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Überforderung hält von Kaufentscheidung ab Studie: Zu viel Auswahl ist auch nicht gut. Im Gegenteil...

23.12.2016, 16:13  |  2662   |   |   

Einer Analyse des Kölner IW-Instituts zufolge kann eine zu große Warenauswahl negative Folgen für das Wirtschaftswachstum haben. Fühlt sich ein Käufer vom angebotenen Sortiment stark überfordert, so tritt er oftmals von seinem Kaufvorhaben komplett zurück.

Das Gefühl, nicht zu wissen, welchen Wein oder welchen Käse man denn nun kaufen soll, kennt wohl jeder. Jeder hat sich wahrscheinlich auch schon mal entschieden, es einfach ganz sein zu lassen, nachdem ihn diese Frage schlichtweg überfordert hat. 

Tatsächlich ist das ein nicht zu unterschätzendes Problem. In einer Studie fanden die Wissenschaftler des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) nämlich heraus, dass sich dieser, durch ein zu großes Sortiment ausgelöste, aggregierte Verzicht auch wachstumshemmend auf die Wirtschaft auswirken kann. Das berichtet die "Welt am Sonntag" in einer Vorabmeldung.

„Eine große Auswahl ist verlockend und interessant für die Verbraucher, hält sie aber auch regelmäßig davon ab, etwas zu kaufen oder das Richtige zu kaufen“, lautet das Fazit der Analyse mit dem Titel „Die Qual der Wahl – Nutzen und Kosten von Optionsvielfalt und Wege zum Umgang damit“.

„Selbst entscheidungsfreudige Menschen erleben immer wieder Situationen, in denen es ihnen schwerfällt, sich für eine Option zu entscheiden – sei es beim Handykauf, im Supermarkt oder im Restaurant“, beschreibt die Autorin, Theresa Eyerund, das Phänomen des sogenannten Konsum-Dilemmas.

Sicherlich, das vorangestellte Beispiel einer nicht gekauften Packung Käse dürfte wohl kaum in eine unmittelbare Deflation führen. Laut Eyerund gibt es jedoch Branchen, bei denen die verschleppte Entscheidung durchaus größere Probleme mit sich bringen könne.

So blieben zum Beispiel bei Versicherern oder Finanzdienstleistern nicht nur umfangreichere Umsätze aus, wenn der Kunde bei der Produktvielfalt und -komplexität nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. In dem Bewusstsein, lieber gar nichts zu tun, als die falsche Wahl zu treffen, verpasse dieser womöglich auch entscheidende Auswege aus der Altersarmut.



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Kommentare

Wie wahr!

Das Problem exisitiert nun aber schon lange - nicht nur die Produktvielfalt, um nur mal beim Beispiel Lebensmittel zu bleiben. Auch die Artikelstandort- bzw. Regaländerungswut (oft mehrmals im Jahr) der Marketingmanager verschiedener Discounterketten führt auch dazu dort nun nicht mehr einzukaufen.
Bewirkt wird also genau das Gegenteil - jedenfalls bei einigen Bekannten, mich eingeschlossen, die Konsequenz daraus.

PS: und wer bitteschön betreibt denn auch Altervorsorge mit zu erwartender Negativrendite?
Den Dschungel an Unübersichtlichkeit, auch dank zusätzlicher kreativer Ausgestaltung, muß man sich nun wirklich nicht antun!

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