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DAX, S&P 500 & Co. – Die Vola machts…

Gastautor: Daniel Saurenz
23.12.2016, 07:00  |  1040   |   |   

Börse_DAX_Nov_3Für viele Anleger erscheinen Optionsscheine in etwa so kompliziert wie die Betriebsanleitung eines neuen BluRay-Rekorders. Entsprechend setzt sich so mancher ungern mit den diversen Kennzahlen und Rechengrößen auseinander. Die Frage ob im Geld oder aus dem Geld, die Restlaufzeit oder der Hebel sind dabei gar nicht so kompliziert, wirklich spannend und entscheidend wird es aber bei der Volatilität. Diese sorgte vor einigen Jahren für mehrere Monate dafür, dass Optionsscheine völlig unattraktiv waren. Denn der Einfluss der Volatilität auf den Optionsscheinpreis bei DAX-Calls und Puts lässt sich auf einen Blick am Stand des VDAX-New ablesen:

Je höher das Barometer notiert, desto teurer sind Call- und Put-Optionsscheine. Der von der Deutschen Börse berechnete Index bildet die für die nächsten 30 Tage erwartete Schwankungsbreite am Markt ab.

Nichts kann den DAX erschüttern, die Vola fällt auf Mehrjahrestief, wer will da die gute Laune stören? Einfache Antwort – wir! Antizyklisch wie immer. JETZT sind Put-Optionsscheine billig wie lange nicht. Hören Sie jemand von Crash oder ähnlichem reden? Wenn es soweit wieder ist, dann sind Puts teuer, viel teurer. Daher haben wir unsere ISIN-Liste zum Jahresende noch einmal frisch bestückt:

Date Name ISIN WKN
21.12.2016 Put auf den S&P 500® Juni 17 DE000HU6KHR1 HU6KHR
21.12.2016 DAX put 10.500, Juni17 DE000DG508C8 DG508C
21.12.2016 Novartis Optionsschein Call DE000CX6J9V4 CX6J9V
21.12.2016 Nikkei 225 Stock Average Index Put-Optionsschein DE000DL7MH22 DL7MH2
21.12.2016 Strangle Part 2 – Call Optionsschein auf EURO STOXX 50 Index DE000VS4D000 VS4D00
21.12.2016 Strangle Part 1 – EURO STOXX 50 Put-Optionsschein DE000DX8SK90 DX8SK9
20.12.2016 DAX Absicherungsput, 11.500, 9/17 DE000SE6YM17 SE6YM1
20.12.2016 DAX 11.500 – Absicherungsput 6/17 DE000TD2XEN6 TD2XEN
20.12.2016 S&P 500 Absicherungsput 2.250, 4/17 DE000DL8X5E1 DL8X5E
20.12.2016 DAX Call 15.000, 12/18, Vola-Trade CH0319412422 UT8DWA

Börse_BärDas ernüchternde Ergebnis: Im Oktober 2008 erreichte das Angstbarometer VDAX-New seinen bisherigen Höchststand mit rund 83 Punkten. Trotz anhaltender Finanzkrise und zunächst enttäuschenden Wirtschaftsaussichten und Furcht vor weiteren Bankenpleiten ging die Volatilität ab Oktober stetig zurück. Für Käufer von Optionsscheinen, seien es Calls für steigende oder Puts für fallende Notierungen, waren dies allerdings schlechte Nachrichten, weil die Scheine im VDAX-New-Abschwung an Wert verloren.

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Wie deutlich sich eine zurückgehende Volatilität bei Optionsscheinen bemerkbar macht, zeigt ein Beispiel: So kostete ein DAX-Put mit Laufzeit März 2010 und Basis bei 5000 Punkten 2,40 Euro im Jahr 2009. Die eingepreiste, so genannte implizite Volatilität betrug in etwa 29 Prozentpunkte. Liegt dieser Wert bei 40 oder gar 60 Punkten, kostet der Put statt 2,40 Euro allein aufgrund der Volaveränderung 3,80 Euro beziehungsweise 6,60 Euro.

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An dieser Beispielrechnung wird deutlich, wie negativ sich im Umkehrschluss der Rückgang der Schwankungsbreite am Markt für die Inhaber und Käufer von Optionsscheinen auswirkte. Selbst wenn die Richtung des gewählten Optionsscheins mit der Markttendenz übereinstimmte, wurden die Gewinne meist völlig von der einbrechenden Vola aufgezehrt. Mittlerweile ist diese Zeit jedoch vorbei.

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Börse_Bulle2Denn mit einem Volatilitätsniveau von unter 20 Punkten hat sich diese Einflussgröße wieder in Richtung ihres langjährigen Durchschnittslevel entwickelt. Damit können Anhänger nun wieder zu Calls und Puts greifen. Ein paar Kennzahlen gilt es aber noch zu beachten. Zum einen wäre da die Restlaufzeit. Der Wert eines Scheins hängt in hohem Maße von seiner verbleibenden Laufzeit ab. Hierbei spricht man von dem Zeitwert, ausgedrückt durch den griechischen Buchstaben Theta.

Vereinfacht kann man hier sagen: Der Zeitwertverlust einer Option beschleunigt sich zum Laufzeitende. Sie verliert während der ersten Hälfte ihrer Laufzeit ein Drittel ihres Zeitwertes und in der zweiten Hälfte zwei Drittel, wobei sich der Zeitwertverlust am Ende nochmal beschleunigt. Zudem ist der Verfall insbesondere bei Optionsscheinen, die „am Geld“ notieren, ausgeprägt.

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„Am Geld“ bedeutet dabei, dass beispielsweise bei einem DAX-Call mit Basispreis 6500 Punkten der Index ebenfalls ungefähr auf diesem Niveau notiert. „Aus dem Geld“ wäre das Produkt, wenn der DAX zum Beispiel bei 5800 Punkten stünde, „im Geld“ bei einem Stand von 6800 Punkten. Entsprechend unterschiedlich sind auch hier die Preise für den Optionsschein, je nachdem wo der zugrunde liegende Basiswert gerade liegt.

Börse_Bull&BearWichtig bleibt auch der Blick auf den Hebel, da Anleger wissen möchten, wie stark ihr Optionsschein auf Veränderungen beim Basiswert reagiert. Die Orientierung gibt hier aber nicht der einfache, sondern der theoretische Hebel, auch Omega genannt. Es besagt in etwa, um welchen Prozentsatz sich der Kurs des Optionsscheins bei einer Kursveränderung des Basiswerts um ein Prozent verändert. Ein Omega von fünf drückt aus, dass eine Kaufoption (Verkaufsoption) um fünf Prozent im Wert steigt (fällt), wenn der zugrunde gelegte Basiswert um ein Prozent fällt (steigt).Vor allem bei Calls und Puts, die aus dem Geld liegen, ist es wichtig, das Omega zu beachten, um sich beim Kauf nicht zu verkalkulieren.

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Wer diese Kennzahlen bei der Kaufentscheidung berücksichtigt, braucht dann nur noch einen Treffer bei der Entscheidung, ob er auf fallende oder steigende Märkte setzt.



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