht implodieren will, muss es akzeptieren, dass es so nicht weitergeht“, sagte Di Battista.

Euro-Austritts Italiens besser als dauerhafte Abhängigkeit von Transfers

Dem hat der Chef des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest wohl wenig entgegenzusetzen. Auch er halte einen Austritt Italiens aus der Euro-Zone für eine gangbare Alternative. „Die Gefahr hat zugenommen, dass Italien immer tiefer in wirtschaftliche Stagnation, Bankenkrise und Verschuldung abrutscht. Damit könnte sich für die Eurozone bald die Frage stellen, ob die anderen Staaten Italien mit hohen Transfers im Euroraum halten oder einen Austritt des Landes hinnehmen wollen“, sagte Fuest den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.

Auf die Frage, ob eine neue Finanzkrise drohe, sagte Fuest, da die EZB mit ihren Staatsanleihenkäufen die Märkte beruhige, „sehe ich nicht die Gefahr einer kurzfristigen Kapitalmarktpanik“. Zu einer Finanzkrise käme es, wenn Italien aus dem Euro austreten würde. „Das kann trotzdem besser sein als eine dauerhafte Stagnation in Italien oder eine dauerhafte Abhängigkeit Italiens von Transfers, die Steuerzahler aus anderen Mitgliedstaaten der Währungsunion bezahlen müssten“, betonte der Ökonom.

Italien ist „too big to save“
 
Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher sagte den „FUNKE Zeitungen“ dagegen, Europa sei noch immer in der Krise, aber auch auf dem Weg der Besserung. „Die Wirtschaft erholt sich, wenn auch schleppend. Wir brauchen Geduld, bis die Reformen wirken, und Regierungen, die den Reformkurs entschieden fortsetzen. Mit Blick auf Italien sagte Fratzscher, er befürchte, „dass der Reformkurs der italienischen Regierung ins Stocken gerät und damit wertvolle Zeit verloren geht“. Italien sei derzeit in einer zu brenzligen Lage, um sich diese verlorene Zeit leisten zu können. Das Ergebnis des Referendums in Italien bedeute aber nicht zwangsweise ein erneutes Aufflammen der Krise.

Zuvor warnte Fratzscher jedoch: „Wenn Italien den Bach runter geht, dann wird das massive Auswirkungen auch auf Deutschland haben.“ Italien sei ein viel größerer Fall als Griechenland. „Italien ist ,too big to save’“, sagt Fratzscher, also „zu groß zum Retten“. (wallstreet:online berichtete).

Gelassenheit gefragt

Eine Gefahr für die Eurozone will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach dem Ausgang des „Renzirendums“ nicht erkennen. "Es gibt keinen Grund, von einer Euro-Krise zu reden", sagte Schäuble nach Bekanntgabe des Ergebnisses bei einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Der Ausgang der Volksabstimmung solle "mit einer gewissen Gelassenheit" zur Kenntnis genommen werden. In Rom müsse es jedoch dringend eine handlungsfähige Regierung geben, meinte Schäuble weiter: "Italien muss wirtschaftlich, politisch, den Weg, den Ministerpräsident Renzi in den letzten drei Jahren gegangen ist, mit großer Konsequenz fortsetzen."



7 Kommentare

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Kommentare

waren weit weg von einem Scheitern des €uro.Hallo Ines43,altes Haus.Wir haben ja schon einige Schlachten hinter uns.Zu Beginn unserer "Beziehung"flogen ja noch die Giftpfeile,altes Deutschbankflittchen!Mittlerweile ist aber erheblicher Respekt,zumindest von meiner Seite aus entstanden.Was mir die Deutsche Bank an Schaden zugefügt hat(7-stellig)ist ja auch nicht so einfach verarbeitbar.Wenn dann eine daherkommt & diesen hyperkriminellen Laden auch noch verteidigt,dürfte es schon verständlich sein ,diesem mit Verachtung entgegen zu treten.Eigentlich wünsche ich nder DB die Pleite,habe aber noch einen erheblichen Bestand an DE9SRT.Sollte ich diesen mit kleiner40% minus abstossen können,würde sich unmittelbar danach mein Deutschbankhass Richtung :Wickelt sie ab,steigern!Stay Cool Ines!Ich versuche es auch.Ich bin knapp 58 habe mich jedoch schon vor ca.7 Jahren freiwillig in das Karriereende begeben,kann aber eins partout nicht leiden:Jemand,hier die DB,welche sich in mein Vertrauen schleicht & mich dann als Wirtspflanze so aussaugt,dass ich fast daran zugrunde gehe!Shell to Hell hiess es mal.DB to...wer weis,jedoch irgendwas im Extremnegativbereich.
Also,wenn es denn doch möglich sein sollte,den Euro zu verlassen (bislang wurde das ja speziell von italienischer Seite bestritten) warum tut die deutsche Politik das ihren Bürgern eigentlich noch einen Tag länger an?
Ich meine wir sind ja nicht der Proviteur,von diesen Schwindel-Niedrigzinsen,das sind eher andere,die die augenblickliche Lage zu steter Neu-und Überschuldung nutzen !
...Und warum soll ein solcher Blödsinn,dann überhaupt noch gefördert und aufrechterhalten werden ?
"Es gibt keinen Grund, von einer Euro-Krise zu reden", sagte Schäuble nach Bekanntgabe des Ergebnisses bei einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. "

Schäuble pfeift sprichwörtlich wie im Walde.
Der hätte sich bei seiner Intelligenz 1997/8 laut und deutlich gegen den Euro
positionieren müssen. Hat er nicht getan in seinem Opprtunismus.
Dass ein Goldman-Sachs-Pate eine Notenbank mit der Lizenz zum Gelddrucken führt,darf bestenfalls im Drehbuch des nächsten James-Bond Thrillers vorkommen!"

Gar nicht so abwegig, dass das mal Thema eine James Bond Thrillers wird oder wenigstens Thema eines Hollywood-Streifens.
Das hätte man schon 1997 wissen können, dass es sehr vorteilhaft sein kann, wenn man die Anbindung an eine Leitwährung leicht wieder lösen kann.
Die südostasitischen Staaten gaben um 1997 die Anbindung ihrer Währungen an den US-Dollar wieder auf und als Folge war die südostasiatische Finanzkrise im Nu vergessen und Geschichte.
Habe im Jahre 1998 in der WELT in einem Leserbrief mit dem Titel
"Euro-Spengstoff" genau darauf hingewiesen und meinen damligen Gemütszustand beschrieben bezüglich der Tatsache, dass im Euroverbund gar nicht mehr abgewertet werden könnte.
Wörtlich: "Das Beispiel Südostasien lässt mich mit Schaudern daran denken, dass Wechselkurskorrekturen künftig in Europa gar nicht mehr möglich sind".

Unsere Politiker dagegen waren in der Mehrheit eher euphorisch bezüglich der Währungsunion in Europa, sie konnten wahrscheinlich nicht so weit denken, waren weit weg von einem Schaudern bezüglich des Euro.

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