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DBK - Vermögensverwaltung "Mehr Klasse, weniger Masse" - Deutsche Bank will mit Indexfonds Boden gut machen

12.12.2016, 13:36  |  1941   |   |   

Die Deutsche Bank setzt in der Vermögensverwaltung verstärkt auf Indexfonds. „Das ist ein Feld, das wir weiter ausbauen werden, dort werden wir weiter investieren“, sagte Nicolas Moreau der „Welt am Sonntag“ in seinem ersten Interview als Chef der Vermögensverwaltung der Bank. 

Vor allem in den Vereinigten Staaten und Asien müsse die Bank in dem Bereich noch zulegen. Gleichzeitig werde die Palette der klassischen, aktiv gemanagten Fonds reduziert. „Mehr Klasse, weniger Masse, das muss auch für uns die Lösung sein. Es wird eine Auslese geben“, sagte der Franzose, der seit dem 1. Oktober an der Spitze des Geschäftsbereichs Deutsche Asset Management steht. 

Zuletzt hatte die Bank in diesem Bereich mit Mittelabflüssen zu kämpfen, gerade die großen US-Konkurrenten wie Blackrock und Vanguard sind weit enteilt, aktuell gehört die Deutsche Bank nicht mehr zu den Top-Ten-Vermögensverwaltern der Welt. „Wir müssen und wir werden aufholen. Wir wollen unter die ersten Zehn, das ist das Ziel“, sagte Moreau der Zeitung.

Asset Management - Spekulationen um Börsengang

Offen ließ er einen Börsengang seiner Sparte. Es habe schon viele Spekulationen gegeben, sagte Moreau zu Gerüchten, dass die Bank im kommenden Jahr einen Minderheitsanteil der Deutsche Asset Management an die Börse bringen will. „Für mich ist jetzt erst einmal wichtig, dass wir als Team zueinander finden und beim verwalteten Vermögen wieder zulegen“, sagte der einstige Top-Manager des französischen Versicherungskonzerns Axa, der dort in diesem Jahr ausgeschieden war, nachdem er es nicht ganz an die Spitze geschafft hatte.

Geldpolitik treibt Überhitzung der Märkte

Moreau warnte mit Blick auf die jüngste Kursrallye an den Börsen vor einer Überhitzung der Märkte. „Es ist schlecht, wenn eine Zentralbank Investoren durch ihre Politik quasi dazu zwingt, in den Aktienmarkt zu gehen“, sagte er der „Welt am Sonntag“ mit Verweis auf Strafzinsen, die anfallen, falls das Geld bar gehalten wird. Kurzfristig würden dadurch zwar die Kurse steigen, langfristig komme es aber zu einer immer größeren Kluft zwischen Preis und tatsächlichem Wert der Unternehmensanteile. „Das muss gestoppt werden – je eher, desto besser.“

Eine baldige Zinswende in Europa erwartet Moreau allerdings nicht. „Mit dem Begriff Zinswende wäre ich vorsichtig, da er suggeriert, dass den Zinsen nach der langen Talfahrt nun eine ebenso lange Bergfahrt winkt. Davon gehen wir aber nicht aus“, sagte er. Er glaube zwar, dass die Bundesanleihen ihre Tiefststände im Jahr 2016 gesehen haben. „Aber die sehr verhaltenen Inflationserwartungen der EZB bis ins Jahr 2019 hinein deuten darauf hin, dass die Währungshüter dem Markt noch lange als Käufer erhalten bleiben.“

Wertpapier: Deutsche Bank


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