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Pressemeldung: Schroders: Monatlicher Marktausblick (November 2016)
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Pressemeldung Schroders: Monatlicher Marktausblick (November 2016)

Nachrichtenquelle: Asset Standard
22.11.2016, 00:00  |  26   |   |   

„Globalisierung in der Krise“, stellen die Experten von Schroders fest und finden Ursachen für die Widerstände in mangelndem Wirtschaftswachstum, sinkenden Reallöhnen und steigender Arbeitsplatzunsicherheit. Dazu noch ein Blick nach Europa …

Zusammenfassung:

  • Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank, die für Freihandel, Mobilität von Arbeitskräften und freie Kapitalflüsse eintreten, kämpfen derzeit gegen eine Welle des Protektionismus und Maßnahmen zur Eindämmung der Immigration.
  • Dieser Trend basiert auf einer Unzufriedenheit, die durch niedrige Löhne und ein niedriges Produktivitätswachstum verursacht wird. In den jüngsten Meetings in Washington kam immer wieder die Frage auf, wie der Nutzen    der Globalisierung gerechter verteilt werden kann.
  • Nach einer mehrere Jahre andauernden deflationären Dynamik werden höhere Energiepreise die Inflation in Europa und Großbritannien in den nächsten Monaten nach oben treiben. Allerdings wird diese Wirkung nur vorübergehender Natur sein. Mittelfristig werden die Energiepreise eine deflationäre Wirkung ausüben.
  • Chinas Wachstum ist stabil, aber die alten Probleme sind immer noch vorhanden. Die erneute und anhaltende Schwäche des Renminbi erregt auch bei vertrauensvollen Anlegern wieder leichte Besorgnis. Im Jahr 2017 werden weitere Anreizmaßnahmen der Regierung notwendig sein – und umgesetzt werden. Wir erwarten jedoch noch vor 2020 schwerwiegende Probleme.

Globalisierung in der Krise

Die Ursachen für den aktuellen Widerstand gegen die Globalisierung liegen in mangelndem Wirtschaftswachstum, sinkenden Reallöhnen und steigender Arbeitsplatzunsicherheit. Teilweise sind diese Entwicklungen durch neue Technologien und nicht den internationalen Handel bedingt.

Gewinne durch Technologien fließen nicht in die Wirtschaft zurück

Da die Weltwirtschaft nur halb so schnell wächst wie vor der Finanzkrise, steigen auch die Einkommen nur in geringem Maße. Durch die Erweiterung des Arbeitskräfteangebots in der Weltwirtschaft hat die Globalisierung zweifellos zu den niedrigen Reallöhnen beigetragen. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Ein wichtiger Faktor sind neue Technologien. Arbeiter werden durch die zunehmende Automatisierung vieler manueller Arbeitsschritte durch Maschinen und Computer ersetzt. Viele profitieren von den neuen Technologien. Doch Menschen, deren Fertigkeiten obsolet geworden sind, können nur schwer eine neue Arbeit finden. Dies kann zu einer längeren Zeit der Unterbeschäftigung führen, in der die Betroffenen weniger attraktive Arbeiten annehmen müssen, oder zu Arbeitslosigkeit, in der sie Fertigkeiten verlieren und weniger beschäftigungsfähig werden.

Rückgang der Produktivität

Die eigentliche Ursache für das schwache Einkommenswachstum ist jedoch die sinkende Produktivität. Ein Grund dafür, dass die Produktivität trotz technologischer Fortschritte zurückgeht, ist, dass die Produktionsleistung neuer technologiebezogener Produkte nur schwer angemessen erfasst werden kann. Wie misst man zum Beispiel die Produktionsleistung eines Smartphones, wenn es doch eindeutig so viel mehr ist als ein Telefon? Die Demografie ist ein weiterer möglicher Grund für den Produktivitätsverlust: Da die Generation der Babyboomer in den Ruhestand geht, verliert der Arbeitsmarkt eine große Gruppe an produktiven Arbeitskräften, und es wird einige Zeit dauern, jüngere Arbeitskräfte auszubilden.

Weniger Dynamik?

Ein weiterer Faktor ist die sinkende Dynamik der Wirtschaft. Es gibt keine eindeutige Definition für Dynamik, aber in einigen Bereichen sind die Aktivität und die Risikobereitschaft nachweislich zurückgegangen. So ist in den USA beispielsweise die Mobilität der Arbeitskräfte gesunken. Die Menschen sind weniger bereit, innerhalb einer Branche oder den Standort zu wechseln. Es liegen auch Nachweise dafür vor, dass sowohl Unternehmen mit hoher Produktivität als auch Unternehmen mit niedriger Produktivität bestehen bleiben. In einer gut funktionierenden Wirtschaft werden die Ressourcen normalerweise den Unternehmen mit hoher Produktivität zugeordnet, und weniger leistungsstarke Unternehmen verschwinden. Das Fehlen dieses Effekts, der „schöpferische Zerstörung“ genannt wird, legt nahe, dass es noch „Zombie-Unternehmen“ mit niedriger Produktivität gibt, die die aggregierte Produktivität nach unten drücken.

Wie wird die Reaktion aussehen?

In den jüngsten Meetings des IWF wurde immer wieder darüber gesprochen, dass die Vorteile der Globalisierung breiteren Bevölkerungsschichten zugutekommen müssen. Globalisierung und Handel gelten immer noch als beste Möglichkeit, um Wohlstand zu fördern. Gleichzeitig wurde jedoch anerkannt, dass die Aufmerksamkeit stärker auf jene Menschen gerichtet werden muss, die abgehängt werden. Leider gab es keinen Konsens darüber, wie dies erreicht werden kann, und solange sich die Lage nicht verschlimmert, besteht kein Handlungsdruck.

Europa: Könnte eine höhere Inflation die Anreizmaßnahmen der Zentralbanken einschränken? Investoren machen sich seit Jahren Sorgen über das Deflationsrisiko in Europa. Nun deutet jedoch einiges auf eine günstigere Preisdynamik hin, sodass wieder eher Inflation als Deflation drohen könnte.

In der Eurozone dürfte die Inflation zurückkehren

Im Laufe der nächsten Monate wird die Wirkung des globalen Ölpreisverfalls Ende des letzten Jahres auf die jährlichen Preisvergleiche entfallen. Zuerst wird die jährliche Inflation in den meisten Ländern steigen und im ersten Quartal ihren Höchststand erzielen (weil die Ölpreise im Februar 2016 ihre Talsohle erreichten). Unter sonst gleichen Bedingungen (d. h. Kerninflation, Nahrungsmittel-, Alkohol- und Tabakpreise bleiben stabil) gehen wir davon aus, dass die steigende Inflation der Energiepreise die Gesamtinflation in der Eurozone bis zum Ende des ersten Quartals 2017 auf ungefähr 1,9 % anheben wird. Allerdings wird die Wirkung der Energiepreise anschließend nachlassen, weshalb die Gesamtinflation voraussichtlich wieder auf 1 % fallen wird.

Pfund-Abwertung wird Inflationsanstieg in Großbritannien verschärfen

Großbritannien ist mit einer ähnlichen energiepreisbedingten Inflationsdynamik konfrontiert. Der Inflationsanstieg wird aber wahrscheinlich dadurch verstärkt werden, dass das britische Pfund nach Großbritanniens Entscheidung für einen Austritt aus der EU an Wert verloren hat. Die Abwertung des Pfunds wird nicht nur die Energiepreise erhöhen, sondern auch die Nahrungsmittelpreise und Importpreise für Güter im Allgemeinen. Unter Berücksichtigung beider Faktoren prognostizieren wir, dass die Inflation des britischen Verbraucherpreisindex bis Mitte 2017 gegenüber dem Vorjahr auf über 3 % steigen und im gesamten Jahr durchschnittlich 2,9 % betragen wird. Dies ist eine vorläufige Schätzung aus unserer Quartalsprognose, die im nächsten Monat korrigiert werden wird.

Auswirkungen für Zentralbanken

Für die Europäische Zentralbank könnte es sich als schwierig erweisen, zusätzliche Anreizmaßnahmen zu ergreifen, wenn die Inflation kurzfristig steigt. Um die Kommunikation kontinuierlicher Anreizmaßnahmen zu vereinfachen, sollte eine Verlängerung der quantitativen Lockerung unseres Erachtens möglichst frühzeitig angekündigt werden. Wir gehen davon aus, dass die Ankündigung bei der Sitzung am 8. Dezember erfolgen wird. In Großbritannien werden die Abwertung des Pfunds und der Preisanstieg von Importen kurzfristig eine inflationäre Wirkung haben, längerfristig jedoch eine deflationäre. Die Bank of England hat sich immer auf ein mittelfristiges Inflationsziel konzentriert. Deshalb gehen wir im Moment davon aus, dass die Behörden die aktuelle lockere Geldpolitik beibehalten und im Jahr 2017 möglicherweise noch weiter lockern werden.

China: Wachstum, aber immer mehr Probleme

Langsameres Wachstum und mehr Anreize im Jahr 2017

Obwohl das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vorjahr im dritten Quartal wie erwartet 6,7 % betrug, gibt es einige Gründe für die Annahme, dass sich das Wachstum bis Ende 2016 verlangsamen wird. Die Behörden greifen in einigen Teilen des Landes hart gegen den aufgeblasenen Immobilienmarkt durch, die Regierung ist mit haushaltspolitischen Zwängen konfrontiert, und die Zentralbank lockert die Geldpolitik aufgrund der Immobilienblase und dem steigenden Abwärtsdruck auf die Währung wahrscheinlich nur zögerlich, um die Konjunktur bei Bedarf anzukurbeln. Ein weiterer Grund, weshalb sich die wirtschaftliche Dynamik im letzten Quartal verlangsamen wird, besteht ganz einfach darin, dass die Regierung sich dies leisten kann. Das Wachstum bewegte sich in diesem Jahr bisher deutlich über der Zielmarke von 6,5 %, sodass die Regierung auch mit einem Zuwachs von nur 6 % im Schlussquartal immer noch im Zielbereich läge.

Die politischen Entscheidungsträger ziehen es vielleicht vor, sich im vierten Quartal eher zurückzuhalten und sich mit ihren Reserven für 2017 zu wappnen, um vor dem 19. Parteikongress ein starkes Wachstum sicherstellen zu können. Äußerungen des chinesischen Staatspräsidenten Xi zur Bedeutung der Fiskalpolitik und Staatskontrolle über staatliche Unternehmen lassen vermuten, dass Marktreformen in absehbarer Zukunft gegenüber dem Wachstum in den Hintergrund rücken – ungeachtet der langfristigen Kosten. Die für 2016 und 2017 gesteckten Wachstumsziele dürften größtenteils erreicht werden, doch längerfristig verschlechtert sich die konjunkturelle Lage.

Verschuldung bis an die Grenzen

Was das anhaltende Kreditwachstum betrifft, das die Zahlen in diesem Quartal bestätigen, ist die wichtigste Frage unserer Meinung nach, wie sich die Ansammlung der Schulden auswirken wird. Wird China auf Talfahrt gehen und eine harte Landung erleben oder wird es ähnlich wie Japan jahrzehntelang ein sehr langsames Wachstum und viele scheintote Unternehmen und Banken aufweisen? Unseres Erachtens ist es noch zu früh für eine diesbezügliche Prognose. Wir wissen nämlich nicht, welche Maßnahmen getroffen werden, wenn es zur Trendwende kommt. Allerdings sollte beachtet werden, dass China immer noch ein höheres Wachstumspotenzial aufweist als Japan in Zeiten der Krise, was das Risiko etwas vermindert. Mehr Klarheit über die zukünftige Entwicklung sollten wir erhalten, wenn im November nächsten Jahres am 19. Parteitag die politischen Ziele für die nächsten fünf Jahre festgelegt werden.

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