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Marktkommentar: Anthony Doyle (M&A): Ein starker Euro wäre Gegenwind
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Marktkommentar Anthony Doyle (M&A): Ein starker Euro wäre Gegenwind

Nachrichtenquelle: Asset Standard
08.12.2016, 00:00  |  450   |   |   

Von der heutigen Entscheidung der EZB wird wohl vor allem der Euro profitieren, meint Anthony Doyle. Das sollte sie im Auge behalten, so der Anleihexperte.

​Die heutige Ankündigung der Europäischen Zentralbank, ihr Anleihekaufprogramm zu verlängern, stimmt die Märkte für europäische Staatsanleihen pessimistisch. Die Renditen auf zehnjährige Staatstitel haben sich über die gesamte Eurozone ausgeweitet.

Papiere aus Italien, Spanien und Deutschland waren dabei am stärksten betroffen. Die Entscheidung, die Anleihekäufe zu „tapern“ – oder nach Mario Draghis Worten „zu reduzieren“ – hat Märkte und Ökonomen überrascht. Viele hatten eine solche Verlautbarung nicht vor 2017 erwartet.

Die EZB ist überzeugt, dass sich die Rahmenbedingungen für die europäische Wirtschaft weiter verbessern und damit für 2017 eine höhere Preisentwicklung erwarten lassen als ursprünglich angenommen. Die heutige Entscheidung bestätigt diese Einschätzung. Allerdings ist es noch zu früh, jetzt von steigender Inflation zu sprechen. Die Eurozone kämpft nach wie vor mit hohen Arbeitslosenraten. Zudem verschlechtert der deutliche Anstieg der globalen Bondrenditen seit November die Finanzierungsbedingungen für die Realwirtschaft. Banken allerdings können von den höheren Renditen profitieren, da sich ihre Netto-Zinsmargen wieder etwas erholen.

Wir erwarten, dass die Anleihemärkte 2017 von den politischen Terminen in Europa bestimmt werden. Die EZB dürfte weiterhin eine lockere geldpolitische Haltung vertreten. Die heutige Ankündigung ist kein festgelegter Plan zum Abbau von QE. Mario Draghi wird großen Wert darauf legen, die Flexibilität der Geldpolitik zu betonen – vor allem bei der Bekämpfung negativer Schocks, durch die die EZB ihr Ziel der Preisstabilität verfehlen könnte.

Insgesamt sollte sich die heutige Entscheidung der EZB positiv für den Euro erweisen. Das ist eine Entwicklung, die die EZB im Auge behalten wird, denn ein starker Euro wäre Gegenwind für das zukünftige Wirtschaftswachstum.

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