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"Geschäftsrisiko Nummer eins" Schluss mit Made in Germany? Fachkräftemangel bringt Standort Deutschland in Gefahr

14.12.2016, 12:11  |  1916   |   |   

Made in Germany… das klingt doch nach was. Echte deutsche Wertarbeit, die in der Welt geschätzt wird. Doch damit kann es bald vorbei sein. Denn: Der Standort Deutschland ist in Gefahr! Und das nicht allein im Export, sondern auch zu Hause.

Das Fehlen von Fachkräften ist nach Einschätzung der deutschen Wirtschaft das höchste Risiko für den Standort Deutschland. „Der Fachkräftemangel ist für die Unternehmen mittlerweile zum Geschäftsrisiko Nummer eins geworden“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, den Zeitungen der "Funke Mediengruppe“.  Und ergänzt: „Fast jeder zweite Betrieb sieht darin eine Beeinträchtigung seiner wirtschaftlichen Entwicklung - im Gastgewerbe sind es sogar fast drei Viertel der Unternehmen.“

Im November waren bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg 681.100 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 11,6 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. An der Spitze der Tabelle stehen dabei die Verkehrs - und Logistikberufe. Hier gab es 57.000 freie Stellen, ein Plus von 25,8 gegenüber dem November 2015.

Jürgen Fenske, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), sagte den "FUNKE-Zeitungen", allein bei den Nahverkehrsunternehmen „müssen in den kommenden Jahren bis zu 30.000 Stellen neu- oder nachbesetzt“ werden. „Wir benötigen vor allem beim Fahrpersonal dringend junge Mitarbeiter, das Durchschnittsalter ist relativ hoch, so dass viele Kolleginnen und Kollegen in den nächsten Jahren altersbedingt ausscheiden.“ 

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Brigitte Pothmer, sagte den Zeitungen der "FUNKE-Zeitungen", die Dimension des Fachkräftemangels werde immer noch unterschätzt. „Es ist ein sehr großes Problem, dass den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands gefährdet.“ Sie forderte die Union auf, ein Zuwanderungsgesetz für ausländische Fachkräfte zu ermöglichen und ihre „Blockadehaltung“ aufzugeben. Auch müsste die Regierung die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass vor allem Frauen in den Arbeitsmarkt zurückkehren können. Unternehmen sollten wiederum auch Arbeitnehmern über 50 Jahren eine faire Chance geben. 



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