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Der Rauch hat sich gelegt Matthew Lynn: Warum das Pfund bald wieder vollständig aus seiner Asche auferstehen wird

14.12.2016, 12:39  |  2581   |   |   

Seit seiner Brexit-Bruchlandung hat das Pfund in etwa die Hälfte aller Verluste wieder gut gemacht. Glaubt man dem Finanzjournalisten Matthew Lynn, so ist es mit dem Aufstieg noch lange nicht vorbei. Er nennt drei Gründe für ein vollständiges Wiedererstarken der britischen Währung.

"Das Pfund ist zurück", verkündet der britische Finanzjournalist Matthew Lynn voller Stolz auf "marketwatch". Zwar sei es noch nicht ganz so stark, wie zu Zeiten vor dem Referendum, doch habe es sich mittlerweile rund die Hälfte der entstandenen Verluste zurückerobert. So kursiert der Sterling heute gegenüber dem Dollar bei knapp 1,27 USD, gegenüber dem Euro liegt er bei 1,19 Euro. 

Britisches Pfund / US-Dollar: 1-Jahres-Chart

Mit Blick auf den Tiefststand von Oktober, wo es infolge eines Flash Crashs auf 1,13 Dollar abstürzte, lässt sich dieser Wert durchaus als Erfolg verbuchen. Und laut Lynn ist es damit noch lange nicht gegessen. Für den ersten Geburtstag des Brexit-Referendums prophezeit er der britischen Währung eine vollständige Rückkehr auf das ursprüngliche Niveau, so "als hätte es die Abstimmung nie gegeben." Die Gründe dafür seien in der britischen Wirtschaft selbst, aber auch in der EU und im politischen Gebahren Donald Trumps zu finden. 

Britische Wirtschaft robust

Zunächst einmal zeige sich langsam aber sicher, dass die dutzendfachen Untergangsvorhersagen für das Königreich "reichlich überzogen" waren. Nur wenig von dem, was befürchtet wurde, sei wirklich eingetreten, im Gegenteil: "Seit dem Sommer demonstriert die britische Wirtschaft überraschend viel Widerstandsfähigkeit, der FTSE 100 Index präsentiert sich lebhaft."

Anstatt zu schaden, scheine der Brexit vielmehr zu einem leichten Aufschwung verholfen zu haben. So hätten die wettbewerbsfähigere Währung und der gesenkte Leitzins zu einer höheren Nachfrage geführt. Tatsächlich verkündete das britische Statistikamt im November die frohe Botschaft einer Rekordbeschäftigung: Mit gerade mal 4,8 Prozent war die Arbeitslosenquote in dem Monat so niedrig wie seit elf Jahren nicht mehr. 

Euro auf dem Prüfstand

Darüber hinaus sei es aber nicht nur die stabile Wirtschaft Großbritanniens, die für ein weiteres Erstarken des Pfunds spricht. Auch die zunehmende Krisenlage in der EU, in der der Sinn einer Gemeinschaftswährung von euroskeptischen Gruppierungen immer öfter infrage gestellt wird, dürfte dem Euro einiges an Stabilität rauben. Erste, ernstzunehmende Anzeichen gab es am vorletzten Wochenende in Italien, ob der Zusammenhalt der Union weiter zerbröseln wird, wird sich im Rahmen der kommenden Wahlen in den Niederlanden, in Frankreich und auch in Deutschland zeigen. 

Defizite und Peinlichkeiten à la Trump

Zuletzt müsse man laut Lynn seine Augen auch auf die USA richten, in der der Wahlsieg Donald Trumps nach einigem Zögern sicherlich erstmal für ein Kursfeuerwerk beim Dow Jones gesorgt hat. Klar, Trumps im Wahlkampf verkündete Pläne klangen vielversprechend für die heimische Wirtschaft.

"Früher oder später wird ihn seine fiskalische Leichtfertigkeit aber dennoch einholen", mutmaßt der Finanzfachmann. Es soll viel investiert aber gleichzeitig viel an Unternehmenssteuern gekürzt werden - seiner Ansicht nach genau das richtige Rezept für gewaltige Defizite. Nicht gerade das, was sich Devisenmärkte wünschen. Obendrein liege die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Trump sein erstes Jahr im Weißen Haus ohne irgendeine Art von peinlichen internationalen Streitigkeiten überstehen würde, "bei 0,1 bis 0,2 Prozent."

Vor diesen Hintergründen erscheine das britische Königreich plötzlich wieder ziemlich stabil. Und das nicht nur, weil die volkswirtschaftlichen Zahlen stimmen, sondern auch, weil die Gesellschaft einigermaßen geschlossen hinter ihrer Regierung stehe. 

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Wertpapier: GBP/USD, GBP/EUR

Themen: Pfund


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