DAX-0,13 % EUR/USD-0,26 % Gold-0,36 % Öl (Brent)+0,01 %

Warnung vom "Doom-Prophet" Marc Faber: "Wenn Trump einen Handelskrieg mit China anzettelt, werden die USA abstinken"

16.12.2016, 14:36  |  4195   |   |   

Der Autor des „Gloom, Boom, Doom Reports“, Marc Faber, schätzt, dass die USA nur schlechte Chancen hätten, wenn es zu einem Handelskrieg mit China käme. Die Volksrepublik sei schon lange nicht mehr abhängig von Amerika, so der Börsenprofi.

Weil er den Abschwung in Japan, den Börsencrash von 1987 und die Dotcom-Blase im Jahr 2000 richtig vorausgesagt hat, wird ihm oft ein besonderes Gehör geschenkt. Nicht anders heute, nachdem sich Marc Faber im Rahmen eines "CNBC"-Interviews zur außenwirtschaftlichen Haltung Donald Trumps geäußert hat. 

Mit Blick auf dessen Wahlkampfparolen sowie den ersten schwungvoll betretenen Diplomatie-Fettnäpfchen danach, kann diese Haltung durchaus als aggressiv und ungeschickt bezeichnet werden.

So warf er China mehrmals vor, die eigene Währung manipuliert und sich dadurch Wettbewerbsvorteile verschafft zu haben. Außerdem drohte er mit Einfuhrzöllen auf chinesische Produkte von bis zu 45 Prozent. Und vor rund zwei Wochen düpierte er die Volksrepublik abermals mit einem einzigen Anruf nach Taiwan.

Schwellenländer wichtiger als die USA

Dass es dem designierten Präsidenten also früher oder später gelingt, einen Handelskrieg mit China herbeizuführen, liegt für viele im Bereich des Möglichen. Allerdings, glaubt Faber, würden sich die USA damit ins eigene Fleisch schneiden. 

"China ist nicht abhängig von den USA", sagte er. Amerika sei zwar als einzelnes Land der größte Abnehmer chinesischer Produkte, doch rechne man alle Schwellenländer zusammen, wären diese viel wichtiger für die Volksrepublik. "Es wären also die USA, die bei einem Handelskrieg den Kürzeren ziehen würden."

Laut dem Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten hatte China Im letzten Jahr Waren im Wert von 482 Milliarden Dollar in die USA exportiert - so viel wie kein anderes Land. Amerika seinerseits exportierte im selben Zeitraum Güter im Wert von 116 Milliarden Euro nach China. Das macht für die USA ein Defizit von 366 Milliarden Dollar.

Die Blase ist dick, der Bulle wird alt

Faber wäre übrigens nicht Faber, würde er nicht trotzdem auch ein paar pessimistische Worte für China übrig haben. So wies er auf das Problem der wachsenden Kreditblase hin, die es "nebenbei auch überall auf der Welt gibt. In China ist sie aber nunmal größer, weswegen da meiner Meinung nach Luft raus muss."

Die Wall-Street-Rally nach Trumps Wahlsieg habe er ebenfalls mit Skepsis beobachtet. Denn genauso sei es schon nach der Wahl von Ronald Reagan und Herbert Hoover abgelaufen: Erst drehten die Börsen durch, dann kam es zum Crash. Abgesehen davon zögen sich der Bullenmarkt und der wirtschaftliche Aufschwung nun wirklich schon sehr lange hin - im März nächsten Jahres würden beide acht Jahre alt. "Das ist in jeder Hinsicht ein sehr ausgereifter Aufschwung", bemerkte Faber. 

Doom-Prophet Faber: Der S&P 500 wird um 50 Prozent einbrechen! Was nun, alles verkaufen?

70 Dollar dürften demnächst drin sein: Ölpreisanstieg voraus! Dauer-Pessimist Marc Faber überrascht mit positiven Aussichten


Verpassen Sie keine Nachrichten von Redaktion w:o
Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel