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Berlin Nach Berlin: Angst? Wut und Abscheu!

Gastautor: Rainer Zitelmann
21.12.2016, 21:41  |  1455   |   |   

ANGST - dieses Wort prangt heute in riesigen Buchstaben auf der BILD-Zeitung. Meine Empfindung ist anders: Trauer, aber auch Wut. Und Abscheu.

Dass ich keine Angst habe vor einem Terroranschlag, liegt wohl daran, dass ich gar nicht dazu neige, mich vor Dingen zu ängstigen, die statistisch gesehen extrem unwahrscheinlich sind. Dazu gehören Flugzeugabstürze ebenso wie Terroranschläge. Studien zeigen, so Gerd Gigerenzer, der sich wissenschaftlich mit Risikowahrnehmung befasst hat, "dass viele Menschen fürchten, was sie wahrscheinlich nie verletzen oder töten wird, während sie fröhlich gefährlichen Verhaltensweisen frönen". Oft werden Risiken als enorm hoch eingeschätzt, wenn Medien groß über sie berichten. Andere, alltägliche Risiken, die ungleich höher sind, werden dagegen erheblich unterschätzt. Das Risiko, einen Unfall zu erleiden, wenn man beim Autofahren telefoniert oder Whatsapp-Nachrichten schreibt, ist vermutlich mehrere Tausend Mal höher als das Risiko, bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen.

Was empfinde ich nach Terroranschlägen? Zuerst Trauer. Und Mitgefühl mit den Opfern und ihren Angehörigen. Aber auch eine Wut, die immer größer wird. Gestern in der Talkshow bei Maybrit Illner räsonierte eine Psychologin wortgewandt über die schlimmen und traumatisierenden Gewalterfahrungen, die diese Terroristen in ihrer Kindheit und ihren Heimatländern erlebt haben. Sie will alle psychotherapeutisch behandeln. Dafür müsse viel mehr Geld her. Arbeitsbeschaffung für sie und ihre Kollegen.

Was kriminelle Fanatiker dazu bringt, auf eine Familie mit einer Axt einzuschlagen oder Menschen auf einem Weihnachtsmarkt mit einem LKW zu überfahren, will ich nicht verstehen. Als ich heute hörte, dass der mutmaßliche Täter von Berlin jemand war, den man als "Gefährder" bereits kannte, war ich empört. Können wir es uns erlauben, 550 "Gefährder" in Deutschland frei herumlaufen zu lassen? Oder Tausende Sicherheitsleute abzustellen, um ihnen auf Schritt und Tritt zu folgen - was dann offenbar doch nicht gelingt?

Das sind Gedanken, die mir in den Kopf kommen. Und ich gebe zu: Ich kann die Fotos der Terroristen nicht mehr sehen. Ich empfinde weder Angst noch kommt mir der Gedanke, man müsse sie alle therapieren. Ich empfinde Wut und Abscheu.


24 Besprechungen, Interviews und Artikel zu Rainer Zitelmanns aktuellem Buch "Reich werden und bleiben": http://www.reichwerdenundbleiben.net/

Lesen Sie auch Rainer Zitelmanns Buch "Setze dir größere Ziele!", das in 7 Sprachen übersetzt wurde.



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Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist einer der führenden Immobilienexperten in Deutschland und Initiator der Berliner Immobilienrunde, eines Gesprächskreises von Führungskräften der deutschen Immobilienwirtschaft. Er hat 19 Bücher geschrieben und herausgegeben, u.a. "Psychologie der Superreichen" (FinanzBuch Verlag 2017).

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Kommentare

Meine Güte,aber das kennen wir doch längst !
Es hat doch auch niemand wirklich etwas gegen Flüchtlinge,aber unsere politische Führung,neigt eben beim erhaschen,internationaler Beachtung stets dazu,5ve grade sein zu lassen !
Würde man beachten,dass man die Leute immer wieder schwer los wird,weil ihre Heimatländer sie keinesfalls zurück wollen,dürfte man eigentlich fast garkeinen mehr herrein lassen!
Nach geltendem Asylrecht,haben die meisten Merkulanten einfach kein Recht,auf einen positiven Bescheid und wenn man nun an die konsequenzen denkt,dann müsste man eben vorsichtiger sein,wen man herrein lässt,Fr.Dr.Merkel,war eben wohlwollend und da hat eben ein erheblicher Teil,gleich den Ausweiss weggeschmissen,das macht ja nun die Lage so explosiv!
Angst? Angst,hab ich nicht,weil ich Weihnachtsmärkte zZ einfach meide,ich werde auch lieber nicht mehr in die Kirche gehen,bis das alles erledigt ist und weil ich eben weis,dass man solange besser vorsichtig ist,hab ich keine Angst !
Möglicherweise sind sie eben etwas impulsiver,als wir und mit unserer Kultur,wollen sie doch eh nichts zu tun haben,wer weis,vielleicht auch ein Grund dafür,warum in der Heimat qualmende Ruinen stehen,vor solchen Zuständen rennen sie weg,weil es der einfachste weg ist,würd ich auch,aber das absurde ist eben,dass sie dann hier anfangen,uns zu zwangsmissionieren,macht man nicht mit,siehts eben bald aus,wie bei ihnen zu Hause,irgendwie schade,aber nicht neu,mal ehrlich,wer hatte es nicht kommen sehen ?

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