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Die 5 größten Akquisitionen des Jahres 2016

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.12.2016, 14:00  |  587   |   |   

Jahr für Jahr gibt es einige Akquisitionen, wo man beim Lesen zwei oder drei Mal hinsehen muss. Und das war dieses Jahr nicht anders, wurden doch insgesamt 242 Milliarden Dollar allein bei bloß fünf großen Akquisitionen ausgegeben.

Zwar übertraf davon keiner die 100-Milliarden-Marke, wie es im vorherigen Jahr geschah, dafür waren einige davon doch große Zukäufe im Tech- und Telekom-Sektor, außerdem in der Pharma- und Tabakindustrie.

Betrachten wir doch einmal die fünf größten des Jahres und – nicht zu vernachlässigen – wie es den Beteiligten seitdem ergeht:

SoftBank und ARM Holdings (31,4 Milliarden Dollar)

Im Juli hat SoftBank (WKN:891624) ein erfolgreiches Angebot für den britischen Chip-Hersteller ARM Holdings abgegeben. Im September dann wurde der Deal über 31,4 Milliarden Dollar in Cash abgeschlossen – 43 % über dem Aktienpreis von ARM zur Zeit der Verkündung.

Die Produkte von ARM findet man in allen Smartphones überall auf der Welt, darunter auch in Apples iPhones und der Galaxy-Linie von Samsung. SoftBanks CEO Masayoshi Son zufolge, wurde ARM gekauft, damit SoftBank groß in das In Internet der Dinge (Internet of Things, auch IoT) einsteigen kann.

Son sagte, dass ARM sich “mitten im Internet der Dinge” befinde, einer Welt, in der alles miteinander verbunden sein wird. Er sagte auch, dass er erwarte, dass “das Internet der Dinge eine riesige Veränderung” für die Menschheit darstelle.

SoftBank hat angekündigt, dass man ARM Geschäft komplett intakt lassen wolle, dass man sogar noch expandieren wolle. SoftBank hat gelobt, dass sie die Anzahl der Angestellten in Großbritannien in den kommenden fünf Jahren verdoppeln wollen, auch international mehr Menschen einstellen werden.

Shire und Baxalta (32 Milliarden Dollar)

Shires (WKN:A0MMAG) Kauf von Baxalta Incorporated begann schon Anfang des Jahres und ging vollständig im Juni über die Bühne. Das Unternehmen zahlte 18 Dollar pro Aktie in Cash, außerdem 0,1482 American Depository Shares für jede Aktie von Baxalta.

Damit wurde aus Baxalta ein indirekt aber vollständig zu Shire gehörendes Unternehmen. Aus Shire wurde plötzlich das führende Biotech-Unternehmen, das sich auf seltene Krankheiten spezialisiert.

Shire erwartet, dass der Zukauf von Baxalta über die nächsten drei Jahre 700 Millionen Dollar an Kosten einsparen dürfte, auch, dass dieses Jahr die Einnahmen pro American Depository Share bei zwischen 12,70 und 13,10 Dollar liegen dürfte.

Qualcomm und NXP Semiconductors (47 Milliarden Dollar)

Die größte Akquisition in der Welt der Chiphersteller fand spät im Jahr statt, als Qualcomm (WKN:883121) die Kollegen von NXP Semiconductors N.V. (WKN:A1C5WJ) übernommen haben. Damit sind die größten Chiphersteller im Bereich Mobile jetzt unter einem Dach mit den größten Chipherstellern im Automobilbereich.

Der Deal setzte den Aktienpreis von NXP auf 110 Dollar, was 34 % über dem Wert lag, bevor die Verhandlungen begannen. Der eigentliche Preis lag bei 39 Milliarden Dollar, rechnet man die Verbindlichkeiten von NXP mit hinein, steigt er auf 47 Milliarden.

Man geht davon aus, dass der Deal Anfang des Jahres 2017 durchgehen wird. Außerdem dürfte er dann Qualcomms Position im stark wachsenden Automobil-Tech-Markt verstärken. Denn NXP verfügt derzeit über etwa 14,5 % des Halbleitermarkts im Auto-Sektor, und Qualcomm kann NXPs Produkte den eigenen Mobilfunk-Chips hinzufügen, um stärker im Connected-Fahren vertreten zu sein. Der Halbleitermarkt im Auto-Sektor war im letzten Jahr 29 Milliarden Dollar wert, Schätzungen gehen davon aus, dass er 2018 36 Milliarden wert sein könnte.

British American Tobacco und Reynolds American (47 Milliarden Dollar)

Im Oktober hat British American Tobacco (WKN:916018) ein Gebot für Reynolds American (WKN:A0B7KR) abgegeben, womit sie die verbliebenen Aktien, die ihnen noch nicht gehören, aufkaufen wollen – derzeit gehört BAT 42 % von Reynolds. British American hat 56,50 Dollar pro Aktie geboten, was 20 % über dem damaligen Marktwert liegt, was den Deal insgesamt 47 Milliarden Dollar groß macht.

Der Deal ist noch nicht durch, sobald er das aber ist, wäre man zusammen die größte öffentlch gehandelte Tabakfirma, vom Marktwert her.

BAT wird sich sicherlich noch den Rest von Reynolds schnappen wollen, damit man noch mehr Marktanteile in den USA bekommt. Reynolds selber haben im letzten Jahr auch zugekauft und sich für 25 Milliarden Lorillard gekauft. Das hat dazu geführt, dass Reynolds einer der größten und umsatzstärksten Tabakunternehmen der USA wurde.

AT&T und Time Warner (85 Milliarden Dollar)

Im Oktober hat AT&T (WKN:A0HL9Z) verkündet, dass man Time Warner (WKN:A0RGAY) für 85,4 Milliarden Dollar in Aktien und Cash übernehmen werde. Damit hat man die Aktie von Time Warner auf 107,50 gehievt, gut 35 % über dem vorigen Aktienpreis.

Man geht davon aus, dass der Deal Ende des Jahres 2017 durch sein wird. Damit hat man dann AT&Ts 100 Millionen Pay-TV und Mobilfunkkunden mit Time Warners riesiger News- und Entertainment-Sparte verbunden, darunter CNN, TNT, Warner Brothers und HBO.

AT&T sagte, dass der Deal im ersten Jahr schon zuwachsend sein würde. Auch soll die Akquisition den Umsatz und die Dividende verbessern, außerdem die Umsatzquellen vervielfältigen.

Gerade dieser letzte Punkt ist wichtig. Denn AT&T gewinnt derzeit das meiste Geld mit dem Mobilfunk. Das Wall Street Journal hat allerdings herausgefunden, dass nach dem Deal das große Unternehmen immerhin 40 % des Geldes aus der Entertainment-Sparte gewinnen würde.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple und Qualcomm. The Motley Fool empfiehlt NXP Semiconductors und Time Warner.

Dieser Artikel von Chris Neiger erschien am 16.12.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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