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Marktkommentar: Philipp Magenheimer (WAVE): 2016, Jahr der politischen Eventrisiken
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Marktkommentar Philipp Magenheimer (WAVE): 2016, Jahr der politischen Eventrisiken

Nachrichtenquelle: Asset Standard
07.11.2016, 00:00  |  44   |   |   

Das sich zu Ende neigende Jahr 2016 wird uns als Jahr der politischen Events in Erinnerung bleiben, ist sich Philipp Magenheimer sicher.

Das sich zu Ende neigende Jahr 2016 wird uns als Jahr der politischen Events in Erinnerung bleiben, die Investoren ein ums andere Mal aufs Glatteis führten und somit die Ineffizienz der Kapitalmärkte dokumentierten. Da war zunächst das Großereignis „Brexit“ im Frühsommer. In einer Volksbefragung stimmten die Briten über den Verbleib in der EU ab.

Obwohl die Umfragewerte nur einen knappen Vorsprung für die EU-Befürworter skizzierten, positionierten sich die Märkte ungleich deutlicher. In der Woche vor der Abstimmung stieg der DAX um knapp 10% und preiste damit das Risiko eines „Brexit“ nahezu vollständig aus. An den Umfragewerten hatte sich nichts verändert. Nur die Erwartung der Marktakteure tendierte einseitig. Die negative Überraschung folgte prompt. Der unerwartete Sieg der EU-Gegner enttäuschte die anderslautenden Erwartungen und sorgte über Nacht für einen hässlichen Kurssturz an den Aktienbörsen. Das Minus im DAX betrug über 10%.

US-Wahlen- Angst vor dem nächsten „Brexit“- Moment

Nach einer Sommerpause sollte sich die  Geschichte in Form der US-Präsidentschaftswahlen wiederholen. Nach der heißen Phase des Wahlkampfes, in der sich die Widersacher Clinton und Trump u.a. drei hitzige TV-Duelle lieferten, interpretierten die Medien einen deutlichen Vorsprung der demokratischen Kandidatin Clinton. Dem republikanischen Kandidaten Trump kam – woran er nicht ganz unschuldig war – die Rolle des „Bad Boy“ zu. Ausgerechnet in der nachfolgenden „Quiet Period“ wendete sich das Blatt. Die Enthüllung vertraulicher Emails brachte Clinton unter Druck. Nachdem in den Wochen zuvor von einem sicheren Sieg Clintons auszugehen war, schien dies nun nicht mehr ausgemachte Sache. Die Aktienmärkte sahen sich mit einer neuen Situation konfrontiert und reagierten verschnupft. Zeichneten die Umfragewerte tatsächlich ein Abbild der Realität? War die Berichterstattung ggf. zu einseitig pro Clinton ausgerichtet und damit ein möglicher Erfolg Trumps unterschätzt? Märkte – bzw. Anleger – hassen nun einmal Unsicherheit. Und genau diese kam nun auf und schlug sich in nachgebenden Notierungen nieder. Sollte nun aber das Pendel in die Gegenrichtung ausschlagen und bereits alle Negativszenarien schon vor der Wahl verarbeitet werden, besteht die Chance auf eine kräftige Erholung nach der Wahl. Nach dem Motto: doch nicht so schlimm wie erwartet. Wie dem auch sei: immer wenn sich Marktteilnehmer sehr einseitig festlegen, sind volatile Bewegungen an den Märkten wahrscheinlich, sollte die einseitige Erwartungshaltung enttäuscht werden.

Es geht munter weiter: Italien und Exit vom „Brexit“

Doch mit dem Großereignis der US-Präsidentschaftswahlen nicht genug. Mit dem medial ins Abseits geratenen Referendum über die Verfassungsreform in Italien lauert Anfang Dezember das nächste politische Ereignis mit marktbewegendem Potenzial. Laut aktueller Umfragen schätzen Investoren die Gefahr eines Euro-Austritts Italiens höher ein, als die eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion. Bei italienischen Staatsanleihen lässt sich die wachsende Besorgnis bereits ablesen. Gegenüber dem anderen Schwergewicht der Euro-Peripherie, Spanien, sind die Risikoaufschläge jüngst signifikant angestiegen.

Auch der „Brexit“ hält die Anlagewelt nach wie vor in Atem. Kaum hatte sich die Meinung verfestigt es werde zu einem harten Austritt der Briten aus der EU kommen, da sorgte der Londoner High Court Anfang November für Bewegung: Premierministerin May kann den Ausstieg nun nicht ohne  Beteiligung der Parlamentarier über die Bühne bringen. Dieses Urteil eröffnet die Möglichkeit eines Exit vom „Brexit“. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios tendierte in den  vergangenen Wochen gen Null. Nun müssen sich die Märkte – zum wiederholtem Male in diesem Jahr – mit veränderten politischen Rahmenbedingungen arrangieren. Ansteigende Volatilität ist dadurch vorprogrammiert. Bspw. reagierte das massiv gefallene Pfund just mit einer impulsiven Erholung.

Kurzfristig haben politische Events durchaus marktbewegenden Einfluss. Langfristig dürfte, sofern es nicht zu Strukturbrüchen kommt, der Einfluss politischer Events auf die Kapitalmärkte beschränkt sein. Mit einem Rücktritt würde der italienische Premier Renzi lediglich die Tradition fortsetzen. 64 Regierungen hatte das Land seit Ende des zweiten Weltkriegs. Statistisch gesehen übersteht ein Premier also i. d. R. nicht einmal eine Legislaturperiode. Auch der vermeintliche „Worst Case“ eines Präsidenten Trump würde die wichtigste Wirtschaftsnation der Welt vermutlich nicht nachhaltig beschädigen.

Veränderungen innerhalb unserer Fonds:

Im WAVE Total Return Fonds R (flexibler, defensiver europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) wurde im Berichtsmonat Oktober eine Anleihe des Autobauers VW fällig. Wir hatten diese im Zuge der Turbulenzen im Abgasskandal erworben, als sich die Risikoaufschläge deutlich ausgeweitet hatten. Zwischenzeitlich waren die Risikoaufschläge wieder merklich abgeschmolzen. Daraus resultierte ein positiver Ergebnisbeitrag für den Fonds. Die frei gewordene Liquidität investierten wir teilweise wieder in die Zeichnung einer Anleihe eines Nahrungsmittelkonzerns. Die Aktienkomponente des Fonds blieb in seiner Zusammensetzung im abgelaufenen Monat unverändert.

Im Rahmen des sog. Overlay-Managements variierten wir die Netto-Aktienquote des Fonds situativ in einer Spannweite zwischen 0% und 11%. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Rentenkomponente hielten wir verkürzt bei ca. 0,2 Jahren. Der Fonds ist damit gegen Zinsanstiege weitestgehend immunisiert.

Der Fondspreis ermäßigte sich im Oktober um -0,23 %.

Im WAVE Total Return Fonds Dynamic R (flexibler, ausgewogener europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) wurde im Berichtsmonat Oktober eine Anleihe des Autobauers VW fällig. Wir hatten diese im Zuge der Turbulenzen im Abgasskandal erworben, als sich die Risikoaufschläge deutlich ausgeweitet hatten. Zwischenzeitlich waren die Risikoaufschläge wieder merklich abgeschmolzen. Daraus resultierte ein positiver Ergebnisbeitrag für den Fonds. Die frei gewordene Liquidität investierten wir teilweise wieder in die Zeichnung einer Anleihe eines Nahrungsmittelkonzerns. Die Aktienkomponente des Fonds blieb in seiner Zusammensetzung im abgelaufenen Monat unverändert.

Im Rahmen des sog. Overlay-Managements variierten wir die Netto-Aktienquote des Fonds situativ in einer Spannweite zwischen minus 1% und plus 22%. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Rentenkomponente belief sich zu Monatsbeginn auf 0,3 Jahre und wurde im Zuge des sich abzeichnenden Renditeanstiegs in den negativen Bereich verschoben. Der Fonds würde damit von einem fortgesetzten Zinsanstieg profitieren.

Der Fondspreis ermäßigte sich im Oktober um -0,35 %.

Im HannoverscheBasisInvest (Investmentgrade-Rentenfonds, Anlageschwerpunkt EUR) wurde im Berichtsmonat Oktober eine Anleihe des Autobauers VW fällig. Wir hatten diese im Zuge der Turbulenzen im Abgasskandal erworben, als sich die Risikoaufschläge deutlich ausgeweitet hatten. Zwischenzeitlich waren die Risikoaufschläge wieder merklich abgeschmolzen. Daraus resultierte ein positiver Ergebnisbeitrag für den Fonds. Die frei gewordene Liquidität investierten wir teilweise wieder in die Zeichnung einer Anleihe eines Nahrungsmittelkonzerns.. Die Duration bewegt sich aktuell auf Benchmarkniveau (ca. 4,5 Jahre).

Der Fondspreis ermäßigte sich im Oktober um -0,83 %.

Das Aktienportfolio des HannoverscheMediumInvest (Mischfonds ausgewogen; Aktien, Anlageschwerpunkt Euro-Länder  / Investmentgrade-Renten, Anlageschwerpunkt EUR) richteten wir im Oktober näher am EuroStoxx50 aus, um systemische Aktienmarktrisiken effizient absichern zu können. Im Rentenportfolio wurde im Berichtsmonat Oktober eine Anleihe des Autobauers VW fällig. Wir hatten diese im Zuge der Turbulenzen im Abgasskandal erworben, als sich die Risikoaufschläge deutlich ausgeweitet hatten. Zwischenzeitlich waren die Risikoaufschläge wieder merklich abgeschmolzen. Daraus resultierte ein positiver Ergebnisbeitrag für den Fonds. Die frei gewordene Liquidität investierten wir teilweise wieder in die Zeichnung einer Anleihe eines Nahrungsmittelkonzerns.
Die Netto-Aktienquote wurde konstant bei 50% gehalten, die Duration auf Benchmarkniveau (ca. 4,5 Jahre).

Der Fondspreis stieg im Oktober um 0,53 %.

Im HannoverscheMaxInvest (Aktienfonds, Anlageschwerpunkt Euro-Länder) nahmen wir im Oktober geringfügige Umschichtungen auf Einzeltitelbasis vor, um den Fonds näher am EuroStoxx50 auszurichten. Dadurch können wir systemische Aktienmarktrisiken zukünftig noch effektiver absichern. Die Netto-Aktienquote hielten wir konstant, der Fonds ist aktuell voll investiert.

Der Fondspreis stieg  im Oktober um 2,04 %.

Laden Sie hier den WAVE Fondsmanagerkommentar November 2016 herunter. 

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